Porzellanmanufaktur Augarten Ges. m. b.
H., Wiener, 1923 "zur Erneuerung und Fortsetzung der vormaligen
Staatlichen (Ärarial-)-Porzellanmanufaktur" in Schloss Augarten
gegründet, folgt sie der 1718 von Du Paquier in Wien gegründeten
Erzeugungsstätte (nach Meißen die zweitälteste europäische
Porzellanmanufaktur); 1744 wurde diese vom Staat übernommen und 1864
aufgelöst. Die Marke des "Augarten-Porzellans" ist der Bindenschild (ab
1744 eingepresst, ab 1749 in Unterglasurblau, seit 1827 eingestempelt;
umgekehrt stehend als "Bienenkorb" auch von anderen Firmen verwendet).
Die Vielfalt der jeweils dem Zeitgeschmack entsprechenden Formen und
Dekore machten die Wiener Fabrikate schon im 18. und 19. Jahrhundert
berühmt. Künstlerische Höhepunkte wurden unter Du Paquier bzw. den
Direktoren Conrad Sörgel von Sorgenthal 1784-1805 und M. Niedermayer
1805-1827 unter der Mitarbeit namhafter Künstler, wie A. Grassi, A.
Kothgasser, G. Perl und J. Leitner ("Leitner-Blau"), erreicht. Künstler
wie Josef Hoffmann, F. Zülow, F. Barwig oder M. Powolny führten mit
ihren Entwürfen das neugegründete Unternehmen nach 1923 schnell wieder
zu internationaler Bekanntheit. Neben der Produktion traditioneller
Formen und Dekore blieb auch nach 1945 die Zusammenarbeit mit Künstlern
(W.Hutter, A. Brauer, K. Spurey) ein wichtiger Programmschwerpunkt. 1985
wurde eine hauseigene Malschule gegründet.
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