Cannabis
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Karikatur: Zettler - Kronen Zeitung
Verbotenes Kraut ging ausgerechnet im Hof auf:
Hanf-Alarm bei Gendarmarie
"Drogenalarm" auf einem Gendarmarieposten im südlichen Niederösterreich! Unbemerkt zunächst, dann aber immer heftiger bahnte sich eine zuletzt recht stattliche Hanfpflanze den Weg ans Sonnenlicht - ausgerechnet im Hof des
Stützpunkts! Das kräftige "Drogengrün" wurde von der Putzfrau bemerkt, da schritten die Beamten sofort zur Ernte, rissen das Kraut aus und vernichteten es. Wie es dort wachsen konnte? Ein Dealer hatte sich beim Verhör einiger Samenkörner entledigt, sprich: sie aus dem Fenster geworfen ...
aus Kronen Zeitung - Wien Krone vom 28. Juni 2003
Allgemeines
Hanf (Cannabis sativa) wird aufgrund des Wirkstoffgehaltes in zwei Typen unterteilt. Den Cannabis-Fasertyp, der praktisch keine rauscherzeugende Substanzen enthält, pflanzten unsere Vorfahren u.a. zur Herstellung von Seilen an.
Der Cannabis-Drogentyp hingegen stammt aus südlichen Ländern. Die Inhaltsstoffe werden als Cannabinoide bezeichnet. Nur in den weiblichen Pflanzen kommen die psychoaktiven Stoffe vor.
Cannabis ist weltweit die am meisten konsumierte illegale Droge. Ihr Anteil am illegalen Drogenmarkt beträgt schätzungsweise 50 %. Nach Angaben der Vereinten Nationen konsumieren über 400 Millionen Menschen regelmäßig berauschende Hanfprodukte. In Deutschland gibt es ca. 3 - 4 Millionen Cannabiskonsumenten.
Gehalt, Aussehen und Inhaltstoffe unterscheiden sich je nach Herkunftsland. Hasch/Haschisch ist eine feste, klebrige, harzige Masse mit typischen Geruch. Die Farbe schwankt je nach Herkunftsland zwischen Braun über Grün bis zu den hellen Sorten aus dem nahen Osten. Durch Erhitzung wird das Hasch flexibler und kann mit den Fingern "zerbröselt" werden. Marihuana wird aus den Zweigspitzen und Blättern der Cannabispflanze gewonnen. Es ist relativ trocken und hat ähnliche Eigenschaften wie "Gras". Gras besteht aus den weiblichen Blütenständen, bei Freilandsorten oft mit Samen durchsetzt. Die Wirkung von Gras ist zum Teil bei den hochgezüchteten holländischen Sorten wesentlich stärker als die von Haschisch. Amerikanische Sorten hingegen wirken dagegen oft leichter. Canabisprodukte können in einer Wasserpfeife oder wie Tabak geraucht, gegessen, als Aufguss getrunken oder als Kuchen, Plätzchen u.ä. verbacken werden.

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Wirkungsweise
Cannabinoide greifen im Kleinhirn an THC-Bindungsstellen, die man vor etwa 20 Jahren entdeckt hat.
Im Körper existiert eine Substanz, die an den gleichen Wirkort hat: Anandamid. Der Anandamid-Rezeptor kommt besonders im Kleinhirn, den Basalganglien, der Hirnrinde und dem Hippokampus vor. Dies erklärt die Beeinflussung der Motorik, des Zeitgefühls und der Gedächtnisleistung. Der Hirnstamm, der lebenswichtige Körperfunktionen wie die Atmung steuert, enthält keine bzw. kaum Rezeptoren für THC/Anandamid. Dadurch wird klar, dass THC keinen Einfluß auf lebenserhaltende Grundfunktionen hat.

