Dreifaltigkeitskirche in Wien-Mauer von Fritz
Wotruba, 1974-1976
Georgenberg
Das Grundgerüst dieses eigenwilligen Baus, der 1976 fertiggestellt
wurde, besteht aus einer Ballung von gewaltigen Betonquadern
Fritz Wotruba
Wotruba, Fritz, * 23. 4. 1907 Wien, † 28.
8. 1975 ebenda, einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts.
1921-24 Ausbildung zum Graveur, studierte bei A. Hanak an der Akademie
der bildenden Künste in Wien, lebte 1938-45 in Emigration in der Schweiz
und war ab 1945 Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien;
1948 und 1952 österreichischer Vertreter auf der Biennale in Venedig.
Seine menschlichen Figuren standen anfangs in der Tradition des
Realismus (zum Beispiel Denkmal der Arbeit in Donawitz, 1932). Nach 1945
arbeitete er zunehmend in archaisierender Stilisierung mit kubischen
Formelementen, wobei die kantig-blockhafte Grundstruktur des Steins, des
von ihm hauptsächlich verwendeten Materials, entscheidender
Ausdrucksträger wurde (zum Beispiel "Sitzende Figur", 1949, Museum
moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien). Ab den 50er Jahren entstanden
zahlreiche Arbeiten für den öffentlichen Raum (unter anderem
Wagner-Denkmal, 1969, Mainz; "Große liegende Figur", 1971, Rotterdam),
baugebundene Reliefs und Köpfe sowie Arbeiten für das Theater (1948-67
Wien, Salzburger Festspiele, Athen, Berlin) und ein umfangreiches
graphisches Werk. 1974-76 wurde nach seinen Plänen (Entwürfe ab 1967)
die Dreifaltigkeitskirche in Wien-Mauer errichtet ("Wotruba-Kirche").
Wotruba verhalf der österreichischen Plastik nach 1945 durch seine
Arbeiten und durch die langjährige Lehrtätigkeit an der Wiener Akademie
zu internationalem Ruf ("Wotruba-Schule"). Zu seinen Schülern zählten so
bedeutende Bildhauer wie H. Leinfellner, J. Pillhofer, A. Urteil, J.
Avramidis und A. Hrdlicka. Großer Österreichischer Staatspreis 1958,
Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 1971.
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