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2002 |
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Alltag
PROSI: A la kulinarisch - Architekt der Integration! |
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Ausgabe Nr. 4 - Okt/Nov 2002
Ein Wortsalat von Di-Tutu Bukasa
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Wenn es sich um Staat und Gesellschaft handelt, ist das Wort Integration
ein „Terminus Technicus“ für bestimmte Disziplinen. Er nimmt demzufolge
für Politikwissenschaft und Soziologie eine besondere Bedeutung ein.
Integration subsumiert ihrer Funktion nach konkrete Gebiete des Staates
und der Gesellschaft, auf die es ankommt, in ihnen zu operieren. Deshalb
ergibt sich meines Erachtens eine einfache Signifikanz für Integration,
durch die Voraussetzung der Integrationsziele, nämlich der Dynamisierung
der gegebenen Gemeinschaft samt ihrer Ressourcen. Integration bedeutet
also ein strukturelles Problem der Macht, nämlich die Gewinnung einer
neuen Rollenidentität, die Gewinnung des Mehrzweckpotentials zu finden.
Deshalb ist die Harmonisierung zwischen Integrationszielen und Bedeutung
der politischen Integration ein nicht dissoziierbares, deckungsgleiches
Anliegen.
Der Supermarkt PROSI ist im Zeichen des Migrations - und
Integrationsdiskurses nicht nur eine Supermacht der Superlative, sondern
ein Komplex, von dem jeder optisch und auf der Basis ferner
Gepflogenheiten der Sitten, die Relevanz der Diversität einerseits und
der Mannigfaltigkeit im Schatten der Integration, lernen kann. Das ist
ein miniaturisierter Schauplatz einer globalen Welt. Im Unterschied zu
Billa und anderen Konsorten, und trotz des angenommenen ursprünglichen
Zieles des Einkaufens, befindet man sich dort leicht, wie in einer Art
Disneywelt, in der asiatischen, lateinamerikanischen, USamerikanischen
und afrikanischen... spezifischen Welt, mit Akzenten auf kulinarischen
Perspektiven, involviert. Spezial asiatische Mangos, sowie Tshitekuteku
(grünes Gemüse Balubas) findet man auch dort.
Statt über den Integration? Vertrag? zu diskutieren, ob dieser ein
Assimilationsakt sei, oder nicht, bietet PROSI Ansichten an, wie auch
Wien inklusive MigrantInnen schön sein könnte. Die MitarbeiterInnen
gehen auf die KundInnenen zu, selbst der Chef bringt die Einkaufstüte
tragend den Kunden bis zum Auto. Sitten, die woanders nur überflüssig
erscheinen. Auf die Frage, was „PROSIphilosophie“ bedeutet? Herr
Pallikunnel schaut mich an und fragt: „Woher stammt deine Kappe?“
(Spanien), „Dein Hemd?“ (USA), „Turnschuhe?“ (Griechenland). „Das ist
es! Das ist meine Philosophie!“ Ich lachte so lange, wie es für mich
nicht oft üblich ist. Aber dann habe ich beim PROSI gelernt: Es ist
logisch, dass die Mehrheitsgesellschaft Österreichs unter Integration
nur Assimilation versteht. Vieles ist hier schon verkrustet. Aber
MigrantInnen können der Mehrheitsgesellschaft Integration als Aufgabe
beibringen… |
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