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Von Bier-Revolutionen und fleissigen
Biertrinkern |
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Waren es im Mittelalter die
Klostermönche, welche die Braukunst verfeinerten, waren es später
Adelige und das Bürgertum, die sich des Bieres annahmen. Um 1800 kam
schließlich frischer Wind in die Brauereizunft. Alte Hausbraurechte und
kleine, oft mit Wirtshäusern verbundene, gewerbliche Brauereien wurden
zusammengelegt. So entstand in Mitteleuropa nach englischem Vorbild eine
bedeutende Brauindustrie.
Wesentlich für den Umschwung des Brauwesens war der Übergang von den
damals üblichen obergärigen Bieren zu den untergärigen. Früher war es
nur in der kalten Jahreszeit möglich, untergärige Biere zu brauen, da
sich die dafür notwendigen Hefezellen nur bei niedrigen Temperaturen
vermehren. Obergärige Biere hingegen konnten auch im Sommer gebraut
werden, da die entsprechende Hefe bei höheren Temperaturen anspricht.
Geburtsjahr des untergärigen Lager- oder Märzenbieres – und damit
Revolutionsjahr in der Biergeschichte - war 1841. Damals gelang es dem
Schwechater Bierpionier Anton Dreher mit Hilfe von Natureis, das damals
von den gefrorenen Teichen in die Lagerkeller geschleppt wurde, für
anhaltend niedrige Temperaturen zu sorgen und so untergärige Hefe zur
Gärung zu bringen. Drehers Bier war zudem nicht nur blank (ohne
Schwebstoffe), sondern auch lagerfähig, daher der Name Lagerbier.
Der Name Märzen-Bier hat seinen Ursprung ebenfalls in jener Zeit: Das
damals zum Kühlen des Gärprozesses verwendete Natureis schmolz für
gewöhnlich im März. Danach war in der Regel an kein wirklich gutes Bier
mehr zu denken. Es gab zwar auch Eiskeller, die im Winter bis oben hin
vollgeschlichtet wurden und in denen sich Reste des Natureises bis in
den Sommer gehalten haben. Dennoch war jenes Bier, das bis etwa Ende
März unter Natureiskühlung gereift und gelagert wurde, jenem schnell
vergorenen Bier im Sommer ("Sommerbier", "Erntebier") geschmacklich weit
überlegen. So wurde der Name Märzenbier zur Bezeichnung für Gerstensaft
für höchste Ansprüche. Nach Lust und Laune können Brauerein ihr Märzen
freilich auch Helles oder Export nennen (z.B. Ottakringer Helles, Weitra
Helles, Zwettler Export)
Perfektioniert wurde die Erfindung des Österreichers Anton Dreher, als
die Reinzüchtung von Hefe gelang und Linde die erste brauchbare
Kühlmaschine erfand. Diese technischen Neuerungen ermöglichten erstmals
die Herstellung großer Biermengen bei gleichbleibend hoher Qualität.
Seit damals gibt es Märzenbier das ganze Jahr über. Welch ein Segen!
Ein Jahr nach dem von Dreher eingeleiteten Quantensprung in der Brauwelt
wurde in - dem damals ebenfalls österreichischen - Pilsen (Böhmen) das
erste "Lagerbier Pilsner Art" eingebraut. Österreich gilt seitdem als
Wiege des untergärigen Lagerbiers und somit der Brauindustrie selbst.
Bei der Pariser Weltausstellung 1867 feierten die österreichischen
Brauer sensationelle Erfolge: Das österreichische Bier – vor allem das
helle, untergärige Lagerbier – übertrumpfte alle vergleichbaren
ausländischen Sorten. Österreich war damals das Bier-Export-Land Nr. 1.
Heute sind Deutschland und die Niederlande die weltweit größten
Bierexporteure. Und während der Bierkonsum in Mitteleuropa stagnierend
bis rückläufig ist, wird weltweit unterm Strich laufend mehr Bier
genossen. Das liegt vor allem am wachsenden Durst der Chinesen und
Russen.
Die fleißigsten Biertrinker sind aber nach wie vor die Tschechen mit
einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich rund 157 Litern, vor den Iren mit
etwa 152 Litern, den Deutschen mit cirka 125 Litern sowie den
Luxemburgern und Österreichern mit je 107 Litern. (Bei allen Ländern
spielt freilich auch der Tourismus eine wesentliche Rolle beim
Bierkonsum).
Die größten Biernationen sind die USA, dicht gefolgt (und an Bedeutung
gewinnend) von China, Deutschland, Brasilien und Japan.
In Österreich ist Bier nach wie vor das beliebteste Getränk. Es ist
Umsatzfaktor Nr. 1 in der Gastronomie und umsatzstärkste Warengruppe im
Lebensmittelhandel. Acht von zehn Haushalten kaufen Bier. 72 Prozent der
Männer genießen zumindest mehrmals im Monat Gerstensaft und sorgen damit
für 90 Prozent des Bierkonsums. Immerhin trinken auch 29 Prozent der
Frauen Bier. Da sie mengenmäßig aber weniger konsumieren, entfallen auf
sie nur zehn Prozent des Bierabsatzes. |
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| aus "Neue Geschichte
des Bieres" -
www.ottakringer.at |
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| Ottakringer
Brauerei AG |
1160 Wien, Ottakringer Straße 91
Tel.: 01/49100, Fax: 49100-613
E-Mail: office@ottakringer.at |
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