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Anwendung in der Medizin
THC hat noch viele weitere Wirkungen. Es senkt den Augeninnendruck, steigert den Appetit, lindert Schmerzen und senkt die Blutviskosität. Damit sind THC-haltige Produkte auch als Heilmittel interessant. In den USA ist ein THC-haltiges Medikament zur Appetitsteigerung und gegen Übelkeit bei AIDS-Patienten zugelassen. Dronabinol (Marinol ®) wirkt auch gegen Tumorschmerzen, wenn auch deutlich geringer als Morphin. Seit dem 1. Februar 1998 ist Dronabinol in Deutschland als Betäubungsmittel verschreibungsfähig.

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Symptome und Gefahren
  1. Angst und Stimmungsschwankungen
  2. Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz
  3. Halluzinationen
  4. Psychische Abhängigkeit möglich
  5. Räumliche und zeitliche Desorientierung
  6. Sehstörungen/Bindehautreizung
  7. Sekundärgefährdung im Straßenverkehr


Eine Überdosierung kann bei empfindlichen Personen oder bei unbeabsichtigter Einnahme, beispielsweise mit haschischhaltigen Kekse, eintreten. Eine direkte Vergiftung durch den Inhaltsstoff THC ist nicht zu erwarten, vielmehr stehen psychische Komplikationen (Erregungszustände etc.) oder Sekundärunfälle durch Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens im Vordergrund. Der Patient fällt durch gerötete Augenbindehäute, starkes Durstgefühl sowie erhöhten Puls und Blutdruck auf. Ein chronischer Konsum hoher Mengen an Cannabis kann bei Männern den Testosteron-Spiegel senken und die Spermienproduktion reduzieren. Die männlichen Fortpflanzungsfähigkeit und sexuelle Potenz sind jedoch nicht beeinträchtigt.

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Wie giftig ist die Droge?

Verglichen mit Alkohol ist die akute Giftigkeit von Cannabisharz und THC niedrig. In experimentellen Studien löst Marihuanarauch bösartige Veränderungen im Lungengewebe aus. Es schädigt die Alveolen, also die Lungenbläschen, mehr als Tabakrauch allein.

Der wichtigste der psychoaktiven Inhaltsstoffe von Hanfprodukten ist Tetrahydrocannabinol (THC) Hasch wirkt je nach Stimmungslage beruhigend, steigert die Wahrnehmung und macht Appetit. Seine Giftigkeit ist sehr gering. Eine Gefahr kann aber durch Sekundärverletzungen durch verzögerte Reaktionen, beispielsweise im Straßenverkehr auftreten.

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Erste Hilfe
Eine Therapie ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Lediglich wenn der Konsument die Droge nicht wissentlich benutzt, auf einen Rauschzustand nicht vorbereitet ist und die Veränderungen der Gemüts- und Bewusstseinslage auch nicht auf einen solchen zurückführt muss gehandelt werden. Notfälle solcher Art sind denkbar, wenn beispielsweise Haschkekse verzehrt werden, ohne dass Kenntnis über die Beimengung von Hanfprodukten besteht. Die Gefahr psychischer Reaktionen ist vermutlich größer als die der physischen Symptome.

