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| Das Heeresgeschichtliche Museum
in Wien |
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| Bild: Arsenal
Objekt 1- © Citype |
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Ein Haus der Geschichte:
Das Museum und seine Sammlungen |
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| Meistens wird das Jahr 1848 als auslösend dafür
angesehen, dass im Südosten Wiens ein Gebäudekomplex errichtet wurde,
der eine primär militärische Bestimmung hatte und dann Arsenal genannt
wurde. Es wurde ein militärischer Komplex gebaut, der Truppen und Waffen
beherbergen sollte. Doch diesem Ensemble wurde auch ein repräsentativer
Bau angefügt, der schließlich das erste in Wien errichtete Museum
beherbergen sollte. Damit wurde deutlich, dass es nicht nur um reine
Zweckmäßigkeit ging, sondern darum, der Haupt- und Residenzstadt des
Habsburgerreiches einen auch städtebaulich eindrucksvollen und schön
gestalteten Komplex hinzuzufügen. Aus dem Wettbewerb gingen dann zwei
Architektenteams, nämlich das von Eduard van der Nüll und August von
Siccardsburg sowie jenes von Ludwig Förster und Theophil Hansen als
Sieger hervor. Förster und Hansen erhielten den Zuschlag für den Bau
eines Zeughauses, dem bald der Name „Waffenmuseum“ gegeben wurde. Beide
begannen 1849 mit der Detailplanung und Bauausführung, doch die
Partnerschaft hielt nicht sehr lange, sodass schließlich Hansen
derjenige war, der sein Konzept umsetzte. Er plante ein 235 Meter langes
Gebäude mit vorspringenden Quertrakten und Ecktürmen sowie einem
turmartigen Mittelteil von quadratischem Grundriss, bekrönt von einer
Kuppel. |
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Bild: Ansicht des k.k. Waffenmuseums
im Arsenal; Rudolf von Alt, Aquarell, 1857
© Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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| Als Stilrichtung wählte er eine „byzantinische
Bauweise“, die mit gotisierenden Elementen gemischt werden sollte. An der Fassade des
Gebäudes wurden von einem der bedeutendsten Bildhauer, Hans Gasser,
allegorische Figuren geschaffen. Mit der Architektur des Museums wurde aber nur ein
erstes Kapitel in der Ideengeschichte des Hauses geschrieben, dem noch
viele Kapitel folgen sollten. Und damit begann eine Art unendlicher
Geschichte. Denn was Kaiser Franz Joseph anlässlich der
Schlusssteinlegung für das Arsenal am 8. Mai 1856 zu sehen bekam und
Rudolf von Alt kurz darauf in einem Aquarell festhielt, war noch weit
davon entfernt, fertig zu sein. |
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Bild:
Österreichische Geschützrohre vor dem Museumsgebäude
© Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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| Ein Jahr später waren an den Außenfassaden die
letzten Details angebracht, doch die künstlerische Innengestaltung wurde
erst sechzehn Jahre später beendet. Dabei setzten sich die für die
Gestaltung des Inneren verantwortlichen Architekten und Künstler wie
Carl Rahl und Carl Blaas, vor allem aber die „Betreiber“ des Museums,
nämlich die ersten Kuratoren und Kustoden, über die ursprüngliche
Widmung des Gebäudes – eine neue Heimstätte für Infanteriewaffen ebenso
wie für die kostbare kaiserliche Waffensammlung zu sein – teilweise
hinweg. Natürlich wurde dabei an Bestehendes angeknüpft, doch
ein neues Gefühl für die zeitlichen und räumlichen Dimensionen, aber
auch ein neues Freiheits- und Nationalgefühl wurde auf die jeweiligen
sozialen und politischen Hintergründe eines schon damals tausendjährigen
Österreich projiziert. Ein Programm war geboren. |
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Bild: K.u.k.
Heeresmuseum, II. Waffensaal, Wandbogen V, um 1900
© Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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Bild: Ruhmeshalle
(Detail aus dem Freskenprogramm von Carl Blaas)
© Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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Bild: Stiegenhaus
mit allegorischer Statuengruppe „Austria“ von Johannes Benk, 1869
© Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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Bild: Blick vom
Eingang in die Feldherrenhalle mit 56 lebensgroßen Marmorstatuen
österreichischer Heerführer
© Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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In diesem Zusammenhang fiel dann der Vorschlag,
Gestalten der namhaftesten Herrscher und Feldherren Österreichs in
freien Gruppen aufzustellen und auf den Fresken einige der bedeutendsten
Schlachten und militärgeschichtlich herausragenden Ereignisse zu
verewigen.
