Der Heldenplatz, ein historischer Ort und zugleich Titel eines
Stückes von Thomas Bernhard. Der Skifahrer Schranz, dann der Hitler,
auch der Papst Johannes Paul II. Sie alle waren einmal an diesem Ort.
Alles Geschichte, und immer war Jubel. Hier ist alles Geschichte und
Gegenwart zugleich. Man kann daran vorbeieilen, zu Fuß oder im teuren
Fiaker. Wer will, kann hier lange verweilen, nachsinnen. Allem
Geschehenen und immer noch Unfaßbaren.
wien: heldenplatz
(von Ernst Jandl)
der glanze heldenplatz zirka
versaggerte in maschenhaftem männchenmeere
drunter auch frauen die ans maskelknie zu heften heftig sich
versuchten, hoffensdick und brüllzten wesentlich.
verwogener
stirnscheitelunterschwang
nach nöten nördlich, kechelte
mit zu-nummernder aufs bluten feilzer stimme hinsensend sämmertliche
eigenwäscher.
pirsch!
döppelte der gottelbock von Sa-Atz zu Sa-Atz mit hünig sprenkem
stimmstummel.
balzerig würmelte es im männechensee
und den weibern ward so pfingstig ums heil
zumahn: wenn ein knie-ender sie hirschelte.
Ansprache Adolf Hitlers auf dem
Heldenplatz, 15. 3. 1938
Helfried Pfeifer (Hrsg.), Die Ostmark. Eingliederung
und Neugestaltung. Historisch-systematische Gesetzessammlung nach dem
Stande vom 16. April 1941, Wien 1941, S. 24 f.
In wenigen Tagen hat sich innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft eine
Umwälzung vollzogen, die wir heute wohl in ihrem Umfange sehen, deren
Bedeutung aber erst spätere Geschlechter ganz ermessen werden.
Es ist in den letzten Jahren von den Machthabern des nunmehr beseitigten
Regimes oft von der besonderen "Mission" gesprochen worden, die in ihren
Augen dieses Land zu erfüllen hätte. Ein Führer der Legitimisten hat sie
in einer Denkschrift genau umrissen. Nach ihr war es die Aufgabe dieser
sogenannten Selbständigkeit des Landes Österreich, die in den
Friedensverträgen fundiert und von der Gnade des Auslandes abhängig war,
die Bildung eines wahrhaft großen Deutschen Reiches zu verhindern und
damit den Weg in die Zukunft des deutschen Volkes zu verriegeln.
Ich proklamiere nunmehr für dieses Land seine neue Mission. Sie
entspricht dem Gebote, das einst die deutschen Siedler aus allen Gauen
des Altreiches hieher berufen hat: Die älteste Ostmark des deutschen
Volkes soll von jetzt ab das jüngste Bollwerk der deutschen Nation und
damit des Deutschen Reiches sein.
Jahrhundertelang haben sich in den unruhevollen Zeiten der Vergangenheit
die Stürme des Ostens an den Grenzen der alten Mark gebrochen.
Jahrhundertelang, für alle Zukunft soll sie nunmehr ein eiserner Garant
sein für die Sicherheit und Freiheit des Deutschen Reiches und damit ein
Unterpfand für das Glück und für den Frieden unseres großen Volkes.
Und ich weiß: die alte Ostmark des Deutschen Reiches wird ihrer neuen
Aufgabe genauso gerecht werden, wie sie die alte einst gelöst und
gemeistert hat.
Ich spreche im Namen der Millionen dieses wunderschönen deutschen
Landes, im Namen der Steirer, der Nieder- und Oberösterreicher, der
Kärntner, der Salzburger, der Tiroler und vor allem im Namen der Stadt
Wien, wenn ich es den in diesem Augenblick zuhörenden 68 Millionen
übrigen deutschen Volksgenossen in unserem weiten Reich versichere:
Dies Land ist deutsch, es hat seine Mission begriffen, es wird diese
erfüllen, und es soll an Treue zur großen deutschen Volksgemeinschaft
von niemandem jemals überboten werden.
Unsere Aufgabe aber wird es nun sein, durch Arbeit, Fleiß und
gemeinsames Einstehen und Zusammenstehen die großen sozialen,
kulturellen und wirtschaftlichen Aufgaben zu lösen, vor allem aber
Österreich immer mehr zu einer Trutzburg nationalsozialistischer
Gesinnung und nationalsozialistischer Willenskraft zu entwickeln und
auszubauen.
Ich kann diesen Appell an Sie aber nicht schließen, ohne nun der Männer
zu gedenken, die es mir mitermöglicht haben, die große Wende in so
kurzer Zeit mit Gottes Hilfe herbeizuführen.
Ich danke den nationalsozialistischen Mitgliedern der Regierung, an
ihrer Spitze dem neuen Reichsstatthalter Seyß-Inquart. Ich danke den
zahllosen Parteifunktionären, ich danke aber vor allem den ungezählten
namenlosen Idealisten, den Kämpfern unserer Formationen, die in den
langen Jahren der Verfolgung bewiesen haben, daß der Deutsche, unter
Druck gesetzt, nur noch härter wird.
Diese Jahre der Leidenszeit haben mich in meiner Überzeugung vom Wert
des deutschösterreichischen Menschen im Rahmen unserer großen
Volksgemeinschaft nur bestärkt. Die wunderbare Ordnung und Disziplin
dieses gewaltigen Geschehens ist aber auch ein Beweis für die Kraft der
diese Menschen beseelenden Idee. Ich kann somit in dieser Stunde dem
deutschen Volke die größte Vollzugsmeldung meines Lebens abstatten:
Als Führer und Kanzler der deutschen Nation und des Reiches melde ich
vor der Geschichte nunmehr den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche
Reich!
Deutschland und sein neues Glied, die Nationalsozialistische Partei und
die Wehrmacht unseres Reiches - Sieg Heil!
Text auszugsweise aus
DÖW - Dokumentationsarchiv des österreichischen
Widerstandes