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Störungen durch Cannaboide
(AKH Wien)
Cannabis ist in Österreich, wie in fast allen anderen Ländern ein illegales Suchtmittel. Cannabis wird aus der Hanf-Staude gewonnen, deren Drüsenhaare ein klebriges Harz absondern, in dem die Wirkstoffe, deren wichtigster Tetrahydrocannabinol (THC) ist, enthalten sind. Cannabis kann als Marihuana (getrockneten harzhaltigen Pflanzenteile) oder als Haschisch (ausgeschiedenes Harz) konsumiert werden. Da das Harz THC besonders reichlich erhält, ist Haschisch stärker als Marihuana, etwa im Verhältnis 5:1. Eine noch stärkere, bei uns aber kaum verwendete Form, ist der Konsum von Cannabis- Konzentraten, in dem die Wirkstoffe auf chemischen Weg angereichert werden. Die Wirkung von Cannabis besteht im allgemeinen in einer weitgehenden Ausschaltung negativer Umwelteinflüsse bis hin zu einem Zustand, den die Konsumenten als Höhepunkt des Rausches ("High") verstehen. Es kommt im typischen Fall zu starkem Wohlempfinden, die typische Haschischwirkung kann zweiphasig verlaufen: Nach einer anfänglichen Stimulation kann es zur Sedierung kommen. Es kommt zu keiner Ausbildung einer körperlichen Abhängigkeit, die Tendenz zur Dosissteigerung ist gering ausgeprägt.
Neben der "illegalen" Verwendung wird Cannabis auch medizinisch eingesetzt, wo unter anderem auch die appetitanregende Wirkung genützt wird. So wird es mittlerweile in den USA als Medikation bei an Karzinom erkrankten PatientInnen in oraler Form (Tabletten, Kapseln) verschrieben. Zudem wurde die medikamentöse Indikation von Cannabis erweitert auf PatientInnen, die an AIDS erkrankt sind und an dem "wasting-out" Syndrom leiden.
Viele unserer PatientInnen konsumieren Haschisch. Bei 95 % unserer KlientInnen liegt bei toxikologi-schen Untersuchungen der Harnproben auf Drogen ein positives Ergebnis für THC vor. Dies erlaubt aber keinesfalls den Rückschluß, daß unsere PatientInnen täglich Cannabis konsumieren, die aktiven Metaboliten der Substanz sind wochenlang bei Urinanalysen nachweisbar. Doch mehrheitlich kann bei unseren KlientInnen von einem regelmäßigen Haschischkonsum ausgegangen werden. Psychopathologische Auffälligkeiten im Sinne von Angststörungen, depressiven oder psychotischen Episoden aus-gelöst durch Cannabis, konnten wir kaum beobachten. Unsere Empfehlungen richten sich zwar danach, KlientInnen vor einem zu intensiven und zu regelmäßigen Cannabiskonsum zu warnen, da die Gefahr des Auftretens eines amotivationalen Syndroms bei jahrelanger Cannabisanhängigkeit nicht zu vernachlässigen ist. Allerdings richtet sich unsere therapeutische Empfehlung auch nach einer Prioritätenliste. Man darf sicher einen über einen längeren Zeitraum anhaltenden intensiven Cannabiskon-sum nicht bagatellisieren.
Dennoch kann man bei Cannabis nicht von einer Einstiegsdroge für harte Drogen sprechen,
das Problem liegt vielmehr darin, daß Cannabis häufig vom selben Dealer, der auch Heroin vertreibt, angeboten wird.

