Die Deutschmeister
Original Hoch- und Deutschmeister - © Gaube, Citype 2009
Hoch- und Deutschmeister - Burgmusik
Mir san vom k. u. k. Infanterieregiment …
Das Deutschmeister-Denkmal war das erste Wiener Monument, das nicht einen Feldherrn pries, sondern zur Ehrung der einfachen Soldaten errichtet wurde, genauer gesagt jener des „k. u. k. Infanterieregiments Hoch- und Deutschmeister Nr. 4“, so die offizielle Bezeichnung des Wiener Hausregiments. 1896, also zweihundert Jahre nach der Gründung dieses Regiments, wurden die Wiener aufgerufen, für ein Denkmal zu spenden. Als Ansporn legte man auch gleich den Grundstein. Am 29. September 1906 wurde das Monument schließlich enthüllt. Auf dem hohen Sockel steht der „Deutschmeister-Fahnenträger“ mit gezogenem Säbel,
Bild: Thomas Apolt
an seiner Seite unten die berührende Darstellung des „treuen Kameraden“ und des „Grenadiers von Landshut“. Die Figur der „Vindobona“ vorne in der Mitte symbolisiert die Verbundenheit des Regiments mit Wien. Am Sockel befinden sich weiters Reliefs mit Kampfszenen aus den siegreichen Schlachten von Zenta gegen die Türken (1697) und von Kolin im Siebenjährigen Krieg gegen die Preußen (1757)
Bild: Wiener Hausregiment,
Deutschmeisterplatz  (Thomas Apolt)
Anton Weber sorgte für die architektonische Gestaltung, die Figuren stammen vom Wiener Bildhauer Johannes Benk, der auch zahlreiche Skulpturen für die Votivkirche, für die Hofburg und für das Wiener Rathaus schuf. Das Deutschmeister-Denkmal ist nicht der einzige Versuch, die Erinnerung an dieses Regiment aufrechtzuerhalten. Die Deutschmeister-Musikkapelle mit ihren historischen Uniformen hält die Tradition des Regiments noch heute hoch. Auch die zahlreichen Deutschmeister-Märsche bewahren die Erinnerung. Der älteste „Teutschmeistermarsch“ stammt aus dem Jahr 1690. Er musste immer dann gespielt werden, wenn das Wiener Hausregiment in Paraden am Kaiser vorbeizog. 1809 schrieb Ludwig van Beethoven einen Deutschmeister-Marsch, der später allerdings der böhmischen Landwehr gewidmet wurde. Wie so oft setzte sich eine „inoffizielle“ Hymne durch. Der von Wilhelm August Jurek als Gelegenheitskomposition geschaffene Marsch „Mir san vom k. u. k. Infanterieregiment …“ wurde niemals offiziell als Parademarsch genehmigt. Er erklang am 19.3.1893 zum ersten Mal im Kasino Ober St. Veit und ist der populärste dieser Märsche.
auszugsweise aus
Matthias Settele; Wiener Denkmäler
Wiener Stadtgeschichten
vom Walzerkönig bis zur Spinnerin am Kreuz
Fotos von Thomas Apolt
Band 1011 -
Perlen-Reihe
Franz Deuticke Verlagsges.m.b.H. - Wien
mit freundlicher Genehmigung
Franz Deuticke Verlagsges.m.b.H.
www.deuticke.at
K.u.k. Infanterie-Regiment
Hoch- und Deutschmeister Nr. 4
Das als kaiserliches Regiment Teutschmeister zu Fuß 1696 gegründete spätere K.u.k. Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 (offizielle Bezeichnung: Niederösterreichisches Infanterie Regiment "Hoch- und Deutschmeister" Nr. 4; umgangssprachlich kurz: Hoch- und Deutschmeister) war ein sogenanntes „deutsches“ Infanterie-Regiment der kaiserlich-habsburgischen und später der k.u.k. Armee.
Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister Nr.4
Das Regiment wurde 1696 durch einen Vertrag Kaiser Leopolds I. mit dem Hochmeister des Deutschen Ordens, Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, aufgestellt und hieß zuerst „Pfalz-Neuburg-Teutschmeister“, wurde aber bald nur noch „Teutschmeister“ genannt. Das Regiment wurde in Franken geworben und sammelte sich in Donauwörth, um am 3. Juni 1696 in den kaiserlichen Dienst übernommen zu werden. Das Regiment nahm am Großen Türkenkrieg teil und war die meiste Zeit in Siebenbürgen eingesetzt. Am 11. September 1697 schlug das Teutschmeister-Regiment bei Zenta seine erste große Schlacht. Das Regiment zeichnete sich dabei so aus, dass der Kaiser auf den Bericht des Prinzen Eugen ein Dank- und Anerkennungsschreiben an den damaligen Kommandeur des Regiments, Damian Hugo Freiherr von Viermund zu Neersen, erließ. Im Siebenjährigen Krieg nahm das Regiment an der Schlacht bei Kolin teil, worauf sich auch sein Traditionstag, der 18. Juni 1757, zurückführt. Nach diesem Krieg wurden dem Regiment die Gegend des Wienerwaldes und die Wiener Vorstädte zur Werbung zugewiesen, worauf hin es sich zum Wiener Hausregiment entwickelte.

