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ORF-Archiv
Demonstration der Initiative österreichischer Atomkraftgegner gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf am Wiener Ring, 1978
Donnerstagdemos
Die Donnerstagdemos gegen Blau-Schwarz in Wien haben sicherlich
bereits einen Kultstatus erreicht, wurde sie auch als Vorbild für Donnerstagdemonstrationen gegen die Regierung von George W. Bush in New York genommen.
Mit dem Scheitern der Koalitionsverhandlungen von SPÖ und ÖVP Ende Jänner 2000 begann sich Widerstand gegen eine Blau-Schwarze Regierung zu regen. Die täglichen Proteste fanden in wöchentlichen Demonstrationen ihre Fortsetzung.
26.1.2000 Als sich abzeichnet, dass die ÖVP mit der FPÖ koalieren will, finden sich einige hundert Menschen zur ersten Demonstration
gegen Schwarz-Blau zusammen. Die Route führt von der Universität zum Ballhausplatz.
1.2. Die ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse in Wien wird besetzt. Die Polizei schreitet nicht ein. Es kommt zu Kundgebungen vor dem Parlament und in der Lichtenfelsgasse.
2.2. 20.000 bis 30.000 Menschen versammeln sich vor der ÖVP-Zentrale, wo die Besetzung am späten Nachmittag beendet wird. Die Demonstration zieht zum Ballhausplatz. Nach der Schlusskundgebung (organisiert von der Demokratischen Offensive) demonstrieren mehrere tausend Menschen durch die Wiener Innenstadt.
3.2. Wieder versammeln sich Tausende vor der ÖVP-Zentrale, um
danach zum Parlament, auf den Ballhausplatz und zur FPÖ-Zentrale in der Kärntnerstraße zu demonstrieren. Auch die Bühne des Burgtheaters wird "erobert" und dazu aufgerufen, sich an den Protesten zu beteiligen – das Publikum reagiert mit Standing Ovations.
4.2. Am Tag der Regierungsangelobung ist der gesamte Ballhausplatz abgesperrt. Bereits am Vormittag versammeln sich 10.000 Menschen rund um die Polizeigitter, um gegen eine FPÖ-ÖVP Koalition zu
protestieren. Die neuen Regierungsmitglieder gelangen durch unterirdische Geheimgänge zur Angelobung. Ein Teil der Kundegebung zieht zum Sozialministerium, das daraufhin für kurze Zeit besetzt wird. Am Abend kommt es vor der FPÖ-Zentrale in der Kärntner Straße zum Einsatz
von Wasserwerfern und zur gewaltsamen Auflösung der Kundgebung.
9.2. Die Botschaft besorgter Bürgerinnen und Bürger wird am Ballhausplatz errichtet. Sie versteht sich als ständige Vertretung all
jener, die Probleme mit und durch eine Blauschwarze Regierung haben.
19.2 Mit einer Großkundgebung am Wiener Heldenplatz wurde am Samstag, den 19. Februar, ein eindrucksvolles Signal des Protestes gegen die schwarz-blaue Regierung gesetzt. Trotz Regens kamen
zur Schlusskundgebung nach Angaben der Veranstalter an die 300.000 Menschen. Die Polizei sprach von 150.000 Teilnehmern. Der Heldenplatz war jedenfalls übervoll. Prominente Redner aus dem In- und Ausland übten heftige Kritik an der neuen Regierung. Die
Demonstration verlief weitgehend friedlich. "Keinen Schritt zurück", appellierte der französische Filmstar Michel Piccoli. Michel Friedman vom Zentralrat der Juden in Deutschland meinte, dass "unsere Antwort auf Rassismus der Respekt vor jedem Menschen" sei. "Und unsere Antwort auf Nationalismus und
Chauvinismus ist ein demokratisches und freies Europa." Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Ariel Muzicant,
ergänzte: "Es ist ein Skandal, dass Rassismus und Antisemitismus wieder Kavaliersdelikte geworden sind."
Die Großkundgebung war einer der größten Demonstrationen der jüngsten Geschichte in Österreich. Zum ebenfalls von
SOS-Mitmensch am 23. Jänner 1993 veranstalteten "Lichtermeer" gegen das FPÖ-Ausländer-Volksbegehren kamen 250.000 Menschen auf den Heldenplatz
30.9.01 New York/Wien - Am Donnerstag findet in New York City erstmals eine Donnerstagsdemonstration gegen die Politik des US-Präsidenten George W. Bush statt. Um 19 Uhr treffen sich zivilgesellschaftlich organisierte Gruppen im Washington Square Park zu einer Kundgebung und einer anschließenden Demonstration zum Union Square.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gruppe "Thursday Night Bush Bash", deren Mitglieder bewusst den Donnerstag als Demonstrationstag gewählt haben, da sie die traditionellen friedlichen Antiregierungsdemos in Wien als ihr Vorbild sehen.
"Es steht zu viel auf dem Spiel"
Ab sofort soll jeden Donnerstag eine Demonstration stattfinden, so lange, bis sich der politische Kurs signifikant ändert oder Bush nicht mehr Präsident ist. "Es steht zu viel auf dem Spiel, um Bush kampflos weitermachen zu lassen", heißt es auf der Homepage der RegierungsgegnerInnen. Den "Tausenden, wenn nicht Millionen" empörten EinwohnerInnen von New York soll die Möglichkeit geboten werden, Stellung zu beziehen.

(Textauszüge aus derStandart)
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