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| Die Gruft |
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Direkt unter der Mariahilfer Kirche befindet sich die Gruft. Wie
der Name schon sagt, handelt es sich dabei um einen Platz, der
ursprünglich nicht für die Lebenden gedacht war. Doch das hat sich
geändert: Seit Advent 1986 ist die Gruft ein Ort, an dem reges Leben
herrscht. Sie ist zu einem Zufluchtsort geworden – für Menschen, die
auf der Straße stehen, für viele zum einzigen Fixpunkt in ihrem
Leben. Das Team der Gruft – bestehend aus diplomierten |
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SozialarbeiterInnen, SozialbetreuerInnen und
Zivildienern – leistet mit Untersützung von ehrenamtlichen
MitarbeiterInnen aktive Bürgerhilfe mit dem Ziel, Menschen, die ihre
Wohnung verloren haben, wieder in die Gesellschaft zu integrieren. |
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| Geschichte |
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Begonnen hat es im Winter 1986/87. Auf Initiative
des Pfarrers der Mariahilferkirche, Pater Albert Gabriel, wurde in einem
kleinen Raum unterhalb der Kirche – in Zusammenarbeit mit Schülern der
6. Klasse des Ammerling-Gymnasiums – eine Wärmestube für Obdachlose
errichtet. Geboten wurden täglich zwei Stunden Wärme, Tee und
Schmalzbrote.
Bald darauf zeigte sich, dass die Obdachlosen mehr brauchen. Diese
Menschen müssen sich duschen und einkleiden können, um
menschenwürdig auftzutreten.
Mit Hilfe der Obdachlosen wurde die Gruft – ein ehemaliger
Pestfriedhof – ausgebaut, Sanitäranlagen geschaffen, eine Küche
eingerichtet. Nicht nur das Essen, die Aufenthaltsmöglichkeit, die
Kleider, die Hygiene, sondern vor allem die menschliche Wärme gibt
vielen wieder Halt und |
Stabilität im Leben. In den Gesprächen hat
sich herausgestellt, dass viele Obdachlose Schwierigkeiten
haben, sich im Umgang mit den Behörden, Gerichten usw.
zurechtzufinden. Im Rahmen der Beratung und Betreuung
unterstützen die SozialarbeiterInnen die Einzelnen bei den
verschiedensten behördlichen Problemen, um ihnen schlussendlich
ein selbständiges Leben mit eigener Wohnung und Arbeit zu
ermöglichen. |
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Als die Gruft in den ersten Jahren nur tagsüber geöffnet bleiben
konnte, haben wir uns die Frage gestellt: Wo halten sich die
Obdachlosen die übrige Zeit auf? Wir haben sie daher immer wieder in
der Nacht in öffentlichen WC-Anlagen, auf Bahnhöfen usw. besucht.
Auf diese Weise erfuhren wir, dass viele Obdachlose, die auf der
Straße leben, gar keine Einrichtungen aufsuchen. Manche sind aus
gesundheitlichen Gründen nicht dazu imstande, manche wissen nicht,
wohin sie gehen sollen – meist fehlt die Motivation. Dazu kommen
Schwellenängste gegenüber Herbergen und Heimen. Um auch hier zu
helfen, entstand die Idee der Nacht-Street-Work, in deren Rahmen die
Menschen direkt auf der Straße regelmäßig aufgesucht und betreut
werden. Seit Oktober 1994 ist die Gruft durch die Unterstützung des
Fonds Soziales Wien rund um die Uhr geöffnet, dreimal pro Woche
werden Obdachlose im Rahmen der Nacht-Streetwork vor Ort betreut.
Ausgehend von den Bedürfnissen der Obdachlosen ist die Gruft das
geworden, was sie heute ist: Eine Betreuungseinrichtung für
obdachlose Frauen und Männer, die von den Grundbedürfnissen bis hin
zur Beratung ein breites Spektrum an Hilfestellungen abdeckt. Seit
Juli 1996 ist die Gruft eine Einrichtung der Caritas Wien.
