Grinzing
Grinzinger Dorfkirche - Bild: © Gaube / Citype 2011
Grinzinger Dorfkirche, Himmelstraße
bis 1891 selbständige Weinhauergemeinde, seither Teil des 19. Wr. Bez., seit 1114 ein großes Dorf; Name nach dem Personennamen Grinco; durch Türken und Franzosen mehrmals zerstört, im 19. Jh. Weinhauerdorf, Ausflugsort und Sommerfrische, heute bekannter Heurigenort. Ortsbild mit Dorfcharakter (unter Denkmalschutz) in einem Tal zw. rebenbestandenen Wienerwaldausläufern.
Grinzing - Bild: © Gaube / Citype 2011 Grinzing - Bild: © Gaube / Citype 2011
Grinzing - Bild: © Gaube / Citype 2011 Grinzing - Bild: © Gaube / Citype 2011
Kaiser Probus ist schuld daran, dass schon 276 n.Chr. die ersten Weinstöcke auf den Hügeln rund um Grinzing gepflanzt wurden. Diese botanische Nebenbeschäftigung der römischen Legionäre brachte dem kleinen Dorf vor den Toren Wiens Wohlstand und viel, viel später sogar internationale Berühmtheit - denn in dieser anmutigen Landschaft wächst ein vorzüglicher Wein! Um bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 700 Jahre gelegentlich ungeschoren davonzukommen, legten die Grinziger Weinbauern von ihren Weinkellern aus unterirdische Fluchtwege an, die sie bis in ihre geliebte Grinzinger Kirche brachten.
Grinzing - Bild: © Gaube / Citype 2011
Gasse hinter dem "Alten Preßhaus"
 Auch das ehemalige "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besaß einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wurde in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.Vor einer prachtvollen, 250 Jahre alten Weinpresse und großen, alten Fässern konnte man hier Heurigengemütlichkeit erleben. Diese typische Wiener Geselligkeitsform, seit Maria Theresias Zeiten als "Heuriger" amtlich bezeichnet, ist für den Wiener ein kleines, zeitloses Stückchen Glück.
Grinzing
Grinzing, Cobenzlgasse - Bild: © Gaube / Citype 2011
Cobenzlgasse
Grinzing war bis 1892 eine eigenständige Gemeinde und ist heute ein Stadtteil Wiens im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling sowie eine der 89 Wiener Katastralgemeinden.

Grinzing liegt im Nordwesten Wiens und ist mit einer Fläche von 613,52 ha der größte Bezirksteil Döblings. Im Nordosten grenzt es an das Josefsdorf, danach verläuft die Grenze entlang der Wildgrube und dem Schreiberbach nach Osten und zweigt dann entlang der Springsiedelgasse und dem Neugebauerweg nach Süden ab. Entlang der Hungerbergstraße folgt die Grenze zu Unterdöbling dem Verlauf des Kaasgrabens, der Grinzing von Sievering trennt. Über die Himmelstraße und den Spießweg verläuft die Grenze schließlich in nordwestlicher Richtung zur Stadtgrenze, die Grinzing von Weidling trennt.
Grinzing, Cobenzlgasse - Bild: © Gaube / Citype 2011
Cobenzlgasse
Grinzing ist in weiten Teilen von bewaldeten Bergrücken des Wienerwalds geprägt. An der Grenze zu Niederösterreich liegt hier auch der höchste Berg Wiens, der Hermannskogel. Darüber hinaus liegen hier teilweise sehr bekannte Berge wie der Reisenberg, Latisberg, Vogelsangberg, Hungerberg und Pfaffenberg. In den Teilen des Grinziger Wienerwaldes liegen auch einige Bäche, so etwa der Schreiberbach in der Wildgrube, der bis kurz vor Nußdorf zum Teil unverbaut verläuft. Darüber hinaus entspringt westlich des Reisenberges der Reisenbergbach (der ab der Grenze des Ortskerns als Bachkanal geführt wird) und im westlichen Teil Grinzings liegt das Quellgebiet des Arbesbachs. Ein weiteres Charakteristikum Grinzings sind auch die noch vorhandenen Weinstöcke, die man insbesondere am Reisenberg und am Hungerberg vorfindet.
Grinzing - Bild: © Gaube / Citype 2011
Himmelstraße / Cobenzlgasse
Neben den zahlreichen Heurigen sind insbesondere die Grinziger Pfarrkirche und die Kaasgrabenkirche sehenswert. Im weitläufigen Teil des Wienerwaldes liegen weiters die Habsburgwarte auf dem Hermannskogel, das Karl-Lueger-Denkmal, das Restaurant „Cobenzl“ am Reisenberg, sowie der romantische Wald - Biedermeierfriedhof an den Hängen des Kahlenbergs, u. A. mit den Gräbern der "schönsten Frau des Wiener Kongresses" sowie verschiedener Hocharistokraten der Ära Metternich. Eine besondere Kostbarkeit stellt die Orgel in der Pfarrkirche Grinzing dar.

Auf dem Grinzinger Friedhof befinden sich die Gräber von Gustav Mahler, Alma Mahler-Werfel, Attila Hörbiger, Paula Wessely, Peter Alexander, Heimito von Doderer, Ida Krottendorf und Thomas Bernhard.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Grinzing" der
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Der Heurige
Grinzing - Bild: © Gaube / Citype 2011
Heuriger "Bach Hengl", Sandgasse
Die Geschichte des Wiener Heurigen geht eigentlich auf den römischen Kaiser Probus zurück, der im Jahre 276 seinen Legionären den Weinanbau in den Provinzen erlaubte. Auch im Mittelalter finden sich zahlreiche Quellen, die sich auf den Wein beziehen, so z.B. ein Schreiber, der seinen Zeitgenossen riet, "nie mehr als sechs Maß (Liter) auf einen Sitz zu trinken, da die Mäßigkeit eine gar gottgefällige Tugend ist."
Damals fuhr man ja noch nicht mit dem Auto ... Kein mittelalterlicher Herrscher erließ soviele Gesetze, den Wein, die Weinpflege und das Weinrecht betreffend, wie Karl der Große.
Grinzing - Bild: © Gaube / Citype 2011
Heuriger "Bach Hengl", Sandgasse
 Ein weiterer Kaiser, der Habsburger Josef II, schuf 1784 schließlich die erste allgemeingültige gesetzliche Grundlage für den Heurigen, derzufolge jedem Weinhauer (Weingärtner) erlaubt wurde, selbsterzeugten Rebensaft auszuschenken.
Das Wort Heuriger hat eine Doppelbedeutung und meint sowohl den Wein der letzten Ernte, der im November des folgenden Jahres zum "Alten" wird, als auch den Ort, wo man ihn trinkt.
Grinzing - Bild: © Gaube / Citype 2011
Heuriger "Berger", Himmelstraße
Gegenwärtig wird in Wien von rund 300 Weinhauern auf 700 Hektar Weinbau betrieben. 90 Prozent der Wiener Weinernte von ca. 30.000 Hektolitern sind Weißwein, der Rest Rotwein: insgesamt 12 Millionen Vierteln.
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