Vitamine zählen zu den gesündesten Lebensbausteinen, die
uns unsere Nahrung bieten kann. Mit Fruchtsäften tut man deshalb effektiv etwas für das
eigene Wohlbefinden. Fruchtsäfte verfügen über große Mengen an wertvollen
Mineralstoffen und Vitaminen, zum Beispiel das für den Stoffwechsel wichtige Kalium und
vor allem natürliches Vitamin C. Die in Fruchtsäften enthaltenen Kohlenhydrate werden im
Übrigen vom Körper besonders rasch aufgenommen und geben einen genussvollen,
natürlichen Energieschub.
Zur Herstellung von Fruchtsaft wird das Obst entweder durch
Pressen oder durch Extraktion entsaftet. Anschließend wird der Saft entweder gleich
abgefüllt (Direktsaft) oder zunächst konzentriert und später mit Wasser rückverdünnt.
Bei Direktsäften bleibt das typische Aroma der jeweiligen Frucht besser erhalten; die
meisten Fruchtsäfte (v. a. Orangen- und Grapefruitsaft) werden jedoch aus Konzentraten
hergestellt, da diese haltbarer sind und sich aufgrund des geringeren Volumens
preisgünstiger lagern und transportieren lassen. Solche Säfte müssen den Vermerk »aus
Fruchtsaftkonzentrat« tragen.
Um die Haltbarkeit zu erhöhen, werden die Rohsäfte kurz vor dem Abfüllen für einige
Sekunden auf Temperaturen bis ca. 85 °C erhitzt und anschließend gleich wieder
abgekühlt. Dadurch wird die Keimzahl (d. h. die Anzahl an Mikroorganismen) ausreichend
reduziert, Aroma und hitzeempfindliche Vitamine bleiben aber weitgehend erhalten. Nach der
Hitzebehandlung werden die Getränke in Glasflaschen oder Kartons abgefüllt und auf den
Markt gebracht.
Arten und Inhaltsstoffe:
Fruchtsäfte können aus einer Fruchtart (z. B. Apfelsaft, Orangensaft) oder aus einer
Mischung verschiedener Früchte hergestellt werden. Der Gesundheitswert von Fruchtsäften
beruht v. a. auf dem Mineralstoff- und Vitamingehalt. Sie enthalten viel Kalium und
Magnesium sowie sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Betakarotin), Vitamin C und B-Vitamine
(v. a. Niacin). Einen hohen Vitamin-C-Gehalt haben v. a. Säfte aus Apfelsinen,
Grapefruits, Johannisbeeren, Weintrauben und Holunderbeeren. Der Vitamin-C-Gehalt nimmt
jedoch bei längerer Lagerung temperaturabhängig ab (je höher die Lagertemperatur, desto
größer der Vitaminverlust). Durch längere Lagerung kommt es außerdem zu
Aromaeinbußen. Daher sollten Fruchtsäfte kühl und lichtgeschützt aufbewahrt und nicht
zu lange gelagert werden. Der Ballaststoffgehalt von Fruchtsäften ist gering. Kern- und
Steinobstsäfte besitzen einen natürlichen Gehalt an dem Zuckeralkohol Sorbit (0,5-3 %).
Hinsichtlich ihres Gesundheitswerts sind Fruchtsäfte den Fruchtnektaren und
Fruchtsaftgetränken vorzuziehen, da sie einen höheren Gehalt an Fruchtsaft und somit
auch an Vitaminen und Mineralstoffen haben. Negativ zu bewerten ist allerdings der hohe
Zuckergehalt vieler Säfte. Apfelsaft enthält z. B. 111 g Zucker pro Liter,
Grapefruitsaft 101 g Zucker pro Liter, Orangensaft 90 g Zucker pro Liter und Traubensaft
166 g Zucker pro Liter.
Vitaminisierte Fruchtsäfte sind so angereichert, dass eine Portion bzw. 100 ml Saft
mindestens 15% der empfohlenen Tageszufuhr an den deklarierten Vitaminen abdecken. Bei
Multivitaminsaft handelt es sich um eine mit verschiedenen Vitaminen angereicherte
Mischung aus Saft und Mark verschiedener Früchte; das kräftige, fruchtige Aroma ist auf
die Mitverwendung von Südfrüchten (z. B. Passionsfrucht, Mango, Papaya)
zurückzuführen.
Schadstoffe:
Fruchtsäfte enthalten nur selten Schadstoffe wie Rückstände von Pestiziden oder
Schwermetallen. Zitrusfrüchte, deren Schale mit Oberflächenbehandlungs- und
Überzugsmitteln behandelt wurden, dürfen nicht zu Saft verarbeitet werden. Da Obst kaum
Nitrat enthält, ist auch der Nitratgehalt in Fruchtsäften entsprechend gering.