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Die Gruft bietet: |
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24-Stunden-Aufenthaltsmöglichkeit |
Die Gruft ist nicht nur während des
Tages, sondern auch die ganze Nacht über geöffnet. Sie ist
deshalb für viele Obdachlose der einzige Fixpunkt in ihrem
Leben.
Gerade im Winter ist die Möglichkeit, sich relativ ungestört
in einem warmen Raum aufhalten zu können, besonders wichtig. |
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Abdeckung von
Grundbedürfnissen |
Mahlzeiten: Morgens, mittags und abends
bietet die Gruft warmes Essen, abhängig von den
eingegangenen Sach- und Geldspenden
Kleidung: Obdachlose erhalten bei Bedarf Kleidung
Wasch- und Duschmöglichkeit: Betroffene können sich in
der Gruft duschen und haben die Möglichkeit ihre Kleidung zu
waschen, zu trocknen und zu bügeln.
Depotmöglichkeit: Betroffene können in der Gruft,
Dokumente, Geld und in geringem Maß auch ihre Habseligkeiten
deponieren.
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Medizinische
Versorgung |
Viele Obdachlose haben aufgrund des
Lebens auf der Straße mit massiven gesundheitlichen
Problemen zu kämpfen. In der Gruft werden akute Verletzungen
und Erkrankungen erstversorgt. Ärzte vom medizinischen
Betreuungsbus „Louise” der Caritas behandeln zweimal
wöchentlich die KlientInnen der Gruft. |
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Psychiatrische
Versorgung |
Ein Psychiater bietet in der Gruft 15
Stunden in der Woche psychiatrische Versorgung an. |
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Postadresse |
Obdachlose sind ohne Wohnsitz und haben
daher keinen Meldezettel. Ohne Meldezettel existieren sie
für viele Behörden nicht und scheinen daher z. B. nicht in
Wählerlisten auf. Post ist nicht zustellbar. Um hier Abhilfe
zu schaffen, dient die Gruft für viele Betroffene als
Postadresse. |
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Beratung und
Betreuung |
Die BetreuerInnen der Gruft haben immer
ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Betroffenen.
Aktuelle Probleme werden bei Erstkontakten und in weiteren
Gesprächen "aufgefangen". Für die längerfristige
zielorientierte Begleitung stehen diplomierte
SozialarbeiterInnen zur Verfügung, die gemeinsam mit den
KlientInnen – abgestimmt auf die individuelle Situation –
Möglichkeiten zur Problemlösung entwickeln.
Die sozialarbeiterische Arbeit umfasst unter anderem:
Unterstützung bei Dokumentenbeschaffung, Abklärung
finanzieller Ansprüche, Schuldenregulierung, Intervention
und Begleitung bei Gerichten, Behörden und Ämtern,
Bewusstmachung der Suchtproblematik, Motivation für weitere
Schritte und Weitervermittlung.
Nur durch die intensive Zusammenarbeit mit anderen
Einrichtungen ist eine effiziente Betreuung der KlientInnen
möglich.
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| Finanzierung |
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Die Finanzierung der Gruft erfolgt auf zwei
Schienen:
Die Hälfte der laufenden Kosten wird vom Fond Soziales Wien getragen.
Der Rest muß durch Spenden aufgebracht werden.
Geldspenden haben dabei eine
zentrale Bedeutung für den Betrieb der Gruft, denn ohne sie können
die laufenden Kosten nicht gedeckt werden.
Kontonummer: PSK 7.700.004, BLZ: 60000, Kennwort: „Gruft”
Außer Geldspenden sind auch Sachspenden
besonders wichtig.
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| Abgabe von Spenden |
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Täglich von 10:00 bis 12:00 und 16:00 bis 19:00 Uhr.
Buffetspenden können täglich rund um die Uhr abgegeben werden.
Barnabitengasse 14, 1060 Wien
Unterhalb der Mariahilfer Kirche.
Verkehrsanbindungen:
Öffentliche Verkehrsmittel U3 bis Neubaugasse.
Mit dem Auto: Die Zufahrt ist bis 10:30 Uhr von der Gumpendorferstraße
in die Barnabitengasse gestattet. |
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Text © Mag.
Harald Schenk |
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| Auszugsweise aus |
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