Bei Einführung der Stammnummern für Infanterieregimenter 1769 erhielt das Regiment die Nr. 4. Inhaber des Regiments war der jeweilige Ordenshochmeister, dessen Amt von 1530 bis 1929 umgangssprachlich „Hoch- und Deutschmeister“ genannt wurde, so dass 1814 der Regimentsname offiziell in „Hoch- und Deutschmeister“ geändert wurde. Nach Verlust der Souveränität des Ordens 1806 war Inhaber bis 1918 stets ein Habsburger Erzherzog.


Im Jahre 1914 gehörte das Regiment zur 25. Infanterie Truppendivision im II. Armeekorps. Es war zum größten Teil in Wien stationiert, jedoch lag ein Bataillon in Wöllersdorf und ein weiteres in Konjic. Das Regiment setzte sich zu diesem Zeitpunkt zu 95% aus deutschsprachigen und zu 5% aus andersprachigen Angehörigen zusammen.

Im Jahre 1915 verloren alle Regimenter ihre Zusatz- und Ehrennamen und wurden nur noch nach ihrer Stammnummer benannt. Von da an hieß das Regiment -zumindest offiziell- nur noch Infanterie-Regiment Nr. 4.
Verbandstradition nach 1918
Spätere Truppenteile erhielten aus Traditionsgründen ebenfalls den Ehrennamen „Hoch- und Deutschmeister“. Im Bundesheer der ersten österreichischen Republik erhielt das Infanterieregiment 4 den Traditionsnamen „Hoch- und Deutschmeister“. Während des Zweiten Weltkrieges trug die 44. Reichs-Grenadier-Division Hoch- und Deutschmeister diesen Beinamen, wobei das 3. Bataillon des Grenadier-Regiments Nr. 134 als einer der wenigen Verbände der Deutschen Wehrmacht eine gesonderte Fahne führte. Sie war der Truppenfahne der ehemaligen k.u.k. Armee nachgebildet. Die militärischen Traditionsträger im österreichischen Bundesheeres der heutigen Republik waren zunächst das Landwehrstammregiment 21 (dann als Jägerregiment 2 der 2. Jägerbrigade) und anschließend bis zu seiner Auflösung im Sommer 2006 das Jägerregiment WIEN. Derzeit wird die Tradition vom Miliz-Jägerbataillon 4 (jetzt Jägerbataillon Wien 1) fortgesetzt.
Dieser Bericht basiert auf einem Artikel der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
Deutschmeister-Regimentsmarsch
Wilhelm August Jurek (1870 - 1934) schrieb 1893 den Deutschmeister-Regimentsmarsch für das Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, das zugleich das Wiener Hausregiment war. Hatte bis 1866 jedes Regiment seine eigene Musikkapelle, so war ab diesem Zeitpunkt die Infanterie die alleinige Trägerin der österreichischen Militärmusik. Neben den Paraden und anderen militärischen Ereignissen gestaltete die Militärmusik auch das öffentliche Konzertleben, vor allem durch Platzkonzerte in Parkanlagen, die für jedermann zugänglich waren, mit.
aus
aeiou - das kulturinformationssystem des bm:bwk
14.000 Stichwörter und 2000 Abbildungen aus Geschichte, Geographie, Politik und Wirtschaft Österreichs
www.aeiou.at
Burgmusik in Wien
Wiederbelebung einer alten Tradition
Original Hoch- und Deutschmeister - © Gaube, Citype 2009
Diese Veranstaltung hat als Wachablöse eine lange Tradition, die seit dem Ende der Monarchie in Vergessenheit geraten ist. Seit einigen Jahren gibt es den musikalischen Teil dieser Zeremonie wieder und hat sich zu einem Anziehungspunkt für Besucher der Stadt Wien entwickelt.
Original Hoch- und Deutschmeister - © Gaube, Citype 2009 Original Hoch- und Deutschmeister - © Gaube, Citype 2009
Original Hoch- und Deutschmeister - © Gaube, Citype 2009 Original Hoch- und Deutschmeister - © Gaube, Citype 2009
Jeden Samstag - von Ende April bis Mitte Oktober - marschieren die Hoch- und Deutschmeister kurz vor 11 Uhr vom Michaelerplatz den Kohlmarkt auf und ab und ziehen dann in den Burghof ein. Dort spielen Sie ein Platzkonzert in der traditionellen Kreisaufstellung, selbstverständlich bei freiem Eintritt. Kurz vor 12 Uhr marschieren Sie wieder zurück zum Michaelerplatz.
Original Hoch- und Deutschmeister - © Gaube, Citype 2009
Text auszugsweise aus
Musik bei Amazon zum Thema
Deutschmeister
   
DVD bei Amazon zum Thema
Deutschmeister
   
Weitere Ergebnisse zum Thema
Wien / Geschichte
seite weiterempfehlen seite drucken nach oben nach oben