unsere Verstorbenen. Der
Gottesdienst in seiner vielgestaltigen Form kommt zum Ausdruck in der
Feier des Stundengebetes der Mönche, in den Gottesdiensten der Pfarre
und im sonntäglichen Hochamt mit Chor und Orchester von St. Augustin.
Deshalb ist für uns die Augustinerkirche ein Ort der Verehrung und der
Anbetung Gottes, über all die Schönheit und Erhabenheit dieser Kirche
hinaus.
Die Augustinerkirche ist eng verbunden mit der
Geschichte unserer Stadt und des Kaiserhauses, war sie doch von 1634
bis 1918 die k. k. Hofpfarrkirche, in der viele Mitglieder des
Kaiserhauses geheiratet und immer wieder an den Gottesdiensten
teilgenommen haben. Seit Wien im Jahre 1722 zum Erzbistum erhoben
wurde, war es Brauch, das der jeweilige neue Erzbischof von der
Augustinerkirche aus in feierlicher Prozession zum Stephansdom zog.
Schon bald nach der Gründung des Klosters erlebte
der Augustinerorden einen großen Aufschwung, der durch die Wirren
der Reformationszeit abflachte. Viele bedeutende Männer gehörten im
Mittelalter dem Wiener Augustinerkloster an. 1630 berief Kaiser
Ferdinand II. die Augustiner-Barfüßer an diese Kirche, die von nun
an einen steten Aufschwung erfahren haben. In dieser zweiten
Blütezeit (1750-1780) lebten und wirkten hier bis zu 90 Augustiner.
Wohl einer der bedeutendsten Augustinermönche seiner Zeit war P.
Abraham a S. Clara (1644-1709), der durch seine Predigten, die schon
zu seinen Lebzeiten gedruckt wurden, die Wiener aufrüttelte. 1783
wurde die Augustinerkirche zur Pfarrkirche erhoben. Durch die
josefinischen Reformen bedingt, starb das Kloster im Jahre 1836 aus
und so wurde die Kirche 115 Jahre von Diözesanpriestern betreut.
Im Jahre 1951 übernahmen heimatvertriebene,
sudetendeutsche Augustiner wieder Kirche und Kloster. In der ersten
Zeit widmeten sich die Mönche vor allem der Pfarrarbeit und der
Betreuung der Heimatvertriebenen. Für die Augustiner heute bilden
die Pfarrarbeit und die ordensinterne Ausbildung den Schwerpunkt
ihrer Arbeit. |