Heilige drei Könige
6. Jänner
aus www.aeiou.at - Video Album
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Österreich, Land, Leute und Brauchtum
Selenophon Wochenschau
Sternsinger in Wien, um 1935
Segen und Glück bringen
SternsingerInnen - Hilfswerk der Katholischen Jungschar © Kubelka
SternsingerInnen - Hilfswerk der Katholischen Jungschar © Kubelka
In den Raunächten wurde in Häusern und Ställen geräuchert, um Mensch und Tier vor dem Einfluss böser Geister zu schützen. Die finstere Zeit der Wintersonnenwende wurde als bedrohlich und lebensfeindlich erfahren. Der Name der Drei Heiligen Könige sollte die bösen Geister bannen und für das ganze Jahr Segen bringen. C + M + B (plus Jahreszahl, plus Kreuz über dem M) schreiben die SternsingerInnen mit geweihter Kreide an die Tür. Es bedeutet „Christus mansionem benedicat“, übersetzt „Christus segne dieses Haus“. Die drei Kreuze stehen für die Dreifaltigkeit. Seit jeher heißt es, dass jene Felder, über welche SternsingerInnen gehen, doppelte Ernte tragen.
Lebendiges Brauchtum der Gegenwart
SternsingerInnen - Hilfswerk der Katholischen Jungschar © Kubelka
SternsingerInnen - Hilfswerk der Katholischen Jungschar © Kubelka
Das Sternsingen überlebte trotz gesellschaftlicher und politischer Umbrüche und Veränderungen. Der Brauch des Sternsingens ist heute lebendig wie eh und je. Was sich verändert hat, ist die Verwendung der Gelder. Begonnen hat das Engagement der Katholischen Jungschar im Jahre 1955. Der Geschäftsführer der MIVA fragte bei der Jungschar an, ob sie nicht für Verkehrsmittel für Missionare sammeln könnte. Die Spenden reichten damals für drei Motorräder. Der Startschuss war geglückt - die Jungschar hat einen alten Brauch mit neuem Sinn erfüllt: die Verkündigung der Weihnachtsbotschaft in die ganze Welt hinaus zu tragen, lebendiges Brauchtum mit solidarischem Engagement für notleidende Menschen in der „Dritten Welt“ zu verknüpfen.
Seitdem ist die „Hilfe unter gutem Stern“ kontinuierlich gewachsen. Heute können jährlich an die 500 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika finanziell unterstützt und damit 1 Million Menschen direkt erreicht werden.
Text auszugsweise aus
C + M + B
Sternsingen:
weit verbreiteter Heischebrauch rund um den Dreikönigstag (6. Jänner, Epiphania Domini, alter Jahresbeginn). Kinder oder Jugendliche vazieren in der Verkleidung der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar durch ihre Gemeinden, singen und sammeln Geld für karitative Zwecke.
SternsingerInnen © Katholische Jungschar Salzburg
SternsingerInnen © Katholische Jungschar Salzburg
Sonja war kurz im Lande, wieder einmal, um eine Ausstellung über die Arbeit in Guatemala vorzubereiten. Jetzt ist sie schon wieder drüben als Koordinatorin der österreichischen Guatemala-Initiative. Mit bis zu einem halben Dutzend Mitarbeitern greift Sonja den seit Jahrhunderten unterdrückten Indianern des kleinen zentralamerikanischen Landes unter die Arme. Infrastruktur-Assistenz wird den über zwanzig Indigena-Völkern Guatemalas ebenso geleistet wie Prozessbegleitung in jenen Verfahren, die die Opfer der Militärdiktaturen der 1970er und 1980er Jahre gegen ihre Peiniger anstrengen.

Die Initiative existiert seit bald einem Jahrzehnt; was allerdings ihre Zukunft angeht, hat Sonja Sorgen: Bis zu vier Zivildiener des österreichischen Innenministeriums arbeiteten bis dato gleichzeitig in Guatemala, geht es nach den Plänen der Regierung, wird es diese bald nicht mehr geben. Ein mühevoll aufgebautes System ist in Gefahr. Dass Sonja selbst noch vor Ort bleiben kann, dankt sie einer der liebenswertesten österreichischen Schnorr-Traditionen: der Dreikönigsaktion.

Die Bibelforschung verbringt viel Zeit damit, die Identität der sagenhaften Heiligen Drei Könige zu klären. Könige waren es wohl kaum, die Bezeichnung „Weise aus dem Morgenland“ kommt den Krippenbesuchern sicherlich näher, möglicherweise waren es auch ganz einfach fahrende Kaufleute, die in den Wirren der judäischen Volkszählung im Jahre Null ebenso kein Quartier fanden wie der Nazarener Zimmermann Josef mit seiner sich eben in Vergrößerung befindlichen Familie.

Aber die Legende von den reisenden Aristokraten, die von einem Kometen direkt an das Strohlager des neugeborenen Messias geführt wurden, ist eines der glamourösesten Details der Christnachtgeschichte. Tausende Kinder und Jugendliche, die seit Jahrzehnten von der katholischen Jungschar koordiniert, um den 6. Jänner in die Häuser und Wohnungen singen kommen und die berühmte Dreikönigs-Chiffre mit weißer Kreide auf die Türstöcke schreiben, füttern mit ihren Spenden eine Schar von Initiativen, die denjenigen von „Licht ins Dunkel“ kaum nachstehen.

