franz1.jpg (3607 Byte) Franzosenkriege
Wien 1805
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Nachdem Österreich mit Schweden dem Bündnis mit Russland und Großbritannien am 9. August 1805 beigetreten ist, beginnt auch für Österreich der 3. Koalitionskrieg. Frankreich erklärt am 23. September 1805 Österreich den Krieg.
Napoleon mit seinem Generalstab vor Schloß Schönbrunn.
Zeitgenössisches Aquarell
Der Österreichische Befehlshaber General Mack wurde am 20. Oktober mit einem Heer von 23 000 Mann bei Ulm zur Kapitulation gezwungen. Am 28. Oktober rief Kaiser Franz in einer Proklamation an sein Volk zum Widerstand auf. In Wien beginnen im November die Vorbereitungen auf eine Besetzung der Stadt durch
Französische Truppen. Die Franzosen marschierten am 13. November In Wien ein und bemächtigen sich kampflos der Taborbrücke (links), die entgegen dem Befehl nicht abgebrannt worden war. Die Besetzung erfolgte ohne Widerstand und
 die Franzosen wurden geradezu neugierig von der Bevölkerung begrüßt. Napoleon zog in Wien am 14. November 1805 in Wien ein und bezog in Schönbrunn Quartier. Drei Wochen später besiegten die Armeen Napoleons am 2. Dezember bei Austerlitz die vereinten Armeen von Österreich und Russland. die Russen zogen sich zurück und Österreich musste im Friedensvertrag von Preßburg drückende Friedensverhältnisse akzeptieren. In Wien wird am 8. Dezember der Waffenstillstand in beiden Sprachen veröffentlicht. Auf Grund des akuten Fleischmangels und der Hungersnot drohte Napoleon am 18. Dezember mit einer Verfassungsänderung, wenn nicht der von Erzherzog Karl blockierte Lebensmittelverkehr mit Ungarn wieder aufgenommen würde. Bei seinem Abschied von Wien drückt Napoleon die Wertschätzung gegenüber den   Wienern aus und überließ ihnen wieder das unbeschädigte Waffen-Arsenal. Während der Besatzung ließ er, für die damalige Zeit äußerst ungewöhnlich, 10.000 Männer der Wiener Nationalgarde bewaffnet und angesichts der von Erzherzog Karl bewusst verursachten Hungersnot wussten viele Wiener nicht wer der Feind war.
Das besetzte Wien
Zwei Monate lang bleibt Wien besetzt. Kontributionssteuern, Einquartierung und Verpflegung der Truppen, Teuerung, Hungersnot und Krankheiten sind die Folgen für die Wiener. Nach der Dreikaiserschlacht von Austerlitz (2.Dezember 1805) treffen auch noch unzählige Verwundete in der Stadt ein. Doch werden, trotz Armut und Raumnot, Freund und Feind gleichermaßen versorgt. Karoline Pichler erinnert sich an ihre Einquartierung: „Sie benahmen sich artig, der Major sogar mit Feinheit… Beim Nachtessen erscheinen die beiden Offiziere, ein nicht unangenehmes, recht lebhaftes Gespräch entspann sich.“ Im kulturellen Bereich kommt es, verglichen mit den gewohnten Zensurbestimmungen, zu merklichen Freizügigkeiten. Napoleon selbst zeigte „eine unerklärliche Scheu vor Wien, das er nur bei Nacht und im Incognito, oder im blitzartigen Durchritt, von zahlreicher Bedeckung begleitet, besuchte“ (Moritz Bermann). Am 8.Dezember wird in Wien der Waffenstillstand in beiderlei Sprachen öffentlich bekannt gemacht. Die Hungersnot spitzt sich zu, da Erzherzog Karl die Lebensmittelzufuhr aus Ungarn abschneidet. Napoleon reagiert auf die Aushungerung der Stadt mit der Drohung einer Veränderung der Stadtverfassung. Die kriegsmüde Bevölkerung macht sich in Aufläufen gegen die Besatzer Luft. Am 28.Dezember wird der Preßburger Frieden verkündet. Am selben Tag verabschiedet sich Napoleon mit einer Proklamation von den Wienern, denen er für ihr „gutes Betragen“ dankt. „Zehntausend Mann von Eurer Nationalgarde sind unter Waffen geblieben und haben Eure Thore bewacht. Euer Arsenal wurde vollständig in Eurer Gewalt gelassen… Ihr habt mein Zutrauen gerechtfertigt!“
Text auszugsweise aus
Stadtchronik Wien
Dr. Christian Brandstätter, Dr. Günter Treffer
2000 Jahre in Daten, Dokumenten und Bildern
Von den Anfängen bis zur Gegenwart
mit freundlicher Genehmigung
Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen
www.brandstaetter-verlag.at
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