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2002 |
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Sport
Viele rote Karten |
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(Ausgagbe Nr.2 - Juni/Juli 2002)
Die Aktionswoche gegen Rassismus im Fußball war ein großer Erfolg.
Von Michael Fanizadeh, Fairplay
Zeig’ Rassismus die Rote Karte!" Unter diesem Motto beteiligte sich der
Wiener Fußball in der Woche von 12. bis 21. April 2002 an der zweiten
europaweiten Aktionswoche gegen Rassismus in und rund um Fußballstadien.
Die teilnehmenden Mannschaften demonstrieren bei ihren jeweiligen
Spielen mittels großer Roter Karten, die sie bei der Begrüßung der Teams
präsentieren, dass ihr Verein für Integration und gegen Ausgrenzung
Stellung bezieht.
Neben den beiden Wiener Bundesligisten Rapid und Austria beteiligen sich
weitere 39 Vereine - unter ihnen so traditionsreiche Klubs wie die
Vienna, der Wiener Sport-Club, der FAC oder der Favoritner AC - an der
zweiten europaweiten Kampagne des FARE (Football Against Racism in
Europe)-Netzwerks. Vereine mit migrantischem Hintergrund - etwa Aytac
SV, Partizan Wien oder die Ottakringer Boys - waren ebenso vertreten wie
Maccabi, Wiens einziger jüdischer Fußballverein. Mit USC Landhaus, MGA
Hellas Kagran und ASK Erlaa war auch der Wiener Frauenfußball gegen
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Fußball aktiv.
Hintergrund für die FairPlay-Aktivitäten ist die gesteigerte Bedeutung,
die dem Fußball heute zukommt, wobei der Fußball zur Verstärkung aber
auch zur Überwindung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit beitragen
kann. Denn nach wie vor gibt es Rassismen am und rund um die
Fußballplätze und Stadien. Wie schwierig die Situation wirklich ist,
bezeugte u.a. Bertrand Ngandjui, heute Stürmer beim Wiener Sport-Club
als damaliger Regionalliga-Spieler des ASK Kottingbrunn: „Gegenspieler
beschimpfen mich und sagen dann so blöde Sachen wie: ’Scheiß Neger’.
Meine Mitspieler sagen dann nur: ’Ich soll mich nicht aufregen’, aber
die Gegenspieler machen trotzdem weiter. Rassismus ist einfach kein
Thema." Zudem macht ein in der EU einmaliger „Ausländerparagraf" für
Nicht EU/EWR-BürgerInnen den Teams und SpielerInnen im Amateurbereich zu
schaffen. Während in anderen Ländern die Spielberechtigung lediglich an
eine gültige Aufenthaltsgenehmigung gekoppelt ist, limitiert der
Österreichische Fußballbund durch seine Meisterschaftsregeln: Lediglich
zwei EU/EWR-BürgerInnen und weitere drei „Spieler mit ausländischer
Staatsangehörigkeit", die schon vor 16 Jahren in Österreich gekickt
haben (Österreichern Gleichgestellte) dürfen eingesetzt werden.
www.vidc.org/fairplay |
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