Drogenambulanz AKH WIEN
Was ist erlaubt
 
Besitz und Verkauf von Samen ?
Der Besitz von Samen und Blättern, der zur Gattung Cannabis sat. gehörenden Pflanzen ist nach dem Suchtmittelgesetz nicht verboten und daher nach diesem auch nicht strafbar.
Der Verkauf von Sorten, die nicht im Saatgutkatalog stehen, kann zu einer Verwaltungsstrafe führen.
Anbau von Cannabispflanzen ?
In allen Fällen hängt es davon ab, zu welchem Zweck Cannabis angebaut wird. Strafbar ist nur der Anbau der Cannabispflanze mit der Absicht, durch die Trennung der Cannabisblüten und des Cannabisharzes "Suchtgift" zu gewinnen. Nach dem Gesetz würde dieser Anbau zu einer Verwaltungsstrafe führen. Da aber die Gerichte den Begriff   "Erzeugung" ohne Deckung durch das Gesetz (!) sehr weit auslegen, kann in der Praxis schon der Anbau zu einer gerichtlichen Verurteilung führen!
Der Anbau zur Herstellung von Textilien, Kosmetika, Papier, Baumaterialien, Lebensmittel etc. ist nach dem Suchtmittelgesetz nicht strafbar, unabhängig von der Höhe des THC-Gehalts der Pflanzen.
Das beabsichtigte Anlegen von Hanffeldern zu gewerblichen Zwecken kann, muss aber nicht, bei der Bezirksverwaltungsbehörde (in Wien beim Magistrat) angemeldet werden. Eine Meldung ist jedenfalls empfehlenswert, um eventuellen Ärger schon im Vorhinein zu verhindern. Ab einem 5-6 prozentigen THC-Gehalt der Trockenmasse wird es jedoch kaum mehr möglich sein, die Verwertung zu legalen gewerblichen Zwecken glaubhaft zu machen.
Was ist verboten ?
Laut Gesetz ist die Erzeugung, der Erwerb, der Besitz, die Überlassung, die Verschaffung, die Ein- und Ausfuhr sowie die Bewerbung von Suchtmitteln verboten. Auch kleinste Mengen (z.B. die Tagesdosis für den Eigenverbrauch) sind nach dem Gesetz verboten.
Erzeugung (§27/§28)
Unter der Erzeugung wird einerseits die Gewinnung - die Trennung des Cannabisharzes von den Pflanzen, aus denen es gewonnen wird - und andererseits die Herstellung (Reinigen und Umwandlung) verstanden. Die Gerichte sehen auch den Anbau und die Aufzucht der Cannabispflanzen selbst möglicherweise als strafbare Handlung an. [Anmerkung: Da Industriehanfsorten mit unter 0,3% THC Gehalt gar kein THC-haltiges Harz ausbilden, ist eine "Suchtgiftherstellung" aus solchen Pflanzen sowohl durch Anbau als auch durch das Trennen des nicht vorhandenen Harzes von der Pflanze gar nicht möglich]
Erwerb und Besitz (§27/§28)
Der Erwerb ist jener Vorgang, durch den eine Person in den Besitz von Cannabis gelangt. Besitz hat jemand, der/die wenn auch nur kurz, "Herrschaft" über Cannabis erlangt und diese, zumindest kurzfristig, aufrecht erhalten will. So wurde auch schon das Mitrauchen eines Joints in einer Runde oder die Übernahme einer Haschischpfeife als "Besitz" von Cannabis eingestuft.
Überlassung (§27)
Cannabis überlässt, wer einem/r anderen (zumindest zeitweilig) Besitz darüber verschafft. Neben dem Verkauf ("dealen") und der Schenkung ist auch schon das "Mitrauchen lassen" durch Zurverfügungstellung eines "Joints mit Gras" eine strafbare Überlassung.
Einfuhr & Ausfuhr (§27/§28)
Unter Einfuhr versteht mensch das "über die Grenze bringen" von Cannabis. Auch der Verkehr zwischen zwei ausländischen Staaten (z.B. zwischen Schweiz und Deutschland), sowie zwischen zwei Staaten der Europäischen Union (z.B. zwischen Österreich und Deutschland) ist strafbar. Wer sich Cannabis aus dem Ausland schicken lässt, macht sich ebenfalls strafbar. Das bloße Mitfahren in einem Auto, in dem Cannabis über die Grenze geschmuggelt wird, ist nicht strafbar, auch wenn die/der Betroffene zwar davon wusste, aber die Tat weder gefördert, noch sonst irgendwie mitgewirkt hat. Unter Umständen kann allerdings eine Strafbarkeit wegen "Unterlassung der Verhinderung einer mit Strafe bedrohten Handlung" bestehen.
Werbung (§29)
Nach dem Gesetz ist auch die "öffentliche Propaganda" für Cannabismißbrauch, zum Beispiel in einer Zeitung, in einer Broschüre, in einem Film, auf einem Plakat oder sonst in einer Art, strafbar. Auch Äußerungen, die ganz allgemein bei anderen den Entschluss zum Cannabismißbrauch [Anmerkung: man beachte die pauschale gleichstellung von Miß- und Gebrauch] hervorrufen sollen sind strafbar. Wesentlich ist, dass die Aufforderung von mehreren Personen (ca. 10 Menschen) wahrgenommen werden kann und geeignet ist, den Mißbrauch zu veranlassen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Cannabis oder die Aufforderung, die Cannabisprohibition zu beenden, ist nicht strafbar.
Für die aufgezählten Vergehen sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe vor.
