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Alltag

The big jungle
Ausgagbe Nr.3 - Aug/Sept 2002
Die Globalisierung und ihre Folgen
für die Familie
Von Di-Tutu Bukasa


Da die „Familie“ je nach Kulturraum unterschiedliche Schwerpunkte besitzt, bleiben universell und klassisch als gemeinsamer Nenner jeder „Familie“ ihre Sicherheit und ihr Zusammenhalt. Wer aber von Globalisierung spricht, muss zwischen den nachweisbaren Fakten und der verdunkelnden Ideologie unterscheiden, oft sind beide so verflochten, dass sie sich nur nach längeren Bemühungen entflechten lassen. Die Ideologie des Neoliberalismus hatte zwar beträchtlichen Anteil am Prozess der Globalisierung, sie hat ihn aber nicht allein bewirkt. Jetzt aber benützt sie die Fakten der Globalisierung als Waffe. Inwiefern sind die Sachzwänge der neoliberalen Wirtschaftspolitik durch Deregulierung, Privatisierung, Entsolidarisierung und Ausgrenzung für die Sicherheit der klassischen Familie zu bewerten? Um ein richtiges Bild von unserem Vorhaben zu entwerfen, schlage ich vor, „Familie“ räumlich und bezogen auf bestimmte Kulturkreise zu betrachten.
Die Familie im deutschsprachigen Raum: Menschen, die 1945 überlebten, haben erfahren können, dass nicht die „citizens“ für den Staat, sondern der Staat für die „citizens“ da sei. Daher hätten die „citizens“ Grundrechte, die dem Staat vorgegeben seien, an die sie sich zu halten hätten. Sie standen dann auch in der Verfassung. Der Staat war kein Mythos mehr, aber immerhin noch das Kleid der Gesellschaft, ein Kleid, das sich die „citizens“ aus Gründen der Zweckmäßigkeit selbst - wie die gegenwärtige österreichische Bundesregierung - gewählt haben. Dieses Kleid konnte eng sein oder bequem sitzen, hässlich oder schön sein. Im Moment engt dieser „Staat“ ein und seine Regierung ist hässlich. Dafür waren in der Demokratie die „citizens“ zuständig, die „citoyens et citoyennes“. Durch die Globalisierung bzw. ihre neoliberalen Sachzwänge, nämlich die Deregulierungen, beginnt die nationalstaatliche „Migration“ (aus denselben Gründen wie beim einzelnen Menschen, nämlich auf der Suche nach größerer Sicherheit), angefangen mit dem Denationalisierungsprozess von nationalstaatlichen Attributen in die supranationalen Strukturen, z.B. durch Währung, Wirtschaft, etc. Damit wird zugleich latent die klassische Familienstruktur in Frage gestellt.
Bei der Suche eines Auswegs aus dem nationalstaatlichen Schrumpfungskurs unter dem Druck der neoliberalen Wirtschaft unterscheiden sich die Neokonservativen nicht viel von den National-Neoliberalen. Die christlich orientierte ÖVP beschwört zwar die Werte der „Familie“ und „Nation“, aber beide werden durch die Globalisierung ihrer Grundlage beraubt. So wird der Neokonservatismus der ÖVP selbst widersprüchlich. Welches Resultat ergibt sich aus der neoliberalen Dynamik für die österreichische Familie? ...
 
 
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