Gewürze

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Die vielleicht beste deutschsprachige Website über Kräuter und Gewürze, mit einer großen Rezeptauswahl und Informationen wie Geschichte, Ernte, Pflege der jeweiligen Kräuter und Gewürze.
Die nachstehenden Auszüge stammen vorwiegend aus dieser Website und wurden uns freundlicherweise von
Gerd Richter / Nature-Flash gestattet. (www.wuerzkraut.de)

Die Verwendung von Gewürzen dürfte so alt sein wie das Kochen. Bereits in den Überresten der Pfahlbauten konnte Kümmel nachgewiesen werden. Viele der Kräuter und Gewürze waren und sind gleichzeitig Heilmittel. Gewürze bildeten ein sehr begehrtes Handelsgut und machten Städte reich. Gewürze waren ein Zeichen von Reichtum, sie galten als willkommene Gastgeschenke für Fürsten oder wurden als Lösegeld verlangt. Venedig, Genua und Pisa verdankten ihren Reichtum dem Gewürzhandel, der ihnen über 400 Jahre lang hohe Profite brachte. Der berühmte Reichtum der Fugger gründete sich in der Anfagszeit unter anderem auf Gewürzen.
Kolumbus und Vasco da Gama machten ihre Entdeckungsreisen, weil sie den Seeweg zu den Gewürzinseln finden wollten, um so einen Anteil an den gewaltigen Gewinnspannen beim Gewürzhandel zu bekommen. Während Kolumbus dieser Erfolg verwehrt blieb, gelangte Vasco da Gama 1498 nach Indien. Für fast einhundert Jahre hatten die Portugiesen den Gewürzhandel mit Ostasien weitgehend unter ihrer Kontrolle und fuhren aus Ostasien riesige Gewinne ein (bis 400%).
Danach gelangten die Holländer und Engländer durch Eroberungen in Asien in den Genuss dieser Handelserträge. Die Niederländer eroberten Java und die Molukken. Sie gründeten die Ost- und Westindische Kompanie, welche mit eigenen Heeren und politischen Vorrechten die Ausbeutung von Niederländisch Indien übernahmen. Die Kompanien hielten die Preise künstlich hoch, indem sie bei großen Ernten rigoros die Gewürze vernichteten.
Die Engländer gründeten 1600 ihre East-India-Company, der ebenfalls eigene Soldaten und Kriegsschiffe zur Durchsetzung ihrer Interessen zugestanden worden waren. Niederländer und Engländer machten sich im indischen Raum Konkurrenz.
Anis - Basilikum - Bohnenkraut - Cayennepfeffer/Chili - Curry
Dill - Estragon - Fenchel - Gewürznelke - Ingwer - Kaper - Kardamon - Kerbel - Knoblauch - Kümmel - Lorbeer - Majoran - Muskat - Paprika - Pfeffer - Rosmarin - Thymian - Vanille - Wacholder - Zimt
Anis stammt aus dem östlichen Mittelmeer. Bereits vor 3500 Jahren ist der süße Kümmel, wie der Anis auch genannt wird, in Schriften erwähnt worden. Die Ägypter verwendeten die Blätter und Samen als Nahrung, für Getränke und als Medizin. Anis breitete sich über das gesamte Mittelmeergebiet aus und gelangte durch Mönche nach Mittel- und Nordeuropa. Ein paar Körner nach der Mahlzeit zu essen war im Orient eine weit verbreitete Sitte, und die Römer aßen nach der Mahlzeit einen speziellen Aniskuchen als Nachtisch.
Karl der Große verbreitete Anis durch ein Edikt über sein ganzes damaliges Imperium. In England wurde Anis besteuert.
Anis gehört zu den Doldenblütern, die durch ätherische Öle sehr aromatisch sind. Die Doldenblütler weisen spezielle Harzkänale auf, welche die ganze Pflanze durchziehen und in denen ätherisches Öl vorhanden ist. Dadurch sind alle Pflanzenteile aromatisch.
Anis fördert die Produktion von Gallenflüssigkeit. Damit wirkt Anis besonders bei fetten Speisen verdauungsfördernd, mildert Blähungen und hilft bei Koliken. Bei Husten wirkt Anis reizstillend und schleimlösend, regt Herz und Atmungsorgane an und wirkt beruhigend auf die Nerven.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Bereits vor 4000 Jahren wurde Basilikum in Indien als Gewürz verwendet. Die Inder waren der Überzeugung, dass Basilikum mit Göttlichkeit getränkt sei. Über Persien gelangte Basilikum ins Mittelmeergebiet. Die Römer nutzten es als Arznei-, Gewürz- und Zierpflanze. In Europa kennt man Basilikum erst seit rund 800 Jahren.
