| Botanischer Garten |
| Universität Wien |
 |
 |
 |
Bild:
Systematische Gruppe © HBV- R. Hromniak |
 |
| Geschichte |
 |
| Wie viele andere Botanische Gärten Europas wurde auch jener der Universität Wien ursprünglich als Hortus Medicus angelegt, um Studenten der medizinischen Fakultät eine mehr praktisch orientierte pflanzenkundliche Ausbildung zu ermöglichen. Gerhard van Swieten, damaliger Direktor der medizinischen Studien und Präses der medizinischen Fakultät der Universität Wien, gab Kaiserin Maria Theresia, deren Leibarzt er war, hierzu die Anregung. |
 |
 |
 |
Bild: Gehölzsammlung
© Citype |
 |
| Im Jahre 1754 ließ Kaiserin Maria Theresia am Rennweg ein ca. 2 ha großes Grundstück ankaufen. Auf diesem Grundstück, welches sich vom Rennweg (heute Staatsdruckerei) bis zur derzeitigen Gruppe für Genetik und Evolution erstreckte, wurde ein Medizinalpflanzengarten angelegt. Mit seiner Planung und Gestaltung wurde Robert Laugier (1722-1793) beauftragt, der seit 1749 in Wien weilte. Er wurde nach dem Erwerb des Grundstückes erster Gartendirektor und erster Inhaber der neugeschaffenen Lehrstühle für Botanik und Chemie. Die ersten Pflanzen des neuen Botanischen Gartens stammten aus den Gärten Schönbrunns und des Belvederes. Im Freiland wurden sie nach dem Linné'schen System angeordnet. Es entstanden weiters die ersten zwei Gewächshäuser. |
 |
 |
 |
Bild: Alpinum
© Citype |
 |
1768, nach Laugiers Rücktritt, betraute man Joseph Freiherr von Jacquin (1727-1817) mit der Leitung des Gartens sowie mit den beiden Lehrstühlen für Botanik und Chemie. In den folgenden Jahren wurde der Hortus Medicus immer mehr zu einem wissenschaftlich orientierten Botanischen Garten entwickelt, gleichzeitig förderte Jacquin aber auch neue Entwicklungen im Gartenbau (wie die Kultur von Freilandpflanzen). Die große Platane vor dem Institut und der Ginkgobaum seitlich des Institutes in den geographischen Gruppen stammen noch aus jenen Zeiten.
1796 löste ihn sein Sohn Joseph Franz Freiherr von Jacquin (1766-1839) ab. Von Kaiser Franz I. wurde dem Garten ein ca. 5,8 ha großes Grundstück, das sich südlich an den "alten" Garten anschloss,
zur Nutzung überlassen.
Ein Jahr später begann man mit der Gestaltung dieses "neuen" Gartens. Die Artenzahl wuchs in der folgenden
Zeit auf ca. 8.000. |
 |
 |
 |
Bild: Schmuckgarten in den 30ern
© HBV |
 |
|
Nach dem Tode Jacquins übernahm 1840 Stephan Endlicher (1804-1849) das Ordinariat für Botanik und die Gartendirektion. In Anlehnung an seine Vorstellungen von einem "Natürlichen System", wie im von ihm verfassten "Genera Plantarum" publiziert - begann man 1841 mit der völligen Neugestaltung des Freilandes. Weiter wurde auf der Fläche des "alten" Gartens eine officinelle Abteilung mit 196 Beeten angelegt und später (1844) an deren Südseite das Botanische Museum errichtet.
Die Artenzahl betrug 8.186 (1.840).
1849 wurde Eduard Fenzl (1808-1879), der mit Endlicher zuvor schon verschiedentlich zusammenarbeitete, Gartendirektor. Er setzte die begonnene Neugestaltung des Gartens mit Hilfe des Obergärtners Josef Dieffenbach fort. Inzwischen befanden sich im Garten vier Gewächshäuser. |
 |
 |
 |
Bild: Pannonische Gruppe -
Perückenstrauch
© Citype |
 |
| 1878 beauftragte man Anton Kerner von Marilaun (1831-1898) mit der Direktion des Gartens. Er entwickelte in Teilen des "alten" Gartens die Pflanzengeographischen Gruppen, ein in Europa bis dahin einzigartiges Konzept, erweiterte die unter Endlicher und Fenzl im "neuen" Gartenteil vorgenommenen Pflanzungen und gestaltete die vorhandenen nach pflanzengeographischen Gesichtspunkten um. Von 1883 bis 1890 verkleinerte sich die Gartenfläche durch den Bau der Jacquingasse auf ca. 6 ha. Anschließend wurde eine neue officinelle Abteilung längs der Jacquingasse
angelegt. 1889 wurde der in Nutzung befindliche "neue" Gartenteil der
Universität (und damit dem Garten) geschenkt. Von 1890-1893 baute man
die große Gewächshausanlage und übersiedelte die Pflanzen aus den alten
Häusern in die neuen. Der Garten bestand zu dieser Zeit aus vier
Abteilungen (der pflanzengeographischen und der pflanzensystematischen
Abteilung, der Gewächshausabteilung und der Abteilung des
Reservegartens) |
 |
 |
 |
Bild: Systematische Gruppe
© Citype |
 |
Ende 1898, ein Jahr nach dem Tode Kerners, übernahm Richard von Wettstein (1836-1931) die Direktion des Botanischen Gartens. Die pflanzengeographischen Gruppen wurden weiter mit großer Sorgfalt betreut und um weitere Arten ergänzt. Es wurden das Botanische Institut neu gebaut und die biologischen Gruppen angelegt. Im Jahre 1930 stellte man dem Botanischen Garten den Host'schen Garten zur Verfügung.