Im Gesetz heißt es wörtlich: "Wer den bestehenden Vorschriften zuwider ein Suchtgift erwirbt, besitzt, erzeugt, einführt, ausführt oder einem anderen überlässt oder verschafft, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen."
Konsum
Der Konsum von Cannabis ist im Gesetz nicht ausdrücklich unter Strafe gestellt. Da aber Konsum ohne Besitz oder Erwerb von Cannabisprodukten unmöglich ist, ist mit dem Konsum immer eine strafbare Handlung verbunden.
Vorsicht gegenüber Jüngeren, wenn man selbst 19 oder älter ist - Höhere Strafen
Wenn ein(e) über 19-jährige(r), einer/m unter 19-jährigen, der/die mindestens zwei Jahre jünger ist (also z.B. 20+18; nicht aber 19+18 oder 18+16) Cannabis überlässt oder verschafft (siehe unter Überlassung), so kann er/sie zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verurteilt werden. Wichtig ist, dass dem/r über 19-jährigen klar war bzw. klar sein musste, dass die/der andere noch unter 19 Jahre alt ist.
Bande oder Gewerbsmäßig - Höhere Strafen
Wer die vorher beschriebenen Verstöße als Mitglied einer Bande begeht oder "gewerbsmäßig" handelt, kann ebenfalls zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren verurteilt werden. Gewerbsmäßig handelt jemand, der sich oft bzw. mehrmals Einnahmen aus den vorher beschriebenen Verstößen verschafft. Klassischer Fall wäre das "Dealen" über einen längeren Zeitraum, wenn die verkaufte Menge nicht von vornherein begrenzt ist (z.B. nur eine Ernte). Wer sich im Rahmen der "Gewerbsmäßigkeit" oder der "Begehung als Bande" Cannabis oder Geld zur Deckung des eigenen Bedarfs verschafft, fällt nicht unter den erhöhten Strafrahmen (bis 3 Jahre), sondern kann nur zu maximal 6 Monaten Freiheitsstrafe bzw. Geldstrafe verurteilt werden, SOFERN [dieser Zusatz kam erst durch eine Gesetzesänderung der schwarz-blauen Regierung] die Gewöhnung als erwiesen angenommen werden kann.
Große Menge - Höhere Strafe
Das Gesetz sieht für verschiedene Handlungen (siehe oben) die mit einer großen Menge Cannabis begangen werden, höhere Strafen vor. Die Angaben über die "große Menge" beziehen sich immer auf die Reinsubstanz des Wirkungsstoffes (bei Cannabis also nicht einfach das Gewicht des Gras/Haschisch, sondern das Gewicht des darin enthaltenen THC; in Gras sind normalerweise ca. 5-15 % THC, in Haschisch ca.10-20 %, in seltenen Fällen bis zu 40 % THC enthalten). Derzeit gelten über 20 Gramm Reingewicht THC als "große Menge". Wer eine große Menge Cannabis mit dem Vorhaben erwirbt oder besitzt, es in Verkehr zu setzen, kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren verurteilt werden. Wesentlich ist die Absicht, dass das Cannabis zu dem Zweck besessen oder erworben wird, um einer/m anderen übertragen (weitergegeben) zu werden - ob gegen Geld oder als Geschenk ist unerheblich. Es ist auch gleichgültig, ob die große Menge auf einmal oder in mehreren kleinen Mengen an unterschiedliche Personen weitergegeben wird. Große Mengen, die dem Eigengebrauch dienen, fallen nicht unter den erhöhten Strafrahmen und können daher max. mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 6 Monaten bestraft werden. Schwierig könnte in der Realität allerdings der Beweis sein, dass eine "große Menge" nicht zur Weitergabe, sondern bloß zur Deckung des Eigenbedarfs gedacht war. Wer eine "große Menge" Cannabis ein- oder ausführt, in Verkehr setzt oder erzeugt (nur anbaut), kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren verurteilt werden.
Werden diese Vergehen mit einer großen Menge und "gewerbsmäßig" oder "als Bande" begangen, so erhöht sich das Strafausmaß auf bis zu 10 Jahre. Ausgenommen davon sind wieder jene Fälle, die der Finanzierung des Eigengebrauchs dienen, sofern die Gewöhnung als erwiesen angenommen werden kann.
Eine Strafe von 1 bis zu 15 Jahren kann verhängt werden, wenn die Vergehen im Rahmen einer Bande begangen wurden und die Person schon einmal wegen eines solchen Vergehens verurteilt worden ist. Auch die Überschreitung der Grenzmenge (20 Gramm THC) um das 25-fache führt dazu, dass der Strafrahmen auf 15 Jahre erhöht wird.
Wenn man genannte Vergehen mit "großen Mengen" begeht und selbst der "Kopf" einer solche Bande ("der in einer Verbindung einer größeren Zahl von Menschen zur Begehung solcher strafbarer Handlungen führend tätig ist") ist kann man mit 10 bis zu 20 Jahren oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe [ursprünglich 10 bis zu 20 Jahre, jetzt durch die Gesetzesänderung der schwarz-blauen Regierung bis zu Lebenslang] bestraft werden.
ÖFFENTLICHE SICHERHEIT - LESERBRIEFE
ÖFFENTLICHE SICHERHEIT
d. Magazin d. Innenministeriums
Nr. 1-2/2001 Jan. - Feb. 2001

