die Zeit zwischen Dreikönig und dem Beginn der
Fastenzeit
Früher hieß es, "wer an Fastnacht nicht isst und trinkt, bis ihm der kleine
Finger steht, der wird das ganze Jahr nicht satt oder froh". Vor der Zeit der
Besinnung und des genügsamen Lebens wurde alles aufgeboten, was Speisekammer und Keller
zu bieten hatten. Auch heute wird zur närrischen Zeit geschlemmt und feucht fröhlich
gefeiert. Krapfen dürfen bei keinem österreichischen Faschingsbuffet fehlen.
Fasching, in Westösterreich Fas(t)nacht, die Zeit zwischen Dreikönig
und dem Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch. Musik, Tanz, Maskentreiben und -umzüge,
Narrenfreiheit, Geschlechtertausch, Rügegerichte, "verkehrte Welt" und eine
allgemeine Lebensfreude bestimmen den Fasching, der in der letzten Woche, beginnend mit
dem "foasten" oder "unsinnigen" Donnerstag, seinem Höhepunkt
zustrebt, den er in den "3 heiligen Faschingstagen" (Sonntag bis Dienstag vor
dem Aschermittwoch) erreicht. Der Faschingsbrauch enthält Elemente alter bäuerlicher
Kultur, höfischer Kostümfeste und spätmittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher
Narrenfeste der Handwerker und Zünfte.
Schemenlauf in Imst, Tiroler Fasnachtsumzug, Hexensabbat, um 1934
Trotz der Tendenz zur Vereinheitlichung in den letzten Jahren,
beeinflusst durch die Formen des rheinischen Karnevals (Faschingsgilden, Prinzenpaare,
Umzüge und Sitzungen mit kabarettartigen Darbietungen) und des "Villacher
Fasching", finden sich in Österreich noch regionale Sonderformen, wie das
Blochziehen im südöstlichen Österreich, das Faschingsrennen und Bärenjagen im
steirischen Murtal, der Ebenseer "Fetzenfasching", der Ausseer Fasching mit den
charakteristischen Maskentypen "Pless", "Trommelweiber" und
"Flinserl", der Fasching der Vereinigten in Tamsweg oder der mit einem Tanzfest
sowie scherzhaften Rügen verbundene Rudenkirtag in Sierning bei Steyr. Populär sind die
in einem Abstand von mehreren Jahren stattfindenden großen Umzüge der Tiroler Fasnacht,
benannt nach typischen (aber keineswegs allein auftretenden) Maskengruppen; dazu zählen
"Schleicherlaufen" in Telfs, "Schemenlaufen" in Imst,
"Schellerlaufen" in Nassereith, "Muller-" bzw.
"Huttlerlaufen" in Thaur und "Wampelerreiten" in Axams. Der
städtische und besonders der Wiener Fasching sind vor allem durch Ballveranstaltungen
geprägt.
Den Abschluss findet der Fasching fallweise mit einem spontanen oder organisierten
"Faschingsbegraben" (eines "Stellvertreters"), einem
"Faschingsverbrennen" (Strohpuppe) oder einer "Geldbeutelwäsche" am
Aschermittwoch. In Teilen von Tirol und Vorarlberg wird der Fasching erst am
"Funkensonntag" (1. Sonntag in der Fastenzeit, auch "Holepfannsonntag"
oder "Scheibensonntag" genannt) beendet, wobei Holzstöße entzündet, eine
Puppe ("Hex") verbrannt und brennende Holzscheiben mit Stangen talwärts
geschleudert werden (Scheibenschlagen).
Textauszug aus
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