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| Die Fillgraderstiege |
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Landesbildstelle Wien |
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Die Fillgraderstiege im 6. Bezirk stellt
eine Verbindung zwischen Fillgradergasse und Theobaldgasse her. Sie ist
eine im secessionistischen Stil gehaltene Stiegenanlage zwischen den
Häusern 6., Fillgradergasse 8 und 6., Fillgradergasse 10. Die Stiege
überwindet den Niveauunterschied zwischen Wienfluss und Mariahilfer
Straße teilweise. Sie wurde in den Jahren 1905 bis 1907 erbaut und prägt
in ihrer Anlage die gesamte Umgebung. Die Materialien Stein und
Gusseisen wurden zu einem bis ins Detail gehenden Gesamtkonzept vereint.
1981 musste eine Seite der Anlage wegen aufgetretener Bauschäden
gesperrt werden. 1982 bis1984 erfolgte die Sanierung. Die Steinteile
wurden zum Teil ausgebaut, die Tragkonstruktion in Stahlbetonbauweise
erneuert. Die restaurierten Granitteile wurden wieder eingesetzt, eine
Entwässerungsanlage wurde eingebaut. Die Jugendstil-Gitteranlagen mit
Geländern, Fenstern und Türen wurden erneuert beziehungsweise
restauriert. 1984 bis 1985 wurde ein Stehcafé mit Gemäldegalerie in die
bisher funktionslosen Stiegeninnenräume eingebaut. Café und Galerie
wurden am 1. August 1985 eröffnet. |
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aus |
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| Websercice der Stadt Wien |
| wien.at vereinigt umfangreiche
Informationen und Dienste zu allen Lebensbereichen der Stadt
Wien sowie zahlreiche weitere Services |
| www.wien.gv.at |
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| Die Fillgraderstiege
bzw. Fillgradergasse wurde nach der Glockengießerwitwe und
Stifterin Maria Anna Fillgrader (+1831) benannt |
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wien-vienna.at in |
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Inside |
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Mariahilferstrasse.at
Ausgabe 15
Mai / Juni 2006 |
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Zeitzeugen
Alltägliches wie Straßennamen, Gebäudereste,Wappentafeln
aber auch Zitate und Anekdoten können uns
Spannendes erzählen. |
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Straßennamen
Im letzten Mariahilferstrasse INSIDE haben wir die Frage
gestellt, was die Kremser Straße, die Bayerische Landstraße,
die Laimgrubner Hauptstraße, die Mariahilfer Grund Straße,
die Fünfhauser Hauptstraße, die Penzinger Poststraße und die
Schönbrunner Straße gemeinsam haben. Vielleicht werden Sie
etwas verwundert sein, wenn Sie nun erfahren, daß alle diese
Namen alte und älteste Bezeichnungen für unsere heutige
Mariahilfer Straße waren. Im Laufe der Jahrhunderte haben
sich die verschiedenen wirtschaftlichen, politischen und
sozialen Schwerpunkte des wachsenden Wien verschoben. Nicht
nur die verwalteten Gebiete änderten ihre Struktur, sondern
auch die Anforderungen an eine Verbindungsstraße, wie es die
Mariahilfer Straße seit jeher gewesen ist. Daher erklären
sich die vielen Bezeichnungen, die sie nacheinander erhalten
hatte. Dieser zu den bekanntesten Straßenzügen Wiens
zählende alte Verbindungsweg verläuft im Bereich des
heutigen 6., 7., 14. und 15. Wiener Gemeindebezirkes.
Stadtarchäologie - Römerzeit
Beim Grundausheben eines Neubaues an der Stelle Mariahilfer
Straße 50/ Ecke Kirchengasse am 24. Juli 1914 erlebte man
eine Überraschung: Man stieß einen Meter unter dem
Straßenniveau auf ein 11 Meter breites Straßenband aus
Mörtelguß mit eingebettetem Flußschotter. Eine alte,
offenbar bedeutende Römerstraße war gefunden worden.