Es handelt sich hierbei um den Gartenteil, der einst Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand als Privatgarten diente. Er ist nach Nikolaus Wilhelm Host benannt, einem Schüler Nikolaus von Jacquins, der auf diesem Grundstück einen Garten der "Flora austriaca" angelegt hatte. |
 |
 |
 |
Bild: Systematische Gruppe
© Citype |
 |
Nach dem Tode Wettsteins, 1931, berief man Fritz Knoll zum Direktor des Gartens. Noch zu Beginn seiner Amtszeit begann man wahrscheinlich mit der Neuanlage des Alpinums. Sowohl die Freilandflächen als auch die Gewächshäuser wurden während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt. Am Botanischen Museum waren die Schäden so groß, daß es in der Folge abgetragen werden mußte. Ebenfalls war die Fällung von über 200 Bäumen notwendig.
Nach interemistischer Gartenleitung durch Heinrich Lohwag (1945) und Josef Kisser (1945-1946) wurde das Amt des Gartendirektors von 1947 bis 1969 durch Lothar Geitler ausgeübt. Bis in die siebziger Jahre war man mit der Beseitigung der Kriegsschäden, der Wiederherstellung der Gartenabteilungen und dem Aufbau von Pflanzensammlungen beschäftigt. |
 |
 |
 |
Bild:
Kakteen- und Sukkulentengruppe
© Citype |
 |
Friedrich Ehrendorfer war von 1970 bis 1995 Gartendirektor. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde der Host'sche Garten für Besucher geöffnet. Weiterhin baute man ein Experimentalhaus und erweiterte die Experimentalflächen im Freiland. Das Institutsgebäude und Teile der Gewächshäuser wurden generalsaniert.
1995 - 1997 leitete Michael Hesse den Botanischen Garten und setzte erfolgreich die Sanierungstätigkeiten an den Gewächshäusern fort.
Von 1997 bis Ende 2005 war Tod Stuessy Direktor des Botanischen Gartens. In dieser Zeit wurde u.a. die Gruppe der "Flora von Österreich" bedeutend erweitert und als moderne Anlage für integrierten
"ex situ-Artenschutz" ausgebaut.
2004 feierte der Botanische Garten sein 250jähriges Bestehen.
Im Jänner 2006 wurde Michael Kiehn zum neuen Direktor des
Botanischen Gartens bestellt. |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
| Systematische Gruppe |
 |
Systematische Gruppe |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
| Pannonische Gruppe |
 |
Bambushain |
|
| © Citype |
|
| Schaugruppen |
 |
 |
 |
 |
|
Eingänge |
 |
|
Gehölzsammlung (Bedecktsamer): ca. 600 Arten und Sorten in Kultur, insgesamt über 1.500 Pflanzen, davon ca. 900 Bäume; wunderschöne Altbäume wie die Jacquin-Platane (zeithistorisches lebendes Dokument) am Rennweg |
 |
|
Pannonische Gruppe (Gruppen 35, 38, 40, 41) ist Teil der Schaugruppe "Flora von Österreich" (farbliche Markierung Gruppen 36 bis 47); Schwerpunkt: Präsentation und Erhaltungskulturen von Arten der Trockenstandorte Ostösterreichs wie Wald- und Felssteppen sowie Trockenrasen über sauren bzw. basischen Böden, Salzstandorten oder Sanddünen, Pflanzengesellschaften, die in der Natur heute nur noch in Fragmenten erhalten sind. |
 |
|
Koniferen: ca. 100 Arten nacktsamiger (Nadel-)Bäume aus Europa, Asien und Nordamerika; Coniferetum in den Gruppen 18 (zum Teil), 20 bis 27 und 32; großteils gegen Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt |
 |
|
Bambushain (Phyllostachys viridiglaucescens – Meergrüner Blattbambus): Bereits seit mindestens 1893 an dieser Stelle, bedeckt heute eine Fläche von ca. 300 m2 |
|
|
 |
|
Wasserbecken und Teiche: z.T. aus der Gründungszeit des Gartens stammend. Mit interessanten Wasserpflanzen wie der Lotusblume |