Inzwischen gibt es rund 60 verschiedene Sorten. Sie unterscheiden sich im Aussehen, der Wuchshöhe und in den Inhaltsstoffen. Basilikum gehört zu den Lippenblütlern, die auf der Pflanzenoberfläche winzige Drüsenhaare besitzen, die etherisches Öl nach außen abgeben. Dieses verdunstet besonders bei direkter Sonnenbestrahlung, wodurch die Pflanzen betäubend duften.
Basilikum übt eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem aus. Basilikumtee wirkt bei Erkältungen schweißtreibend und schleimlösend. Es hat auch eine wohltuende Wirkung bei Magenbeschwerden, Blähungen und Appetitlosigkeit.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Aus der Region des Schwarzen Meeres und dem östlichen Mittelmeer stammen diese Gewürze. Die Römer verwendeten das einjährige Sommerbohnenkraut in ihrer Küche. Im 9. Jahrhundert gelangte das Sommerbohnenkraut nach Mittel- und Nordeuropa.
Bohnenkraut wirkt positiv auf die Verdauungsorgane und stärkt den Magen. Es hilft auch bei Husten und Verschleimung der Atemwege. Bohnenkraut stimuliert bei Schwächezuständen, wirkt antiseptisch bei Verletzungen im Rachen- und Halsraum.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Die Heimat des Cayennepfeffers ist Südamerika. Er gehört mit Paprika in die Gattung der Nachtschattengewächse. Die Indianer kultivierten und züchteten bereits lange vor der Ankunft der Europäer in Südamerika verschiedene Sorten der Gattung, Chilischoten fanden sich in den Grabstätten der Indianer als Beilagen. In die Gattung gehören der Paprika (C. annuum) und der Peruanische Paprika (C. baccatum). Cayennepfeffer wird durch Mahlen der getrockneten "Chilischoten" (auch Peperoni genannt) gewonnen. Aus den Chilies wird auch die Chilipaste und die Tabascosoße hergestellt. Chili ist reich an dem scharf schmeckenden Capsaicin, das noch in einer Verdünnung von 1:100.000 geschmacklich wahrzunehmen ist. Die Ansatzstellen der Samen sind besonders reich an Capsaicin. Die Kräuterärzte im 16. Jahrhundert hielten den Chili und seine Verwandten für schädlich.
Die verschiedenen Capsicum-Arten sind reich an Vitamin C und enthalten auch Vitamin A, bzw. Carotinoide, und Vitamin E. Chilischoten regen den Blutkreislauf an und beugen Erkältungen vor. Auch bei Magen- und Darmproblemen wie Blähungen, Koliken und Krämpfen soll Chili helfen. Bei offenen Wunden im Magen-Darmbereich ist Chili nicht angeraten.
Curry ist eine Bezeichnung für eine Mischung aus verschiedenen und wechselnden Gewürzen und für Gerichte mit dieser Gewürzmischung. In Indien gibt es über 100 verschiedene Currywürzmischungen. Currygewürz ist dort meist nicht eine fertige Würzmischung, sondern wird vor oder während des Kochens aus den einzelnen Gewürzen frisch bereitet. Die Zahl der Gewürze und anderer Würzmittel, die in Curries enthalten sein können, ist lang: Schwarzer Pfeffer, Weißer Pfeffer, Cayennepfeffer, Gewürznelken, Koriander, Kreuzkümmel, Curryblatt, Kurkuma, Bockshornklee, Ingwer, Muskatblüte, Weißer Senf, Brauner indischer Senf, Mohnsamen, Paprika, Piment, Fenchel, Kümmel, Lorbeerblätter; Zwiebel, Knoblauch, Salz, Tamarinde, Limone, unreife Mangos, Sauerfrüchte, Senföl, Kokosnuss, Zitronengras, Galgant, Rohrzucker und vieles mehr.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Bereits die Ägypter und Römer verwendeten den Dill, der im Mittelmeergebiet und Vorderasien heimisch ist, als Gewürz- und Heilpflanze.
Dill besitzt viel ätherisches Öl, ist reich an den Mineralien Kalium, Natrium und Schwefel und enthält Vitamin C. Bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen wirkt Dill wie ein leichtes Beruhigungsmittel. Er ist auch leicht harntreibend, jedoch sollten Nierenkranke Dill nur vorsichtig einsetzen. Bei stillenden Müttern steigert er die Milchsekretion. Außerdem wird Dill bei Hämorrhoidenleiden angewendet. 
