Grinzing
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Selenophon Talking Ltd
Österreich 1935-40
Abends in Wien beim Heurigen, um 1936
Grinzinger Straße 88, 1907
Grinzinger Straße 88, 1907
Bild aus "August Stauda - Ein Dokumentarist des alten Wien"
erschienen im Verlag Christian Brandstätter - zur Buchbeschreibung
Bild: Österreichwerbung
bis 1891 selbständige Weinhauergemeinde, seither Teil des 19. Wr. Bez., seit 1114 ein großes Dorf; Name nach dem Personennamen Grinco; durch Türken und Franzosen mehrmals zerstört, im 19. Jh. Weinhauerdorf,
Ausflugsort und Sommerfrische, heute bekannter Heurigenort. Ortsbild mit Dorfcharakter (unter Denkmalschutz) in einem Tal zw. rebenbestandenen Wienerwaldausläufern.
Grinzinger Dorfkirche


Kaiser Probus ist schuld daran, dass schon 276 n.Chr. die ersten Weinstöcke auf den Hügeln rund um Grinzing gepflanzt wurden. Diese botanische Nebenbeschäftigung der römischen Legionäre brachte dem kleinen
Dorf vor den Toren Wiens Wohlstand und viel, viel später sogar internationale Berühmtheit - denn in dieser anmutigen Landschaft wächst ein vorzüglicher Wein! Um bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 700 Jahre gelegentlich ungeschoren davonzukommen, legten die Grinziger Weinbauern von ihren Weinkellern aus unterirdische Fluchtwege an, die sie bis in ihre geliebte Grinzinger Kirche brachten. Auch das "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besitzt einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wird in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.Vor einer prachtvollen, 250 Jahre alten Weinpresse und großen, alten Fässern kann hier ein Fremder bei Kerzenlicht, feinen Weinen und guten Wiener Spezialitäten noch echte Heurigengemütlichkeit erleben. Diese typische Wiener Geselligkeitsform, seit Maria Theresias Zeiten als "Heuriger" amtlich bezeichnet, ist für den Wiener ein kleines, zeitloses Stückchen Glück.
Der Heurige
Heuriger "Weinbottich" Heuriger "Bauermandl"
Die Geschichte des Wiener Heurigen geht eigentlich auf den römischen Kaiser Probus zurück, der im Jahre 276 seinen Legionären den Weinanbau in den Provinzen erlaubte. Auch im Mittelalter finden sich zahlreiche Quellen, die sich auf den Wein beziehen, so z.B. ein Schreiber, der seinen Zeitgenossen riet, "nie mehr als sechs Maß (Liter) auf einen Sitz zu trinken, da die Mäßigkeit eine gar gottgefällige Tugend ist."
Damals fuhr man ja noch nicht mit dem Auto ... Kein mittelalterlicher Herrscher erließ soviele Gesetze, den Wein, die Weinpflege und das Weinrecht betreffend, wie Karl der Große. Ein weiterer Kaiser, der Habsburger Josef II, schuf 1784 schließlich die erste allgemeingültige gesetzliche Grundlage für den Heurigen, derzufolge jedem Weinhauer (Weingärtner) erlaubt wurde, selbsterzeugten Rebensaft auszuschenken.
Das Wort Heuriger hat eine Doppelbedeutung und meint sowohl den Wein der letzten Ernte, der im November des folgenden Jahres zum "Alten" wird, als auch den Ort, wo man ihn trinkt.
Gegenwärtig wird in Wien von rund 300 Weinhauern auf 700 Hektar Weinbau betrieben. 90 Prozent der Wiener Weinernte von ca. 30.000 Hektolitern sind Weißwein, der Rest Rotwein:
insgesamt 12 Millionen Vierteln.
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