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| Amalienbad |
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Bild: Art-Déco-Eleganz im Amalienbad in Favoriten
© Verlag Christian Brandstätter - Duncan J. D. Smith |
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| Ein sozialdemokratisches Schwimmbad |
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X. Bezirk (Favoriten), Amalienbad, Reumannplatz 23; U-Bahn-Station
Reumannplatz (U1).
Die langen, heißen Sommer und der leichte Zugang zu den ruhigen Gewässern der Alten und
Neuen Donau haben Schwimmen in Wien zu einem Volkssport gemacht. Jenen, die al
fresco baden wollen, steht das alte Freibad Gänsehäufel an der Alten Donau mit
seinen baumbestandenen Ufern und seinen für bestimmte Berufe reservierten Abteilungen
(siehe das Straßenbahner-Bad) zur Verfügung; ebenso das elegante Krapfenwaldlbad mit
seinen mediterran anmutenden Kiefern an den Ausläufern des Wienerwalds im 19. Bezirk, mit
den alten hölzernen Umkleidekabinen von 1914 und dem herrlichen Ausblick über Wien; auch
das Schafbergbad im XVIII. Bezirk verbindet Schwimmvergnügen mit einer prachtvollen
Aussicht. Wer lieber unter Dach badet, ist mit dem historischen Jörgerbad im XVII. Bezirk
(Hernals) bestens bedient; es wurde 1912 eröffnet, besitzt farbige Glasfenster, die
Goldfische darstellen, und hübsche Fliesen mit Wellenmuster im Foyer.
Doch die pièce de resistance der Wiener Schwimmbäder ist sicher das
Amalienbad, das zeigt, wie die Wiener sozialdemokratische Stadtregierung der
Zwanzigerjahre nicht nur öffentliche Einrichtungen schuf, sondern dies auch sehr
stilvoll. Otto Nadel und Karl Schmalhofer, damals Angestellte in der Bautensektion des
Wiener Magistrats, haben das Gebäude entworfen. Als es 1926 eröffnet wurde, war es eines
der größten Schwimmbäder Europas: bis zu 1300 Menschen konnten dort baden. Das
Amalienbad gilt auch als eines der schönsten Baudenkmäler des Roten Wien. Das
Hauptbecken ist 33 Meter lang und durch ein gewölbtes Glasdach überdeckt, das man bis
zur Rekonstruktion nach schweren Bombenschäden im 2. Weltkrieg durch eine
Schiebevorrichtung öffnen konnte. Die Innenausstattung wurde nicht einfach und schlicht
gehalten, sondern im damals modernen Art-Déco-Stil. Am deutlichsten sieht man das bei den
bunten, so praktischen wie ästhetisch ansprechenden Mosaiken im Hauptbecken, in der Sauna
und im Foyer, die das Amalienbad berühmt gemacht haben. Der Platz, an dem das Hallenbad
steht, ist nach Jakob Reumann benannt, Arbeiterführer und erster sozialdemokratischer
Wiener Bürgermeister, bekannt für seine Kämpfe mit dem Stadtrat um das Los der Arbeiter
zu verbessern.
Bemerkenswerter Weise gibt es in der Inneren Stadt nur ein einziges Hallenbad, und zwar im
Vienna Marriott Hotel. Das war aber nicht immer so. Hinter einem unscheinbaren Toreingang
in der Weihburggasse 20 befand sich einst das heute verlassene Zentralbad, das erste und
einzige öffentliche Bad im I. Bezirk (leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich).
Es liegt über einem natürlichen Brunnen, der pro Tag 200 000 Liter Wasser liefert; einst
flossen sie in eine Reihe wunderschön gekachelter Bäder im maurischen Stil, die in
unterirdischen Säulenhallen lagen. Im Hof dahinter ist ein unterirdischer Heizraum, der
durch ein Glasdach erhellt wird.