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Die Heimat des Estragon liegt in den südrussischen und mongolischen Steppengebieten. Über das östliche Mittelmeergebiet gelangte er mit den Kreuzfahrern nach Nord- und Mitteleuropa. Bereits die Römer kannten Estragon: Sie hielten ihn für ein Heilmittel bei Schlangenbissen. Später wurde den Kreuzfahrern die Einfuhr des Estragons zugeschrieben als "Das Kraut, was die Kreuzfahrer mitbrachten."
Estragon wirkt positiv auf die Verdauungsorgane. Er gilt als Mittel gegen Skorbut, als harntreibend, herz- und magenstärkend. Estragon enthält Jod und andere Mineralien.
Bereits die Griechen gebrauchten den im Mittelmeergebiet heimischen Fenchel als Schlankheitsmittel. Die Römer kurierten mit Fenchel Augenleiden, Erkrankungen der Verdauungsorgane und Atemwegserkrankungen, die Gladiatoren sollen Fenchel vor dem Kampf gegessen und sich nach dem Kampf damit bekränzt haben.
Heute ist Fencheltee ein weit verbreitetes Mittel gegen Blähungen, besonders bei kleinen Kindern.
Die Gewürznelken, kurz Nelken genannt, sind auf den Molukken heimisch. Bereits mehrere hundert Jahre vor Christi Geburt sind sie in China verwendet worden. Nach Europa gelangten sie um 700 n.Chr., wahrscheinlich über die Seidenstraße. Die Portugiesen und Holländer besaßen bis ins 17. Jahrhundert hinein das gewinnbringende Monopol auf den Handel mit Nelken. Danach gelangten die Nelkenbäume nach Sansibar, Madagaskar und Westindien, wo sie angebaut wurden. Die Gewürznelke ist die noch geschlossene Blüte des Nelkenbaumes, die getrocknet wird.
Die Nelken enthalten ein ätherisches Öl, das antiseptisch wirkt und vor allem in der Zahnheilkunde eingesetzt wird. Die Chinesen wandten bereits die Nelken bei Zahnschmerzen an, sie kauten die Nelken aber auch, um einen guten Atem zu bekommen. Nelkentee soll gegen Erbrechen helfen.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Der Ingwer ist eines der ältesten Gewürze der Tropen. Bereits in den ältesten chinesischen und altindischen Sanskritschriften wird er erwähnt. Seine Heimat und die Urform sind unbekannt. Der Wurzelstock wird frisch oder getrocknet als Gewürz verwendet. Vor der Gründung des Römischen Reiches gelangte Ingwer ins Mittelmeergebiet und bereits die Römer kannten und verwendeten getrockneten Ingwer. Im Mittelalter gelangte er nach Europa. Die Spanier exportierten Ingwer sehr früh in die Karibik, von wo aus bereits 1547 Ingwer nach Spanien geliefert wurde. Es gibt in Asien noch zwei verwandte Arten. Im Mittelalter galt Ingwer als Mittel gegen die Pest.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Bei den Kapern handelt es sich um die eingelegten jungen Blütenknospen des Kapernstrauches, der im Mittelmeergebiet heimisch ist. Erst durch das Einlegen der Knospen, die morgens geerntet und dann einige Stunden im Dunkeln gelagert werden, in Öl, Essig oder Salzlake entwickelt sich der typische Geschmack. Kapern werden bereits im Alten Testament erwähnt.
Kardamom stammt aus Südindien, Ceylon und Malaysia, wird aber in Indien und Guatemala kultiviert. Schon die Griechen und Römer kannten Kardamom. Sie stellten daraus ein Parfüm her. Möglicherweise wurde Kardamom bereits 700 v.Chr. in den königlichen Gärten von Babylon als Gewürz und Heilmittel angepflanzt. Der Kardamomstrauch wird in Plantagen angebaut.
Kardamom soll blähungstreibend und magenstärkend sein.
Der Kerbel ist im Kaukasus und in Südrußland beheimatet. Möglicherweise durch die Römer, die den Kerbel schätzten, gelangte er ins Mittelmeergebiet. Von dort aus kam er im frühen Mittelalter nach Mitteleuropa. Hier war er im Mittelalter stärker verbreitet als heute.
In der Volksmedizin wird der Kerbel im Frühjahr eingesetzt, um den Körper zu entschlacken und den Stoffwechsel anzuregen. Durch seine anregende Wirkung auf die Verdauungsorgane und die Nieren wirkt er auch blutreinigend. Wie alle Doldenblütler enthält die gesamte Pflanze viel ätherisches Öl. Die Blätter enthalten zusätzlich die Vitamine A und C und die Mineralien Magnesium und Eisen.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Knoblauch stammt aus dem zentralasiatischen Raum. Seine übermäßige Verwendung wird den Hunnen nachgesagt, doch bereits die ägyptischen Pyramidenarbeiter erhielten regelmäßig Knoblauchrationen. Griechen und Römer bauten den Knoblauch in speziellen Knoblauchgärten an.