Auch Sonja kann, wenn alles gut geht, wieder ein Jahr lang ihre Arbeit in Guatemala-Ciudad machen. Auf jeden Fall im Sinne von Caspar, Melchior und Balthasar, die, wenn schon keine Könige, eines ganz sicher waren – Reisende und also Kosmopoliten.
Textauszug aus
Molden, Ernst
Christbaum kaufen, baden gehen
Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30704-2
mit freundlicher Genehmigung
Franz Deuticke Verlagsges.m.b.H.
www.deuticke.at
"Heiligen drei Könige"
Die "Heiligen drei Könige" waren die Weisen aus dem Morgenland, von denen das Matthäusevangelium berichtet: "Und sahen das Kindlein, warfen sich nieder, huldigten ihm, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gold und Weihrauch und Myrrhe" (Matthäusevangelium 2, 11).
Heiligen drei Könige © steschum - Fotolia.com
Zug der drei Weisen ins Morgenland - Kirchenfenster
An diese Textstellen schlossen sich schon früh Ausdeutungen an; die Zahl der Weisen war zunächst noch nicht auf drei festgelegt. Der Ausdruck "Könige" wurde dann im 3. Jahrhundert von Tertullian und anderen Kirchenschriftstellern gebraucht. Ihre heutigen Namen tauchten erstmals im 6. Jahrhundert auf und wurden im 9. Jahrhundert volkstümlich. Als Sterndeuter, Philosophen und Zauberer sucht sie die Legende Aurea zu erklären. Zahlreiche Legenden und Kommentare erzählen das von Wundern erfüllte Leben der drei Weisen, ehe ihnen der Stern erschien, sie die Reise nach Jerusalem unternahmen, vor Herodes standen und, nach der Verehrung des Kindes und durch einen Engel im Traumgesicht gewarnt, einen anderen Rückweg in die Heimat einschlugen.

Aus frühchristlichen Quellen stammt die Erzählung von ihrer Taufe durch den Apostel Thomas und von ihrer Bischofswürde, von einem gemeinsamen Weihnachtsfest im Jahr 54 und ihrem unmittelbar darauf folgenden Tod, vom Auffinden ihrer Gebeine und deren Überführung nach Konstantinopel durch Kaiserin Helena.
Sternsinger - Ludwig Richter
Sternsinger
Illustration: Ludwig Richter, 1803 - 1884
Aus der Zahl der Gaben Myrre, Gold und Weihrauch schloss man im 3. Jahrhundert auf die Dreizahl der Magier. Ab dem 6. Jahrhundert bekamen sie ihre Namen, zunächst "Thaddadia, Melchior und Balytora". Seit dem 8. Jahrhundert heißen sie "Caspar, Melchior und Balthasar", zugleich wurden sie in den Stand der Könige erhoben. Verschieden wurden im Schrifttum des Mittelalters die Namen und Geschenke gedeutet. Im Malerbuch vom Berg Athos ist die Folge Caspar, Melchior, Balthasar festgelegt. Die Geschenke sind am verständlichsten in den "Gesta Romanorum" gedeutet: Das Gold bezeichnet den einem König gebührenden Weisheitsschatz, der Weihrauch das ergebungsvolle Opfer und Gebet, die Myrrhe die reinhaltende Kraft der Selbstbeherrschung. Außer der Unterscheidung in drei Lebensalter, die sich im 12. Jahrhundert einbürgerte, trat um 1300 der jüngste als Mohr auf. Die drei Könige wurden als Vertreter der damals bekannten drei Weltteile Asien, Europa und Afrika angesprochen, auch zurückgeführt auf die drei Söhne Noahs.

Angebliche Reliquien der drei Weisen aus dem Morgenland wurden ursprünglich in Mailand aufbewahrt, nach der Unterwerfung Mailands brachte der Kanzler Barbarossas die Reliquien als Geschenk nach Köln, wo seither das Fest dieser Überführung am 23. Juli 1164 gefeiert wird. Wegen ihrer Reise zum neugeborenen Jesuskind wurden sie zu Patronen der Reisenden und Pilger, besonders auch als Patrone für die "letzte Reise", den Tod. Die Namen vieler Gaststätten haben hier ihre Wurzel: "Stern", "Drei Kronen", "Mohr" u.a.

Ab dem 6. Jht. bekamen sie ihre Namen: "Thaddadia, Melchior, Balytora".
Ab dem 8. Jht. hießen sie, das bis heute: "Caspar, Melchior; Balthasar". Zugleich wurden sie in den Stand der Könige erhoben.
Seit dem 12. Jhdt. machte man aus 1 König einen schwarzhäutig. Die Legende sagt, dass ihre Gebeine von der hl. Helena nach Konstantinopel gebracht wurden. Von dort kamen sie nach Mailand. 1164 übersiedelten sie nach Köln, wo diese im "Dreikönigsschrein" ihre Ruhe fanden.

Schon um 378 wurden Wechselgesänge zwischen Maria und den Magiern bezeugt. Dreikönigsspiele waren bis in die Neuzeit beliebt. Noch heute weit verbreitet ist in der katholischen Kirche der Brauch der von Haus zu Haus ziehenden Sternsinger, die um eine Gabe bitten und das Haus segnen, wobei die jeweilige Jahreszahl und die Initialen C + M + B an die Haustür geschrieben werden. Das Sternsingen wurde im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich vermerkt und war bald schon sehr verbreitet. Zunächst wurde ein Kreuz auf die Türen gemalt, daraus entwickelten sich der Haussegen "C + M + B", "Christus Mansionem Benedicat", "Christus segne das Haus", welcher das Böse abhalten soll.
Dreikönigstag anderswo...
In Russland und einigen GUS-Staaten wird an diesem Tag das Weihnachtsfest gefeiert! Da in diesen Staaten noch nach dem Julianischen Kalender gerechnet wird. Dort tritt an die Stelle des Christkinds oder Weihnachtsmanns das "Väterchen Frost" unterstützt vom "Snegorotschka", dem Schneeflöckchen.
Text auszugsweise aus
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