 |
|
Heil-, Nutz- und Giftpflanzen: ca. 300 Arten zur Studentenausbildung und zur Information der Besucher |
 |
|
Systematische Gruppe (Anordnung der Pflanzen nach ihrer Verwandtschaft): in den Schaugruppen 1 bis 18 im Stil eines Englischen Landschaftsgartens die "Zweikeimblättrigen Blütenpflanzen"; in Gruppe 19 die "Einkeimblättrigen Blütenpflanzen"; Pflanzenarten und Familien soweit wie möglich nach ihrer natürlichen Verwandtschaft angeordnet: Arten einer Gattung unmittelbar nebeneinander, nahe verwandte Gattungen im selben oder in einem benachbarten Beet |
 |
|
Kalthausgruppe und Kanarengruppe: Nicht winterharte Pflanzen der Subtropen und mediterraner Klimate, nur im Sommer im Freiland zu sehen, ca. 150 Arten |
 |
|
Blüten- und fruchtbiologische, morphologische und genetische Gruppen (Biologie der Pflanzen) |
 |
|
Alpinum: ca. 500 Arten vor allem aus den europäischen alpinen Gebieten (Alpen, dinarisch-illyrisches Gebiet, Pyrenäen) |
 |
|
Kakteen- und Sukkulentengruppe: ca.150 Arten; abgesehen von wenigen winterharten Opuntien nur im Sommer in der Gruppe ausgestellt. Gliederung in Neue und Alte Welt, zudem zwei Spezialgruppen: Südafrika und Madagaskar. Zwischen den Wasser speichernden Pflanzen einjährige Arten aus den jeweiligen Trockengebieten der Alten und Neuen Welt (Wüstenblüte) |
 |
|
Tropenhaus, Victoriabecken und Vitrinen (Tropische Nutz- und Zierpflanzen) |
 |
|
Kalthaus (im Sommer Sonderschauen) |
 |
|
Gewächshäuser für Forschungs- und Lehrsammlung |
 |
|
Reserve-, Betriebs- und Lagerflächen (nicht öffentlich) |
 |
|
Fakultätszentrum (Institut für) Botanik |
 |
|
Jacquin-Platane (links) und Jacquin-Ginkgo (rechts) |
|
 |
| |
 |
 |
 |
Bild:
Wasserbecken
© Citype |
 |
 |
 |
Bild:
Systematische Gruppe
© Citype |
 |
|
| Fakten |
 |
| - |
Gründung: 1754, unter Kaiserin Maria Theresia |
|
| - |
Größe: Freiland: ca. 8 ha, Gewächshäuser: ca. 1.500 m2 |
|
| - |
Bestand: ca. 9.500 Pflanzenarten |
|
| - |
Gruppierung des Pflanzenbestandes : |
|
 |
- |
Spezialabteilungen im Freiland (öffentlich zugänglich): |
|
 |
- Systematische Abteilung
- Arznei- und Nutzpflanzen
- Ökologische Gruppen
- Pflanzengeographische Gruppen
- Morphologische Gruppen
- Genetische Gruppen
- Alpinum
- Sukkulentengruppen
- "Flora Österreichs) (besondere Lebensräume und botanische Raritäten aus der heimischen Flora) |
|
 |
- |
Spezielle Kulturflächen im Freiland (nicht öffentlich zugänglich): |
|
 |
- Pflanzen des Forschungs- und Lehrbetriebes
- Nachzucht für Nachpflanzungen im Garten
- Sukzessionsflächen |
|
 |
- |
Gewächshäuser: |
|
 |
- Trophenhaus (öffentlich zugänglich)
- Spezialabteilungen (nicht öffentlich zugänglich) |
|
 |
* Pflanzen des Forschungs- und Lehrbetriebes
* Nicht winterharte Pflanzen für Schausammlungen des Gartens (Heimat z.B. Mittelmeergebiet, Kanaren, Südostasien, Südafrika, Australien, Neuseeland) |
|
| |
|
|
|
 |
 |
Bild: Acer palmatum, Fächerahorn
© HBV - R. Hromniak |
 |
| Besucherinfo |
 |
| Der Botanische Garten kann über drei Eingänge betreten werden: |
| |
 |
|
Haupteingang Mechelgasse/Praetoriusgasse |
| |
 |
|
Eingang Oberes Belvedere/Alpengarten |
| |
 |
|
Eingang Jacquintor |
|
 |
| Der EINTRITT ist FREI ! |
 |
|
 |
 |
  |
 |
Öffnungszeiten und weitere Informationen
entnehmen Sie bitte der Homepage des Anbieters |
|
 |
|
|
 |
 |
|
 |
| Weitere Ergebnisse zum Thema |
| Natur in Wien |
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
 |
 |