Knoblauch ist reich an den Vitaminen A, B1, B2 und C und enthält viel Schwefel. In der Medizin und der Volksmedizin gilt Knoblauch als vorbeugendes Mittel gegen Arteriosklerose, hohen Blutdruck, also Risikofaktoren für Gefäßverkalkung. Knoblauch wirkt keimtötend, bzw. er hemmt das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Er galt als Mittel gegen Darmparasiten (Madenwürmer) und Darmkatarrh, hilft auch bei Bronchitis, da die stark riechenden Inhaltsstoffe zu einem großen Teil über die Lunge ausgeschieden werden. Knoblauch hilft aber auch bei Erkrankungen der Verdauungsorgane.
Kümmel ist das älteste bekannte Gewürz in Mitteleuropa. Kümmelreste wurden in den Herdstellen vorgeschichtlicher Pfahlbauten gefunden. Kümmel ist einheimisch und besonders auf Gebirgs- und Mittelgebirgswiesen verbreitet.
Kümmel ist reich an etherischem Öl, das sich positiv auf die Verdauungsorgane auswirkt. Es lindert Blähungen und wirkt krampflösend auf die Darmmuskulatur, und fördert die Verdauung. Bei stillenden Frauen steigert Kümmel die Milchproduktion. Es wirkt auch bei Husten, da es auswurffördernd ist. Neben dem etherischen Öl enthält der Kümmelsamen auch fettes Öl mit 3 verschiedenen Ölsäuren.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Der in Vorderasien und im Mittelmeerraum verbreitete Lorbeer wird bereits in 7000 Jahre alten Keilschriften erwähnt. Schon die Sumerer verwendeten Lorbeerkränze als Siegessymbol im Faustkampf. Die römischen Feldherren wurden nach einer gewonnenen Schlacht mit einem Lorbeerkranz geschmückt.
Lorbeer wirkt antibakteriell, kann aber in größeren Dosen Rauschzustände erzeugen, besonders wenn Lorbeer als Tee verwendet wird.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Bereits die Ägypter bauten Majoran an, der im östlichen Mittelmeergebiet heimisch ist. Ägypter, Griechen und Römer würzten mit Majoran den Wein, und sie versprachen sich davon eine Steigerung der Liebeskraft. Seit dem 16. Jahrhundert findet Majoran auch in Mitteleuropa Verwendung.
Majoran gilt als wirksames Mittel gegen Heuschnupfen, bei Trägheit der Verdauungsorgane, bei Blähungen und Durchfall.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Die Molukken sind die Heimat des Muskatnussbaumes, der die Muskatnuss und die Muskatblüte (Macis) liefert. Im 6 Jahrhundert brachten arabische Händler die Mukatnuss nach Konstantinopel. Bereits um 1200 n.Chr. war die Muskatnuss in Europa bekannt, aber erst nach 1512 n.Chr., als die Portugiesen die Gewürzinseln entdeckten, wurden sie allgemein bekannt und genutzt. Der Handel mit ihnen war ein sorgsam gehütetes Monopol.
Gerieben verliert die Muskatnuss schnell das Aroma. Größere Mengen der Muskatnuss wirken giftig, zuerst führen sie zu Unwohlsein. Muskatnuss verstärkt die berauschende und einschläfernde Wirkung von Alkohol.
Muskatnuss ist ein Narkotikum, bewirkt aber auch eine Entgasung des Magens. Daneben wurde sie zu magischen Zwecken eingesetzt. Auch als Aphrodisiakum wurde die Muskatnuss angepriesen.
Die Heimat des Paprika ist Südamerika, wo die Indianer bereits lange Zeit vor der Entdeckung durch die Europäer Capsicum-Arten kultivierten.
Die Ursprungsart des Capsicum annuum ist heute nicht mehr festzustellen. Als Heimat wird jedoch Brasilien vermutet, weil dort viele wilde Capsicum-Arten vorkommen. Die Spanier brachten von ihren Fahrten nach Südamerika einige Früchte mit nach Spanien, und im 16. Jahrhundert hatten die Capsicum-Arten bereits den Balkan, Afrika und Indien erreicht. In Ungarn, Spanien und Nordamerika ist Paprikapulver heute weit verbreitet, besonders Ungarn wird mit Paprika verbunden.