Wahrscheinlich führte dieser Verbindungsweg zum Südtor (porta
decumana) des Römerlagers Vindobona im heutigen 1. Bezirk
gelegen. Das würde bedeuten, daß vor fast 2.000 Jahren
Menschen zumindest Teile der heutigen Mariahilfer Straße
bereits als Verbindungsweg nutzten. Über weitere Funde aus
der Römerzeit wird in folgenden Beiträgen noch berichtet.
Weinbau
Im Mittelalter hatte sich zwischen der Mariahilfer Straße
und der Gumpendorfer Straße ein ausgedehntes Weinbaugebiet
befunden. Der dort angebaute und gekelterte Wein wurde 1495
in die Weinordnung für Herrenweine aufgenommen und erzielte
hohe Preise. Dieser Wein war vor allem deshalb so
qualitätsvoll, weil er auf dem Steilabfall des Geländes
zwischen den beiden Straßenzügen optimale Bedingungen fand
(Südhang). Während die Mariahilfer Straße einem Kammzug
folgt, befindet sich die Gumpendorfer Straße an tiefer
liegendem Terrain. Noch heute kann man die hohen
Geländeunterschiede erkennen (Schauen Sie doch einmal in die
Stiegengasse!). Eine Reihe von Stiegenanlagen nahe der
Mariahilfer Straße - darunter die viertschönste Stiege
Europas - zeugt noch heute von dieser topographischen
Besonderheit.
Aussprüche und Wortherkunft
Aus der Zeit um Maria Theresia stammen zwei auch heute noch
sehr bekannte Wörter, wenngleich sie eine andere Bedeutung
gewonnen haben. Vor 250 Jahren entwickelten sich die
industriereichen und gewerbestarken, an die Mariahilfer
Straße angrenzenden Vorstädte Neubau und Schottenfeld
(„Brillantengrund“). Auch das Gemeinwesen um die
Wallfahrtskirche in Mariahilf (heute Mariahilfer Kirche)
begann zu blühen. Außerdem war die Mariahilfer Straße zur
bedeutenden Reichspoststraße von Wien nach Linz geworden.
Damals wickelte sich der Fernverkehr zu Lande hauptsächlich
über Kutschen ab. Dabei war der Brauch entstanden, daß die
Fahrgäste den Kutschern Geld gaben, damit diese sich in den
Einkehrgasthöfen erfrischen konnten, oder die Reisenden
stellten mit ihren Geldbeträgen an die Kutscher sicher, daß
genug Wagenschmiere für die Wagenräder während der Fahrt zur
Verfügung stand. Nun wird augenzwinkernd erzählt, daß es
sich bei eiligen Reisenden eingebürgert hatte, diese Gelder
an den Fahrer merklich zu erhöhen, um ihn zu einer rascheren
Fahrt „motivieren“ zu können. Heute hat sich die Bedeutung
solcher Gelder verselbständigt und sie sind allseits bekannt
unter den Bezeichnungen: Trinkgeld und Schmiergeld...
Es gibt vielfältige Zusammenhänge zwischen Geschichte,
Geschichten und den sichtbaren Zeugen vergangener Zeiten. In
den folgenden Beiträgen werden wir nun versuchen, Ihnen
diese Zusammenhänge von der Urzeit bis in die Gegenwart am
Beispiel der Mariahilfer Straße erkennbar zu machen.
Machen Sie sich mit uns auf den Weg! |
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Ihre Autoren: Ilse
Glöckler, Historikerin mit Schwergewicht auf
Österreichischer und Wiener Geschichte; konzessionierte
Fremdenführerin.
Georg Maria Katzlinger, Militärhistorischer Autodidakt;
Ausbildung zum Seminarleiter; Kustos
Beide Autoren bilden das Team von WienerWege, das mit
Vorträgen, Seminaren und Führungen in und um Wien der
politischen, sozialen und kulturellen Geschichte der Stadt
und ihres Umlandes nachspürt.

Ausgewählte Quellen:
Ernest Blaschek (Herausgeber): Wiener Heimatbücher -
Mariahilf einst und
jetzt. - Wien, Leipzig: Verlag Gerlach & Wiedling 1926.

http://www.wien-vienna.at/mariahilfer.htm

Mariahilf - Das Buch zum Bezirk. Geschichte und Gegenwart.
Kulturbezirk Mariahilf. Sozialbezirk Mariahilf. - Wien:
Uhudla Edition 2003. |
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| auszugsweise aus
www.mariahilferstrasse.at |
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