Carl Blaas setzte denn auch in seinen Wandmalereien ein Programm um, das
in einem weiten Bogen die österreichische Geschichte zum Inhalt hatte.
Dabei hatte er sich nicht nur an dem Bauwerk zu orientieren, das als
eine Art Gesamtkunstwerk entstanden war und bei dem jedes Detail mit
unendlicher Sorgfalt eingefügt wurde, sondern auch die inhaltlichen
Vorgaben zu berücksichtigen, die ihm von Historikern genannt wurden.
Auch die Kunst sollte in den Dienst eines Museums gestellt werden, das
den Weg Österreichs durch die Zeiten deutlich zu machen hatte. Erst 1872
war die Arbeit vollendet. |
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Bild: Schießvorführung der
Traditionsbatterie RAD 2 (Reitende Artilleriedivision Nr.2; aufgestellt
1866) anläßlich der Veranstaltung "Montur und Pulverdampf" 2009 im
Heeresgeschichtlichen Museum - © Citype |
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| Bei der Überlegung, welche Objekte nun in dieses
Hof-Waffenmuseum im Arsenal kommen sollten, zeigte sich freilich, dass
wohl ein Museum gebaut worden war, dass man aber eigentlich nicht darauf
Bedacht genommen hatte, was darin gezeigt werden sollte. Es war
gleichermaßen zu klein und zu groß und stellte somit ein Bauwerk dar,
das an sich Idee war, aber eigentlich nicht hätte befüllt werden müssen.
Die Hof-Waffensammlung war noch dazu zu umfangreich, um sie in dem dafür
vorgesehenen Saal zu zeigen. Sie blieb daher nur kurz im Arsenal und
übersiedelte nach Fertigstellung des Kunsthistorischen Museums in das
Haus am Ring. |
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Bild: Turm und Druckkörperfragment
des ehemaligen österreich-ungarischen
U-Bootes U-20, das während einer Feindfahrt versenkt und 1962 geborgen
wurde.
© Citype |
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| Da das Museum im Arsenal aber weiterhin genützt werden sollte, galt es
ein zweites Mal zu definieren, was für eine Art von Museum darin
unterzubringen war. Schließlich wurde diese Frage damit beantwortet,
dass das Haus im Arsenal eine Sammlung bekommen sollte, in der sich alle
„Volksstämme der Monarchie“ wiederfinden sollten. Dank der
Bemühungen eines sehr rührigen Kuratoriums kam zwischen 1884 und 1891
eine Vielzahl von wichtigen Gegenständen zusammen, die dann tatsächlich
den Grundstock einer großen und großartigen Sammlung bildeten. Als daher
das Museum, nunmehr „Heeresmuseum“, am 21. Mai 1891 von Kaiser Franz
Joseph erstmals besucht und damit auch offiziell seiner Bestimmung
übergeben wurde, hatten die bereits 35jährigen Bemühungen, dem Haus eine
Linie zu geben, ihren vorläufigen Abschluss gefunden. Mit Beginn des
Weltkrieges 1914 wurde das Museum geschlossen, doch das bedeutete nicht,
dass die Sammlungstätigkeit eingestellt worden wäre. Ganz im Gegenteil
wurde alles daran gesetzt, um ein Defizit des Museums auszugleichen und
eine möglichst umfassende Sammlungstätigkeit in Gang zu setzen. |
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Bild: Uniform von
Erzherzog Franz Ferdinand und Chaiselongue, auf der der Thronfolger
nach dem Attentat in Sarajevo am 28. Juni 1914 starb
Erzherzog Franz Ferdinand (1863-1914) und seine Gemahlin Herzogin
Sophie von Hohenberg wurden während der Fahrt durch Sarajevo durch
Schüsse aus der Pistole des Attentäters Gavrilo Princip tödlich
getroffen. Das Projektil aus einer Browning-Pistole zerriss die
Halsvene des Thronfolgers und verletzte die Luftröhre. An Rock und
Hose sind starke Blutspuren sichtbar. Franz Ferdinand starb, ohne
das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.
© Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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| 1921 wurde das Museum wiedereröffnet. Es hatte einen
Teil seiner Zuwächse in neuen Depots untergebracht; anderes wurde in den
Schauräumen gezeigt, wobei vor allem die 1923 eröffnete
Kriegsbildergalerie zum Ersten Weltkrieg wichtig war, da zum ersten Mal
bildende Kunst in einem nennenswerten Umfang präsentiert wurde, nicht
aber in der Weise, dass Schlachtenszenen und Armeeführer im Vordergrund
gestanden wären, sondern sehr viel stärker der militärische Alltag im
Krieg und die soziale Komponente Beachtung fanden. |
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Bild: Das „Automobil von Sarajevo“
Personenwagen Marke Graef & Stift, Baujahr 1910, 4 Zylinder, 28/32 PS.
Links neben der Windschutzscheibe kleine Erzherzogsstandarte
Das Automobil blieb nach dem Attentat in Sarajevo in Verwahrung. Der
Eigentümer, Franz Graf Harrach, widmete es Kaiser Franz Joseph, der die
Überstellung in das k.u.k. Heeresmuseum verfügte. Von 1914 bis 1944 war
der Wagen in der Feldherrenhalle ausgestellt. Gegen Ende des Zweiten
Weltkrieges wurde er beschädigt, seit 1957 befindet er sich nach einer
Restaurierung an seinem heutigen Aufstellungsplatz.
© Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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| Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde das
Heeresmuseum dem Chef der Heeresmuseen in Berlin unterstellt und bereits
ab 1940 dazu genützt, Sonderausstellungen über Feldzüge des Zweiten
Weltkrieges zu veranstalten. Wie bei den anderen Wiener Museen wurde ab
1943 an die Verlagerung der wertvollsten Bestände gegangen. Am 10.
September 1944 wurde das Heeresmuseum bei einem amerikanischen
Bombenangriff schwer getroffen und der Nordostflügel zerstört. Bei
weiteren Angriffen gingen noch zusätzlich Objekte, in denen
hauptsächlich Depots untergebracht worden waren, zu Grunde. Schließlich
wurde das Arsenalgelände im Verlauf der Schlacht um Wien im April 1945
erneut in Mitleidenschaft gezogen. |
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| Bild: Panzerpark, im
Vordergrund ein Steyr Panzerjäger K Prototyp - © Citype |
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| Die Verluste des Krieges waren bedeutend. Sowohl im
Arsenal als auch an den Verlagerungsorten kam es zu schweren Einbußen.
Zu guter Letzt wurde noch allenthalben geplündert. Der Wiederaufbau des
Museums erfolgte ab 1946 aber nicht in der Weise, dass einfach
wiederbefüllt worden wäre. Vielmehr wurde mit dem Aufbau eines
historischen Museums begonnen, das wesentlich stärker integrativ wirken
sollte als das alte Heeresmuseum. Wichtigste Voraussetzung dafür war,
dass dem Museum von anderen staatlichen Sammlungen, vor allem vom
Kunsthistorischen Museum und von der Österreichischen Galerie im Oberen
Belvedere Gemälde überlassen wurden, die das in Heeresgeschichtliches
Museum umbenannte Haus in die Lage versetzten, historische Abläufe und
nicht nur Episoden zu zeigen und gleichzeitig auch ein Kunstmuseum
besonderer Art zu werden. Die vom Technischen Museum erfolgte Abgabe der
Sammlung von Schiffsmodellen führte dazu, dass dem Heer auch die
Kriegsmarine und wesentliche Objekte zur Darstellung der maritimen
Forschungsgeschichte angefügt werden konnten. Und damit erhielt das
Museum eine Gestalt, die es zum Kulturmuseum ersten Ranges, zu einem
Kunstmuseum, einem technischen und einem naturwissenschaftlichen Museum
werden ließ. |
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| Bild: Saab Draken im
Heeresgeschichtlichen Museum - © Citype |
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| Rund fünfhundert Jahre österreichischer und europäischer Geschichte
finden sich in den ausgestellten Sammlungen des Haupthauses, das seinen
Charakter als Gesamtkunstwerk bis heute behalten hat und mit Tausenden
originalen Objekten etwas sichtbar macht, das zum Weltkulturerbe gehört. |
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Heeresgeschichtliches Museum
Militärhistorisches Institut
A-1030 Wien, Arsenal, Objekt 1 |
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+43-(0)1- 79561-0 |
 |
bmlv.hgm@magnet.at |
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Öffnungszeiten und
Eintrittspreise
entnehmen Sie bitte der Homepage des Anbieters |
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