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| Palais „Equitable“ |
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Bild: Die Granit-Fassade des
„Palais Equitable“. Der Sockel aus tschechischem
„Hornblende-Granit“ (Granodiorit), Oberbau: rötlicher Granit aus
Niederösterreich, Pilaster und Säulen: „Rotschwedischer Granit“.
© Verlag Christian Brandstätter - Alice Schumacher |
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„Stock-im-Eisen-Platz 3“: (Ecke
Seilergasse/Kärntner Straße): Architekt: Andreas Streit (1890-91). Das
Gebäude wurde für eine New Yorker Versicherungsgesellschaft
(„Equitable“) errichtet – eine Erklärung für die US-Adler (Bronze) auf
dem Dach. An der Ecke zur Kärntner Straße befindet sich der berühmte
„Stock im Eisen“.
Das Palais „Equitable“ ist das einzige Gebäude in Wien mit einer
massiven Granitfassade in Verblendmauertechnik. Sockel und Portal
bestehen aus Granodiorit, dem sogenannten „Cistec Granit“, von
Petersburg-Jeschitz bei Pilsen, die verbleibenden Fassadenteile aus
Granit von Limberg bei Maissau in Niederösterreich. Der grau-rosa
„Maissauer Granit“ ist feinkörniger und plagioklasreich. Er stammt aus
dem Moravikum, einem der ältesten Anteile der Böhmischen Masse in
Österreich (Ordovizium, ca. 450 Millionen Jahre).
Der dunkle Streifen unter dem Gesimse zum 1. Stock und der
Portal-Oberbau bestehen aus Südtiroler „Pechsteinporphyr“ von
Kastelruth. Dieser dunkle Rhyolith (Quarzporphyr), der zum Teil aus
schwarz glänzendem Obsidian (vulkanisches Glas) besteht, gehört zum
„Bronzener Quarzporphyr“, der seine Entstehung gewaltigen vulkanischen
Eruptionen im Perm (vor 280 Millionen Jahren) verdankt. Der
kieselsäurereiche Rhyolith entspricht in seiner chemischen
Zusammensetzung dem plutonischen Granit. Die massiven Säulen und
Pilaster im 2. und 3. Stockwerk sind aus einem roten grobkörnigen Granit
(vermutlich „Rotschwedischer Granit“).
Die Wandverkleidung im Vorraum und Vestibül bestehen aus Carrara Marmor
(„Pavonazetto“), rotem Adneter Kalk, hellem „Untersberger Marmor“,
diversen bunten Kalk-Konglomeraten und Brekzien. Die Pilaster sind aus
sattgrünem Serpentinit. Im Fußboden sind rote Adneter Kalke, heller
„Untersberger“, rotviolette Kalkbrekzie, gelber „Giallo di Siena“ sowie
Serpentinit kunstvoll verlegt.
Die Wände im Stiegenhaus sind wieder großflächig mit dunkel geädertem,
weißem Carrara Marmor vom Typ „Pavonazetto“ belegt. Für Pilaster wie
auch für Tür- und Fenstergewände wurde der helle „Untersberger Marmor“
(„Forellenmarmor“) eingesetzt. Ebenso auch für Balustraden, samt heller
Korallenkalk-Brekzie für deren Baluster. Die Stiegen und die diversen
Podest- und Zwischenpodestflächen bestehen aus Sterzinger Marmor.
Achtunddreißig monolithische, tragende Natursteinsäulen schmücken den
Stiegenaufgang. Vier davon sind aus grüner Serpentinitbrekzie
(Parterre), zwei weitere im obersten Geschoß aus heller, fossilreicher,
grobblockiger Korallenkalk-Brekzie. Für die restlichen 32 Stück sind
verschiedene Granitsorten verwendet worden: „Rotschwedischer“ Granit,
der grün-rötliche Epidotgranit („Granite Rouge Antique“) aus Korsika
(Frankreich), der grobkörnige „Rosengranit“ aus Reichenberg (Tschechien)
und der graue Granit von Dornach (Oberösterreich).
Die Besichtigung des Vestibüls und des Innenhofes ist empfehlenswert,
aber nur an Werktagen möglich. |
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Bild: Der Sockel des „Stock
im Eisen“ ist aus tschechischem „Hornblende-Granit“
(Granodiorit). Für die moderne Umrahmung auf dem Fußboden wurde
der dunkelgrüne südafrikanische Pyroxen-Granit „Verde Fontaine“
und der feinkörnige, dunkelrote schwedische Alkaligranit
„Tranas“ verwendet. Hauptfläche der Straße: graue
oberösterreichische Granitplatten.
© Verlag Christian Brandstätter - Alice Schumacher |
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Bild: Vestibül im „Palais
Equitable“ mit einem Ausschnitt aus den Naturstein-Intarsien auf
dem Fußboden: rote Adneter Kalke, heller „Untersberger Marmor“,
rotviolette Kalkbrekzie, gelber Kalk „Giallo di Siena“ sowie
Serpentinit.
© Verlag Christian Brandstätter - Alice Schumacher |
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| auszugsweise aus |
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Robert Seemann
Herbert Summesberger
Wiener Steinwanderwege |
Die Geologie der Großstadt
Mit Photos von Alice Schumacher
Verlag Christian Brandstätter, Wien-München |
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mit freundlicher Genehmigung |
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| Christian Brandstätter
Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen
und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
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