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2002 |
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Internationale Politik
Licence to kill |
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(Ausgagbe Nr.2 - Juni/Juli 2002)
Sind die indischen MuslimInnen keine InderInnen mehr?
Von Mahendra Galani
Seit der Flugzeugattacke auf das World Trade Center und das Pentagon am
elften September sind die islamgläubigen Menschen in vielen Ländern
schlecht behandelt worden - und es geht leider noch weiter. George Bush
sprach im September vorigen Jahres von „Crusade" - einem Heiligen Krieg
- gegen islamische Fundamentalisten. Darauf wie seitdem
US-AmerikanerInnen mit MuslimInnen, die Regierung Israels mit
PalästinenserInnen und Hindu-Fundamenalisten mit MuslimInnen umgegangen
sind und das noch immer tun, darauf kann man verzichten. Das Massaker
von Jenin und die Gujarat Riots sind Beispiele des Horrors.
Gujarat ist ein Bundesland von dreißig indischen Bundesländern mit viel
Industrie, einem im Vergleich mit dem Durchschnitt besseren Lebens- und
Ausbildungstandard. Die Gegend, in der Mahatma Gandhi geboren und
aufgewachsen ist, brennt heute vor religiösen Kämpfen.
Obwohl es in der Vergangenheit auch zwischen Hindus und Muslimen in
vielen Städten in Gujarat bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen
gegeben hat (bereits 1969, 1985 und 1992 stritten sich Angehörige von
beiden Religionen) ist es dieses Mal ganz anders: Am 27. Februar
verbrannten einige muslimische Terroristen 58 hinduistische
Zugspassagiere in der Nähe der Stadt Godhra bei lebendigen Leibe.
Sicherlich war das schrecklich und unmenschlich. Aber ab dem nächsten
Tag haben Hindus in der größten Stadt Ahmedabad, in Vadodara und in
vielen Städten bis jetzt mehr als tausende muslimische Kinder, Frauen,
und Männer ebenfalls lebendig verbrannt! Mehr als 100.000 MuslimInnen
leben im Moment in Camps, in denen sie auch kein sicheres Gefühl haben.
Während der Zeit, die sie in diesen Camps festsitzen, brennen Hindus
ihre Häuser nieder, sodass sie nachher keine Wohnungen haben, wenn sie
wieder heraus kommen. Es ist genauso unmenschlich und brutal.
Aber jetzt ging es erst richtig los! Die Regierung von Gujarat, anstatt
zu versuchen, solche Konflikte zu vermeiden, unterstützt
hindufundamentalistische Organisationen bei der Tötung von MuslimInnen.
Die Polizisten, auch wenn sie anwesend sind, sind sozusagen nicht da.
Der Innenminister von Gujarat, Gordhan Zhadapia, ist am 28. Februar mit
einigen Ministern (alle Hindus) zum Kontrollraum der Polizei gegangen
und erteilte den Polizisten Befehle, BürgerInnen, die Hindus sind, zu
schützen und muslimische BürgerInnen einfach hilflos stehen lassen. |
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