Gemüsepaprika ist reich an Vitamin C. Ferner enthält der Gemüsepaprika die Vitamine A, B und E. Das Capsaicin regt den Kreislauf an.
Die Heimat des Pfeffers ist die südindische Malabarküste. Pfeffer galt lange Zeit als das kostbarste Gewürz in Europa. Es gibt drei verschiedene Handelsformen des Pfeffers: schwarzen, weißen und grünen Pfeffer. Der grüne Pfeffer wird unreif geerntet und ganz eingelegt. Der schwarze Pfeffer wird ebenfalls unreif geerntet, aber anschließend getrocknet. Der weiße Pfeffer wird geerntet, wenn die Beeren reif sind. Von den Beeren wird die rote Fruchtwand entfernt, nachdem sie rund 1 Woche in Wasser eingelegt wurden, übrig bleibt der weiße Samen, der getrocknet wird. Der weiße Pfeffer ist milder als der schwarze Pfeffer. Der beste schwarze Pfeffer soll der Lampong-Pfeffer aus Südost-Sumatra sein, gefolgt vom Malabar-Pfeffer.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Rosmarin wächst wild an den Küsten des Mittelmeeres. Den Ägyptern, Griechen, Römern und Juden war der Rosmarin heilig. Die Griechen weihten den Rosmarin der Aphrodite; Jungfrauen waren mit Rosmarin bekränzt. Die Römer brachten den frostempfindlichen Rosmarin nach Mitteleuropa.
Rosmarin enthält ätherisches Öl und wirkt ausgleichend auf Nerven und Kreislauf, hilft bei Erschöpfung, Magenbeschwerden, Kopfschmerzen und als Salbe bei Rheuma, Nervenentzündungen und Krämpfen. Rosmarin regt die Gallen- und Magensaftproduktion an; wirkt desinfizierend und hautreizend. Es gibt Empfehlungen, die Rosmarin in der Schwangerschaft als schädlich ansehen.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Es gibt verschiedene Thymianarten, die zum Teil einheimisch sind, zum Teil im Mittelmeerraum wachsen. Bei dem in der Küche verwendeten Thymian handelt es sich um eine Mittelmeerart.
Thymian wirkt keimtötend, wird bei Lungenerkrankungen, wie Bronchitis, Asthma und Reizhusten angewendet und hat eine ausgleichende Wirkung auf die Verdauungsorgane. Thymian wirkt stimmungsaufhellend, stärkt die Nerven, behebt Ermüdungs- und Schwächezustände und stimuliert Psyche und Physis. Die Produktion weißer Blutkörperchen soll durch Thymian angeregt werden.
Die unreifen und fermentierten Schoten einer kletternden Orchidee im tropischen Amerika liefern die Vanille. Die Vanilleschote und die Kakaobohne waren zuerst untrennbar miteinanderverbunden. Vanille galt als geschmacksverbessernde Zutat zum Kakao. Erst fast 100 Jahre nach ihrer "Entdeckung" durch die Europäer entdeckte man, dass sie sich auch alleine als Würze zu Süßigkeiten eignet. Die mexikanische Vanille gilt als die beste, ferner gibt es die Bourbon-Vanille aus Reunion und Madagaskar sowie die Mauritius-Vanille.
Die Indianer schrieben der Vanille eine herzstärkende, angst- und ermüdungsbeseitigende Wirkung zu. Sie soll auch stimmungsaufhellend wirken, besonders mit Kakao zusammen. Vanille galt auch längere Zeit als Aphrodisiakum für Männer und Frauen.
Foto: Gerd Richter/Nature-Flash Wacholder ist eine einheimische Pflanze der lichten Nadelwälder, Heiden und Trockenrasenweiden. Den Germanen war der Wacholder heilig.
Wacholder wurde bei Erkrankungen im Magen-, Darmbereich eingesetzt, fördert das Abhusten durch eine anregende Wirkung auf die Tätigkeit der Flimmerhärchen in der Lunge, wirkt auf die Nieren wassertreibend (Bestandteil von Tees bei Entzündungen der Harnwege), hilft bei Gicht und Wassersucht, gestörten Regelblutungen, regt die Magensaftproduktion an und ist schweißtreibend. Die Blätter sind giftig. Vorsicht ist auch bei der Verwendung der Beeren geboten.
Als Zimt wird die abgeschälte und getrocknete Rinde dünner Zweige des in den Tropen heimischen immergrünen Echten Zimtbaumes bezeichnet. In der Gattung der Zimtbäume gibt es 275 Arten, von denen mindestens fünf ebenfalls zur Zimtgewinnung herangezogen werden. Der beste Zimt ist allerdings der Ceylon-Zimt, der vom Echten Zimtbaum stammt.
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