LESERBRIEFE
Drogenpolitik
Öff. Sicherheit Nr. 9-10/00 Text: (auszugsweise)

Die Polizei bekämpft mit hohem Aufwand den Drogenhandel weltweit mit minimalem Erfolg.

Die Dämonisierung von Cannabis ist verglichen mit gesundheitlichem und volkswirtschaftlichem Schaden durch Alkohol unangemessen. Die Zahl der Alkoholkranken ist groß, es gibt zahlreiche Kinder mit Alkoholembryopathie. Embryonalschäden durch Cannabis sind nicht bekannt.
Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Drogenpolitik ist die Akzeptanz der Realität, dass eine alleinige Verfolgung der Händler und die halbherzige Behandlung von Suchtkranken nicht zum Erfolg führen können.

Wenn die Süchtigen ausreichend substituiert sind, brauchen sie nicht zu dealen, sie müssten sich nicht prostituieren, nicht einbrechen, rauben, stehlen. Sie brauchen auch keinen Eigenbedarf. Es gibt dann eine scharfe Grenze zwischen Verbrechen und Krankheit. Das ist zwar nicht typisch österreichisch, aber vielleicht sinnvoll.

Cannabis könnte in der Trafik verkauft werden, dann wäre es auch keine Einstiegsdroge mehr, weil der Kontakt mit dem Dealer ("Probier was Besseres!") wegfällt. Der Reiz des Verbotenen würde ebenfalls wegfallen.
Die auf den Verkauf von Cannabis eingehobenen Steuern könnte man zweckgebunden für Präventionsmaßnahmen, Behandlung von Suchtkranken und zur Bekämpfung des Suchtgiftgroßhandels verwenden.
Die Drogenpolitik scheitert nicht an der Liberalität, sondern am Fehlen einer klaren Trennung zwischen Krankheit und Verbrechen, an mangelhafter Konsequenz, an Wunschträumen und an einer undifferenzierten Bewertung der Gefährlichkeit der verschiedenen Drogen.
Ich hoffe, dass es wenigstens im Polizeiapparat eine fruchtbare Diskussion geben wird. Eine sinnvolle politische Diskussion ist nicht zu erwarten, da niemand an einer Lösung des Problems wirklich interessiert ist.
Das Problem der illegalen Drogen ist perfekt geeignet, um vom Alkoholmissbrauch und anderen Problemen abzulenken.

Dr. Stefan Thalhammer
Amtsarzt der Bundespolizeidirektion Wien
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