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2002 |
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Inlandspolitik
Finanzieller Kollaps |
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(Ausgagbe Nr.1 - März/April 2002)
Rumänien muß sich ganz schön bemühen und anpassen, um in die EU zu
kommen.
Von Ion Andrasi
Seit dem ersten Januar brauchen RumänInnen zur EU-Einreise kein Visum
mehr. Jedoch wurden die Bedingungen streng angesetzt: Jede/r rumänische
StaatsbürgerIn muss bei der Ausreise einen Betrag von 100 Euro für jeden
Tag im Ausland vorweisen. Darüber hinaus sind Auslandsversicherung und
Fahrkarten für den Hin- und Retourweg obligatorisch. Bei diesen
Maßnahmen stellt man sich natürlich die Frage, ob es nicht einfacher
war, bei der jeweiligen Botschaft in Bukarest einen Antrag auf Visum zu
stellen und mit ein wenig Glück und Verständnis ein Visum zu ergattern.
Denn bei einem durchschnittlichen Monatslohn von fünfzig US-Dollar
müsste ein normalsterblicher Bürger ziemlich lange sparen, bis er sich
eine Reise ins Ausland gönnen könnte.
Seit mehr als sechs Jahren wandten diverse Regierungen, die in Rumänien
an der Macht waren, viel Kraft auf, um die Integration des Landes in die
Europäische Union und deren militärische Strukturen zu erreichen. Sie
versuchten, die Legislative des Landes zu ändern, führten neue Steuern
ein, um den Westen Europas zu befriedigen und verstärkten nach den
Empfehlungen der Weltbank das Bankensystem. Andere alltägliche
Prioritäten des rumänischen Parlaments - bezogen auf die Integration -
betrafen: Probleme der nationalen Minderheiten (besonders der UngarInnen,
die ein Schulsystem und Universitäten in ihrer Muttersprache wollen),
das Problem der Straßenkinder und Schwierigkeiten mit den großen Firmen,
die einst dem Staat gehörten, und die noch immer um Millionen von Lei
produzieren.
In Bezug auf die Armee waren weniger Waffen und eine Kooperation in
allen Gesichtspunkten mit der Nord-Atlantischen Allianz gefragt
(Ähnliches passierte am 11.10. 1998, als Präsident Constantinescu
Truppen zur Friedenserhaltung in den Kosovo schickte).
Sinkende Ökonomie
Aber es passieren auch Dinge, die nicht ganz in Ordnung sind:
Entweder waren die vorgeschlagenen Gesetze zur Anerkennung Rumäniens
nicht in Übereinstimmung mit den europäischen Normen (endlose
Diskussionen folgten), oder es krachte in der Finanzbranche: Die großen
Banken schwankten und gerieten nach Liquidierungen in die
Zahlungsunfähigkeit. Des öfteren waren Präsidenten von Banken in
illegale Transaktionen involviert (Bank Dacia, Felix, etc). Obwohl die
Schuldigen vor den Richter geschickt wurden, musste die Bevölkerung
trotzdem unter der sinkenden Ökonomie leiden. Ein besonderer Verdienst
gebührt der Nationalbank Rumäniens, welche beneidenswerte Konditionen
erhielt, einer schärferen Kontrolle auswich und somit das Land aus dem
ökonomischen Kollaps herausholte. Die EU verzögerte, wie zu erwarten
war, die Integration Rumäniens. Nach den Neuwahlen vom November 1996,
als eine demokratische Koalition die Führung des Landes übernahm,
glaubte man, dass alles normal verlaufen würde. Die neue Regierung in
Bukarest erhielt starke westliche Unterstützung. Man hoffte, dass der
EU-Beitritt nur eine Sache von ein paar Monaten wäre. Unglücklicherweise
passierte genau das Gegenteil. Da vier große Parteien an die Macht
kamen, wollte jede ihre eigene politische Lehre durchsetzen: Eine
Spaltung der demokratischen Kräfte Rumäniens folgte. Die EU, die
aufmerksam alle Veränderungen beobachtete, verschob die europäische
Integration - bis zur gesetzlichen Regelung der aufgetretenen
politischen Probleme. Dann wurde Anfang Juli 1999 ein Gesetz über die
Verwendung der ungarischen Sprache an den staatlichen Universitäten
verabschiedet. So wäre ein Kompromiß entstanden, aber die Einigkeit der
demokratischen Kräfte war nicht mehr möglich, sodass bei den Wahlen im
November 2000 die demokratischen Parteien drastisch sanktioniert wurden.
Unter diesen Umständen kam die Nationale Partei, geführt von C.V. Tudor,
und die demokratischsoziale Partei unter Leitung von Ion Illiescu an die
Macht. Nach der Übernahme des Landes durch die P.D.S.R, mit dem neuen
Premier Adrian Nastase, bemühte man sich weiterhin um die Integration
Rumäniens in die EU. Sowohl die Abgeordneten als auch der Senat nahmen
sich als wichtiges Ziel vor, die Legislative auf die Erfordernisse der
EU zu trimmen. Zum EU-Beitritt Rumäniens in der „zweiten Welle“ musste
der erste Schritt im Jänner 2002 gemacht werden. Das Vorhaben war die
Aufhebung der Visumspflicht der RumänerInnen in den EU Staaten. Es
bleibt uns nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen, dass alle
Probleme auf der politischen und der ökonomisch finanziellen Ebene
gelöst werden. Genauso die der Menschenrechte, der nationalen
Minderheiten, der Verstärkung der Grenzen. Endlich würde Rumänien dann
mit den anderen Staaten aus dem Osten Europas, die in der „ersten Welle“
akzeptiert wurden, in die große europäische Familie eintreten. Dies ist
auch die einzige Möglichkeit, dass sich Rumänien den Weg in ein
demokratisches System ebnet. Und zu einer dezentralisierten Ökonomie
findet, die wir RumänInnen uns wünschen. |
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