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2002 |
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Affäre Omofuma
Der Prozess |
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(Ausgagbe Nr.1 - März/April 2002)
Wie wird die gerichtliche Fassung des Todes von Marcus Omofuma aussehen.
Was erwarten wir?
Von Di-Tutu Bukasa
Es ist nach meinem Verständnis und was ich darüber gelesen habe,
vollkommen unverständlich, dass die Staatsanwaltschaft hier die
Polizisten wegen Quälens eines Gefangenen mit Todesfolge angeklagt hat
und nicht wegen anderer Bestimmungen, die vorsätzliche Körperverletzung
mit Todesfolgen hätten sein können oder sogar auch Mord,“ sagte mir der
Rechtsanwalt Gabriel Lansky im nachfolgenden Interview.
Es lebe der zivile „Widerstand“! Als wir damals nach einem halben Jahr
mit der Mahnwache vor dem Innenministerium (siehe Coverbild: Omofumas
Mutter mit zwei Brüdern) aufhören mussten, weil der Winter kam, haben
wir versprochen, die Mahnwache auf verschiedene Werkstätten zu
diversifizieren. Denn der Tod Omofumas ist Symptom für ein System, das
wir gerne abgeschafft gesehen hätten, nämlich Abschaffung der Schubhaft,
der Abschiebung etc. Es ist für mich als Teil der Zivilgesellschaft bis
heute nicht verständlich und nicht nachvollziehbar, dass Menschen, die
um Asylgewährung im Land ansuchen, zusätzlich mit Gefängnis bestraft
werden. Wir leisten einen Widerstand gegen jene Kräfte (à la „Wir
wählen, wen wir wollen . . .“), die die Macht der „Gewaltenteilung“
durch die Institutionen privatisieren wollen und die sich selbst mit dem
Land, Staat und System (à la „Bei einem, der Adamovic heisst, muss man
sich fragen, ob der überhaupt noch eine aufrechte Aufenthaltsgenehmigung
hat“) identifizieren. Ob dieser kollektive Geist bei manchen politischen
Parteien Österreichs eine kulturelle Infantilität, Züge der
Kompensierung einer nicht bewältigten Ich-Problematik oder ein
politisches „Borderline Syndrom“ namens „Rassismus“ ist, lässt sich
schwer objektivieren. Auf jeden Fall stehen wir auf der Seite jener
positiven Kräfte dieses Landes, die den demokratischen Sinn und Zweck
der Gewaltenteilung achten (d.h. nicht ihre Vermengung), der jede Person
vor dem Gesetz unterworfen ist. Und das ist auch unsere Devise.
Selbstverständlich muss es auch in der österreichischen Gesellschaft
verschiedene Trends geben, egal wie obstrus sie sind, damit überhaupt
demokratisch- rechtsstaatliches Handeln unterschiedlich gelebt werden
kann. Aber einer solchen Potentialität sollte nach unserem
Demokratieverständnis keinesfalls die schicksalhafte Verantwortung der
Menschen dieses Landes übertragen werden, selbst in Kärnten nicht. „Ils
n’ont pas droit de passer à la marge“. Für sie muss man die
Verantwortung tragen, heisst das, und nicht umgekehrt. An dieser Stelle
bringen wir, um die Erinnerung aufzufrischen, unseren damaligen Slogan
zu Omofumas Tod: „Würden Sie diesen Leuten (Schlögl, Sika, Matzka) ihr
Kind anvertrauen?“
Wir alle haben damals gewusst, dass hier ein Unrecht begangen wurde,
eine grosse Fahrlässigkeit mit dem Tod als Folge. Wenn wir sagen, im
„Gewahrsam des Staates“ meinen wir auch implizit, dass in seinem
Auftrag, in seiner Verantwortung gehandelt und später die Konsequenz
getragen wird. Unter der Formel „Wer kontrolliert die Kontrolleure“ ist
im Rechtsstaat die Wachsamkeit auf allen Stufen - auch die der
Institutionen durch ihre Wächter - wesentlich. Die Schlafenden zahlen in
Rechten und Pflichten Zins und Zinseszins. Im Falle Omofumas hat der
Staat in Form der Exekutive unbestritten versagt. Dennoch war der Wiener
„Unabhängige Verwaltungssenat“ gegenüber anderen Institutionen so
wachsam, dass die Handlung der drei Polizisten mit dem Todesausgang
Omofumas kausal mit einem „vorsätzlichen Tatbestand“ in Verbindung
gebracht wurde. Daher muss die Republik Österreich durch die drei
Polizisten zur Rechnung gezogen werden. Nichtwissend, was bei dem
Prozess herauskommt (die BZ erscheint am ersten Prozesstag), sind wir
wie gewöhnlich sehr neugierig. Die BZ hat daher dem schlauen
Rechtsanwalt Lansky einen kurzen Besuch abgestattet. Ich gebe zu, dass
wir mehr wissen wollten als nur Spekulationen: über seine Erfahrung bis
zu seiner Prognose, wie im Alpenland politisch-juristisch gebastelt wird
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