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Zur Inhaltsübersicht: Ausgabe
2002 |
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Sport
„Wir haben Slowakinnen, Ungarinnen und Bulgarinnen in der Bundesliga . .
." |
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(Ausgagbe Nr.2 - Juni/Juli 2002)
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Die Sportlehrerin Olga Hutter ist Trainerin von USC
Landhaus und Cotrainerin des österreichischen
Fußball-Frauennationalteams. USC Landhaus ist das erfolgreichste
Frauenfußballteam Österreichs.
Ein Interview von Maria Kohen und Kerstin Kellermann.
Welches Bild assoziieren Sie zum Motto „Fußball für alle"? Welche
Erfahrungen haben Sie mit Fremdenfeindlichkeit gemacht?
Olga Hutter: In so einem Bild sehe ich Mädchen und Buben beim Fußball
spielen. Wenn jemand Fußball spielen möchte - egal, ob Mann oder Frau,
Mädchen oder Bub - dann soll sie oder er Fußball spielen; unabhängig von
Geschlecht, Hautfarbe, Religion und Kultur. Meiner Erfahrung nach gibt
es im Männerfußball in den Stadien Rassismus, wenn farbige Spieler
auftreten. Im Mädchen- und Frauenfußball ist der Rassismus nicht so
ausgeprägt. Da im Frauenfußball noch kein Geld im Spiel ist, es mehr um
Hobby, Sportausübung oder Freizeitgestaltung geht, existiert dieses
Problem eher weniger. In unserem Verein „Union Landhaus" haben im Laufe
der Jahre immer wieder ausländische Spielerinnen mit gespielt oder
einfach mittrainiert. Die Integration ist uns eigentlich sehr gut
gelungen. Im Januar habe ich die österreichische Staatsbürgerschaft
angenommen. Nach schlechten Erfahrungen habe ich meinen Namen geändert,
ich will nicht gleich wegen meinem ausländischen Namen in eine Schublade
gesteckt werden. Das weibliche Suffix-ová ist jetzt weg und ich heiße
Hutter - wie mein Vater.
Sie kommen aus der Slowakei. Hatte der Frauenfußball in Osteuropa einen
höheren Stellenwert als in Österreich?
Nein, es ist eigentlich genauso wie in Österreich. Frauenfußball ist mit
dem Männerfußball nicht zu vergleichen, von der Gesellschaft wird er
nicht anerkannt. Mit diesem Problem ist in sehr vielen Ländern zu
kämpfen, in denen Frauenfußball jetzt zwar verstärkt gespielt wird, aber
sicher noch nicht diesen Stellenwert hat, den er haben könnte.
Wie sind die AusländerInnenbestimmungen im Frauenfußball?
Die Situation ist ein bisschen anders als bei den Männern, da wir an
sich keine Profispielerinnen haben. Die ersten Ausländerinnen tauchten
im Frauenfußball überhaupt erst vor zehn Jahren auf, dazu gehöre auch
ich. Es gibt Bestimmungen, dass pro Team in einem Spiel zwei
ausländische Spielerinnen antreten dürfen, d.h. ein Verein darf auch
zehn Spielerinnen aus dem Ausland haben, aber für ein Spiel sind nur
zwei berechtigt. Bei uns ist das noch nicht so festgelegt, ob das eine
EU- oder Nicht-EU-Ausländerin sein muss, das finde ich positiv, weil man
ist ja überall Mensch. Es ist, glaube ich, in dieser Phase des
Frauenfußballes sehr wichtig, dass ein paar von diesen Spielerinnen
kommen, weil die Erfahrungen bringen und sicher das Niveau des
österreichischen Fußballs heben. Aus finanziellen Gründen spielen bei
den Frauenteams überwiegend Spielerinnen aus den ehemaligen
Ostblockstaaten. Für die ist eine Reise nach Österreich noch immer etwas
wert, auch wenn sie nur Reisekosten und vielleicht Spesenersatz kriegen.
Auf diese Weise haben wir Slowakinnen, Ungarinnen, Bulgarinnen in der
Bundesliga, aber sicher keine Französin oder Deutsche.
Wie sieht es bei den Mädchen aus?
In der Bundesliga sind jetzt schon 14-jährige Mädchen mit Bestätigung
des Amtsarztes spielberechtigt. Das liegt an und für sich daran, dass
wir keine geeignete Liga für den Nachwuchs haben, deshalb kommen die
größten Talente gleich in die Kampfmannschaft. Eine Nachwuchsliga zu
bilden, ist aus finanziellen Gründen im Moment nicht möglich, wäre aber
sehr wünschenswert. Es gibt Vereine, die Mädchenteams haben, dazu gehört
z.B. Landhaus. Bei Hellas Kagran spielen sie mit den Burschen, wobei die
Mädchen ein Jahr älter sein dürfen. Das ist eine Burschenliga. Die
Mädchen haben ab vierzehn entweder die Möglichkeit, in der sogenannten
Reserve, das bedeutet in B-Teams zu spielen, oder eben Landesliga. Oder,
wenn sie wirklich sehr talentiert sind, können sie schon bei A-Teams
dabei sein. Die ausländischen Mädchen sind den österreichischen im
Nachwuchsbereich gleichgestellt. Wir haben eine Bestimmung, dass bei den
Bundesländermeisterschaften nur die Österreicherinnen spielen dürfen,
aber beim Nachwuchs sind sie gleichgestellt. Das Problem ist, wenn sie
dann hinaufgehen, sind sie schon als Ausländerin einzustufen. Aber die
Teams haben nicht so viele Ausländerinnen, dass die Trainerin sie nicht
einsetzen kann. Sehr viele sind schon in Österreich geboren, nur bei
einigen bestehen die Eltern auf der ursprünglichen Staatsbürgerschaft. |
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