Das zweite große Volksvergnügen, das Kino, ist in Wien ebenfalls gut vertreten; wie sein
historisches Pendant, das Schwimmbad, hat es aber im 2. Weltkrieg schwer gelitten. Auf
jeden Fall sehenswert ist das Metro Kino, Johannesgasse 4 in der Inneren Stadt, ein
schönes, vom Österreichischen Filmarchiv betriebenes Kino aus der Belle Epoque (1900)
mit einem besonders gemütlichen, holzgetäfelten Zuschauerraum, komplett mit Kronleuchter
und Stuckplafond. Sehenswert sind auch die Breitenseer Lichtspiele, Breitenseer Straße 21
im XIV. Bezirk (Penzing). Sie wurden 1909 in einem Gebäude im Wiener Jugendstil eröffnet
und sind das älteste noch in Betrieb stehende Kino Wiens, vielleicht sogar der Welt; die
186 Original-Holzsitze befinden sich noch am selben Platz. |
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| auszugsweise aus |
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| Duncan J. D. Smith; Nur in Wien |
Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten, geheimen Plätzen und
versteckten Sehenswürdigkeiten
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Fotografien von Duncan J. D. Smith
Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen anderer Städte mit
Asphalt. Karl Kraus (1874-1936)
Wien ist sicherlich eine der großartigsten und zugleich homogensten Hauptstädte in
Europa. Und es ist eine der faszinierendsten. Die Überfülle an Reiseführern, die es zu
kaufen gibt, präsentiert dem nicht allzu anspruchsvollen Besucher eine märchenhafte (und
leicht zugängliche) Fülle an Museen, Kirchen, Palais und kulinarischen Lokalitäten, und
sie erzählen von der Geschichte der Stadt seit den Zeiten der Römer über jene des
Habsburgerreiches bis zur Gegenwart. |
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mit freundlicher Genehmigung |
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| Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
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| Städtisches Bad - Amalienbad |
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| Geschichte |
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Von 1923 bis 1926 wurde diese Badeanstalt nach Plänen der
Architekten Karl Schmalhofer und Otto Nadel erbaut. 1926 konnte das Amalienbad eröffnet
werden. Von der 1924 verstorbenen Gemeinderätin Amalie Pölzer hat das Bad seinen Namen.
Das Glasdach des ursprünglichen Gebäudes ließ sich innerhalb von drei Minuten öffnen.
So war auch im Sommer ein vollkommener Badegenuss möglich. Im Zweiten Weltkrieg wurde das
Bad schwer beschädigt. Trotz Instandsetzung gingen viele architektonisch wertvolle
Elemente verloren. Auf Beschluss des Wiener Gemeinderates begann 1979 eine umfangreiche
Renovierung. 1986 konnte das generalsanierte Amalienbad wiedereröffnet werden. An Stelle
des alten Kesselhauses wurde eine zweite, moderne Schwimmhalle gebaut. Seither dient das
Amalienbad nicht mehr nur dem Badevergnügen.
Die Wiener Bäder (MA 44) haben hier ihren Sitz. |
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| Einrichtungen und Angebot |
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Hallenbad, Sauna, Dampfbad, Brausebad, Kinderbecken,
Versehrtenschwimmen, behindertengerechte Ausstattung, Seniorentag, Sonnenbad, Solarium,
Massage, Kosmetik, Fußpflege, Ambulatorium, Saunabuffet und Restaurant
Die Sauna verfügt über einen Frauen- und einen Männerbereich. Zu bestimmten Zeiten wird
einer der Bereiche gemischt oder als Familiensauna (Männer haben dann nur mit weiblicher
Begleitung Zutritt) betrieben. Ist nichts angegeben, herrscht Normalbetrieb (getrennter
Frauen- und Männerbereich). |
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aus |
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| Websercice der Stadt Wien |
| wien.at vereinigt umfangreiche Informationen und Dienste zu allen
Lebensbereichen der Stadt Wien sowie zahlreiche weitere Services |
| www.wien.gv.at |
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| Weitere Ergebnisse zum Thema |
| Bäder in
Wien |
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