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Donauflottille - Patrouillenboote
Patrouillenboot Niederösterreich - Foto: Bundesheer
Die beiden einzigen Patrouillenboote des Bundesheeres, die "Niederösterreich" und die "Oberst Brecht" wurden 2006 außer Dienst gestellt und dem Marineverband übergeben.
Patrouillenboot "Niederösterreich"
Patrouillenboot Niederösterreich - © Citype, Gaube
Die Niederösterreich wurde 1970 als zweites Boot einer geplanten Flottille des Bundesheeres auf der Donau in Dienst gestellt. Aus budgetären Gründen wurde dieser ursprünglich auf neun Schiffe angelegte Verband jedoch nicht verwirklicht. Die Niederösterreich blieb somit das letzte Boot, das angeschafft wurde. Die Planungen hatte die Firma MAIERFORM S.A. aus Genf in der Schweiz durchgeführt. Gebaut wurde das Boot schließlich in der Korneuburger Schiffswerft.
Patrouillenboot Niederösterreich - © Citype, Gaube
Patrouillenboot Niederösterreich - © Citype, Gaube Patrouillenboot Niederösterreich - © Citype, Gaube
Neben der Oberst Brecht gehörte die Niederösterreich bis 2006 zur Patrouillenbootstaffel des Heeres, die in der Magdeburg-Kaserne in Klosterneuburg stationiert war und den Pionieren unterstand. Im Zuge der Heeresreform 2010 wude diese aufgelöst und die Niederösterreich außer Dienst gestellt. Daraufhin wurde die Maschinenkanone abmontiert und das Boot an das Heeresgeschichtliche Museum übergeben.
Aufgaben
Die Aufgaben der Patrouillenbootstaffel bestanden während des Kalten Krieges hauptsächlich in der Unterstützung der See- und Strompolizei bei der Kontrolle von Schiffen die aus dem Ostblock kamen. Diese Kontrollen wurden vor allem während Manövern des Heeres durchgeführt um Abhöraktionen zu unterbinden.
Patrouillenboot Niederösterreich - © Citype, Gaube
Patrouillenboot Niederösterreich - © Citype, Gaube
Daten
Besatzung: 9 Mann (1 Staffelkommandant, 1 Schiffskommandant,
1 Steuermann, 1 Maschinist, 3 Matrosen,
2 Maschinengehilfen)
Maße u. Gewichte: Länge: 29,67m
Breite: 5,41m
Tiefgang: 1,1m
Einsatzgewicht: 73t
Motorisierung: 2 Diesel-Turbolader, V16 mit je 810PS
Bauartgeschwindigkeit: 41km/h
Bewaffnung: 1 Maschinenkanone MK 66, Kal. 2cm
1 überschweres Maschinengewehr, Kal. 12,7mm
1 Maschinengewehr MG 74, Kal. 7,62mm
1 Panzerabwehrrohr PAR 66, Kal. 8,4 cm
9 Sturmgewehr StG 77, Kal. 5,56mm
8 Werfer für Nebelgranaten, Kal. 8cm
Techn. Ausstattung: militärische FM-Ausstattung
DONAU-Funk
Mobiltelefon
Tageslicht-Fluss-Radar
Echolot
Patrouillenboot "Oberst Brecht"
Patrouillenboot Oberst Brecht - © Citype, Gaube
Die Oberst Brecht (A601) wurde in der Schiffswerft Korneuburg gebaut und am 20. Jänner 1958 vom Stapel gelassen. Am 16. Mai 1958 erfolgte die erste Ausfahrt, ehe sie am 14. Oktober 1958 als erstes Boot einer geplanten, neun Boote umfassenden Donauflottille dem österreichischen Bundesheer übergeben wurde. Aus budgetären Gründen wurde jedoch neben der Oberst Brecht (A601) nur die Niederösterreich (A604) verwirklicht, die beide in der Patrouillenbootstaffel eingesetzt wurden.

Die Oberst Brecht (A601) wurde nach dem am 11. Dezember 1908 geborenen, ersten Pionierinspektor des 2. Bundesheeres, Oberst Friedrich Brecht benannt, der kurz vor Fertigstellung des Schiffes verstarb.

Das erste Bordscharfschießen wurde am 27. September 1973 in der Schlögener Schlinge durchgeführt.
Patrouillenboot Oberst Brecht - © Citype, Gaube
Patrouillenboot Oberst Brecht - © Citype, Gaube Patrouillenboot Oberst Brecht - © Citype, Gaube
Von 2003 bis 2004 wurde die Oberst Brecht (A601) von der Pioniertruppenschule, mit Unterstützung des Amtes für Wehrtechnik, generalüberholt und stark modifiziert, u. a. wurde das Fahrerhaus über die ganze Bootsbreite erweitert, die Fensterflächen stark verringert, der nach hinten geneigte Mast entfernt und ein neuer Tarnanstrich aufgetragen.
Aufgaben
Schifffahrtspolizeiliche Assistenzaufgaben im Verbund mit
Schifffahrtspolizei, Exekutive und Zoll
Katastrophenhilfe
Sicherung und Überwachung der Donau in Krisenzeiten
Durchsetzung österreichischer Interessen, notfalls mit Waffengewalt
Das Boot wurde aber auch zum Drücken von Pontonfähren, als Schleppboot, als Schulungsboot für Motorboot- und Schiffsführerpatentkurse, zur Echolotvermessung von Flussprofilen und ähnlichem eingesetzt.
Daten
Besatzung: 5 Mann (1 Schiffskommandant, 1 Steuermann,
1 Maschinist, 2 Matrosen)
Maße u. Gewichte: Länge: 12,3m
Breite: 2,51m
Tiefgang: 0,75m
Einsatzgewicht: 10t
Motorisierung: 2 Dieselmotoren, 6 Zyl. mit je 145 PS
Bauartgeschwindigkeit: 27 km/h
Bewaffnung: 1 überschweres Maschinengewehr, Kal. 12,7mm
1 Panzerabwehrrohr PAR 66, Kal. 8,4cm
5 Sturmgewehr StG 77, Kal. 5,56mm
2 Werfer für Nebelgranaten, Kal. 8cm
Techn. Ausstattung: militärische FM-Ausstattung
DONAU-Funk
Echolot
Text auszugsweise aus
Österreichs Bundesheer
Informationssystem des Bundesministeriums für Landesverteidigung
www.bundesheer.at
 
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