Schwarzbuch der Habsburger
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Schwarzbuch der Habsburger
Hannes Leidinger
Verena Moritz
Berndt Schippler
Deuticke Verlag
ISBN 3-216-30603-8
Die unrühmliche Geschichte des Hauses Habsburg.

Dieses Buch wird Kontroversen hervorrufen. Es trifft zum einen ins Herz der Geschichtsmythen, Verklärungen und Verkitschungen, zum anderen verweist es auf Versäumnisse der Historikerzunft. Das Schwarzbuch der Habsburger ist keineswegs der Ruf nach billiger Denunziation, sondern der Aufruf, sich auf die faszinierende Suche nach einer überraschenden und spannenden Vielschichtigkeit zu machen. Es gibt einen allgemeinen Einblick in die Fehlentwicklungen eines Staates auf bestimmten Gebieten wie Krieg, Außenpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft, territoriale Expansion, innerer Widerstand. Untermauert wird der bisher ausgesparte bzw. stark vernachlässigte Blick auf die Habsburger durch Betrachtungen einzelner Persönlichkeiten und Analysen zeitgenössischer Quellen. Dahinter steht der Wunsch anzuerkennen, dass es in der Geschichte kaum ein Entweder-oder, sondern meist ein Sowohl-als- auch gibt.
Mit diesem Buch ist ein Anfang für eine moderne ganzheitliche Sicht einer wichtigen Periode der Geschichte gemacht.
Aus dem Inhalt:
Unter keinem glücklichen Stern stand außerdem die Ehe des Kaisers mit seiner erst sechzehnjährigen Cousine, der bayrischen Prinzessin Elisabeth. Das zur Zeit der Heirat noch pubertierende Mädchen war der Rolle einer Kaiserin nicht gewachsen. Auch als Ehefrau und Mutter versagte Sisi kläglich. Sein "geliebter Engel", wie Franz Josef Elisabeth zu nennen pflegte, entwickelte sich zu einer monomanischen Einzelgängerin, die in holprigen Gedichten ihr Schicksal beweinte. Die Eintönigkeit ihres ungenutzten Daseins unterbrachen immer häufiger und länger werdende Auslandsreisen. Ihre extravaganten Kuraufenthalte verschlangen Unsummen. Aber allem Aufwand zum Trotz war sie mit fortschreitendem Alter wenig mehr als eine magersüchtige, verhärmte und zutiefst unzufriedene Hoheit mit schlechten Zähnen.

Die Sisi-Verkitschung ist eine nicht versiegen wollende Einnahmequelle der Unterhaltungsindustrie. Nach dem Motto "arme reiche Leute" wird der Kaiserin bis heute unumwundenes Mitgefühl für ihr "schweres Schicksal" entgegengebracht. Daneben ist es ihre legendäre Schönheit, welche immer noch Mädchenphantasien und verborgene Sehnsüchte nicht mehr ganz taufrischer Damen stimuliert. Hinzu kommt ihr exzessiv betriebener Körperkult, der sie rückwirkend als "moderne" Frau erscheinen lässt. Dass ihr Fitnessprogramm eher gesundheitsgefährdend als nachahmenswert war und ist, stört den Sisi-Fan wohl kaum.
Auszugsweise Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Deuticke Verlages und der Autoren.
erhältlich im Buchhandel
Die Autoren:
Hannes Leidinger, Verena Moritz, Berndt Schippler
Hannes Leidinger, Jahrgang 1969, studierte Geschichte, Archäologie und Ur- und Frühgeschichte. Dissertation über die Anfänge der Komintern, Mitarbeiter mehrerer Forschungsprojekte zur Zeitgeschichte und Geschichte Osteuropas. Lehrtätigkeit am Insititut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Gestalter verschiedener Ausstellungen, journalistische Tätigkeit und Öffentlichkeitsarbeit für den Absolventenverband der Universität Wien.
Verena Moritz, Jahrgang 1969, Geschichte- und Slawistikstudium. Dissertation über die russischen Kriegsgefangenen in der k.u.k. Monarchie. Forschungen zur österreichisch-russischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Lektorin am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Redakteurin wissenschaftlicher Magazine, Übersetzertätigkeit.
Berndt Schippler, Jahrgang 1968, studiert Geschichte und Politikwissenschaft. Untersuchungen zur Kartographie der frühen Neuzeit. Seit 1999 Betreuer der Gedenkstätte Karajangasse.
1010 Wien; Hegelgasse 21
Tel.: +43 1 512 15 44-281
info@deuticke.at
Auszugsweise Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Deuticke Verlages und der Autoren in Zusammenarbeit mit Wien-Vienna.
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