22. Oktober 1996 - Kraftwerk Freudenau
Es herrschte extremes Hochwasser. Das Kraftwerk war noch in Bau. Schleuse und Wehrfelder
waren durch eine Insel getrennt. Der Wasserstand beim Pegel Korneuburg hatte die
Gefahrenmarke nicht überschritten.
Die "Liptov" wurde von der Strömung mitgerissen und der Schubverband
kollidierte mit einer kleinen Insel, die die Wehrfelder von der Schleuse trennte. Die
Seile, die den Schubkahn mit dem Schiff verbanden, wurden zerfetzt. Die Mannschaft konnte
den Schubkahn aber bei der Schleuse befestigen, während die "Liptov" aus der
Gefahrenzone steuerte.
10 Minuten danach kam die "Dumbier". Der Kapitän schaffte
es nicht, die Schleuse zu erreichen, sondern wurde in die Wehrfelder
getrieben, gegen die Wehranlage gedrückt und zerstört. Von neun Besatzungsmitgliedern
überlebt ein einziges. Ein Bauarbeiter half dem Schwerverletzten,
sich auf das Kraftwerksgelände zu retten. Erst ein halbes Jahr später
ist es schließlich gelungen, das Wrack zu bergen.
Die Reederei behauptet, die Schifffahrt hätte aufgrund der Strömungsgeschwindigkeit
längst eingestellt werden müssen.