Wien (RK). Ab 10. Mai 2008 können die Wienerinnen und Wiener mit den Zügen der Linie U2 über die derzeitige Endstelle am Schottenring hinaus via den Praterstern und das Messegelände bis zum Ernst-Happel-Stadion fahren - rechtzeitig zum Ankick des ersten Spiels der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Wien am 8. Juni 2008.
Die Linie U2 verkehrt bis zur Erweiterung zwischen Karlsplatz und Schottenring und hat sechs Stationen. Nun wird sie bis zum Ernst- Happel-Stadion verlängert. Seit Sommer 2003 wird an der rund vier Kilometer langen Verlängerungsstrecke gebaut. Am 10. Mai 2008 sind die aufwändigen Bauarbeiten nach rund fünf Jahren Bauzeit abgeschlossen, und die bis dato dreieinhalb Kilometer lange Strecke wächst um rund vier Kilometer auf knapp siebeneinhalb Kilometer an.
Statt sechs Stationen werden den Fahrgästen entlang der U2 dann
elf Stationen zur Verfügung stehen.
Wer nach der Eröffnung des neuen U2-Abschnitts vom Karlsplatz ohne Stress, Stau und Parkplatzprobleme zu einem Fußballspiel ins Stadion fahren möchte, ist dann nur noch 14 Minuten unterwegs. Vom Rathaus zur Station Messe Prater sind dann nur 10 Minuten nötig.
Bgm. Dr. Michael Häupl u. Vbgmin. Grete Laska präsentieren
fertig gestellte U2-Verlängerung
Die Wiener U-Bahn
Anfang November 1969 war der Baubeginn für die Wiener
U-Bahn. Doch von der ersten U-Bahn-Idee bis zu dem Zeitpunkt, als am Karlsplatz die ersten
Baumaschinen auffuhren, vergingen mehr als 100 Jahre.
Bereits 1858 hatte der Stadtplaner Ludwig Zettl vorgeschlagen, den Stadtgraben nicht
zuzuschütten, sondern ein Gewölbe darüber zu errichten und darin eine Pferdebahn auf
Schienen anzulegen, die rings um die Stadt fahren sollte. Die Tunnel sollten eine
Verbindung zwischen dem Zentralbahnhof und den Markthallen schaffen, mit Gaslicht
beleuchtet werden und auch gleich als Lebensmittelmagazine dienen.
1883 sah ein Projekt der Firma Siemens und Halske eine Kleinprofilbahn vor. Der Bau
scheiterte an der Sorge des Magistrats, das innerstädtische Geschäftsleben könne
dadurch beeinträchtigt werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Wiederaufbau im Vordergrund, doch mit zunehmendem
Wohlstand und der damit verbundenen Motorisierung wurde das Thema U-Bahn
wieder aktuell. Nach jahrelangen Vorarbeiten und eingehenden Diskussionen beschloss der
Wiener Gemeinderat am 17. November 1966 den Bau eines U-Bahn-Netzes.
In der ersten Ausbauphase waren U1 (Reumannplatz bis
Praterstern), U2 (Karlsplatz bis Schottenring, zum Teil auf der Trasse der
Unterpflasterstraßenbahn unter der Zweierlinie) und U4 (als Umgestaltung der
Stadtbahnstrecke zwischen Heiligenstadt und Hütteldorf) an der Reihe. Die Bauarbeiten
starteten im November 1969 am Karlsplatz.
Bedingt durch den Einsturz der Reichsbrücke (1. August 1976) konnten die Arbeiten an der
ursprünglich für später vorgesehenen U1-Verlängerung nach Kagran vorgezogen werden,
und am 3. September 1982 standen den Fahrgästen bereits 30 Kilometer U-Bahn mit 39
Stationen zur Verfügung.
U-Bahn Station im Stadtpark
U3 und U6 waren dann in der zweiten Ausbauphase an der Reihe. Basierte die U6 zum Teil auf
der Stadtbahn-Gürtellinie, so war die U3, so wie vorher auch die U1, eine komplett neue
U-Bahn-Strecke. Die U6 wurde in den Jahren 1989 bis 1996 Stück für Stück fertiggestellt
und verbindet nun Siebenhirten mit Floridsdorf.
In der 3. Ausbauphase der U-Bahn (2000-2010) wird die Linie U1 von Kagran nach Leopoldau
(2006) und die U2 vom Schottenring über das Stadion (2008) zur Aspernstraße (2010) verlängert.
Am Ende der 3. Ausbauphase wird das U-Bahn-Netz auf 74,6 km anwachsen.
U-Bahn Station Schönbrunn
U-Bahn Station Schwedenplatz
U-Bahn Station Spittelau
U-Bahn Station Spittelau
Eine kleine Geschichte zur U5
Die Linienbezeichnung U5 fehlt im Wiener U-Bahn-Netz und in den weiteren Ausbauplänen. Warum? Diese Frage wird oft gestellt, sie lässt sich nur im Rahmen eines Rückblicks auf die U-Bahn Planung seit den 60er Jahren beantworten.
Die Linienbezeichnung fand sich bis in die 70er Jahre in vielen Entwürfen eines "möglichen Endnetzes". Die Festlegung der Linienbezeichnung erfolgte in Anlehnung an das Nummerierungsschema der Straßenbahn - gegen den Uhrzeigersinn - im Süden beginnend. Da es sich - im Gegensatz zu den Straßenradialen - um Durchmesserlinien handelt, wirkt die Nummerierung relativ willkürlich. Die erste U5 war 1966 als eine Linie Hernals - Schottenring - Stadion (zwischen Donaukanal und Stadion identisch mit der derzeit in Bau befindlichen U2-Verlängerung) geplant. Bei allen Netzplanungen wurde diese Linie als nicht ausbauwürdig erkannt und zurückgestellt.
Heute handelt es sich bei der Linie U5 um eine langfristige Netzerweiterung, die gemeinsam mit einem weiteren Ausbau bzw. Verknüpfung mit der Linie U2 in einer möglichen fünften Ausbauphase realisiert werden soll. Die Linie U5 würde von Hernals kommend bei der Station Rathaus auf der derzeitigen Stammstrecke der U2 bis Karlsplatz und anschließend in den Bereich Aspanggründe und Arsenal (jetzige Trassenüberlegung der Bearbeitung U2-Süd Variantenuntersuchung) geführt werden. Die U2 würde von der zukünftigen Endstelle Aspernstraße (2009) bis zum Rathaus und anschließend in einem Neuabschnitt über die Neubaugasse, Pilgramgasse, Matzleinsdorfer Platz und Wienerberg bis zur Gutheil Schoder Gasse geführt werden. Da es sich bei dieser Linienverknüpfung um eine langfristige Netzerweiterung handelt ist, nach derzeitigem Planungsstand, eine Realisierung vor 2020 ausgeschlossen.
aus
Websercice der Stadt Wien
wien.at vereinigt umfangreiche Informationen und Dienste zu allen
Lebensbereichen der Stadt Wien sowie zahlreiche weitere Services
Der „Wiener
U-Bahn-Maulwurf“,
das U-Bahn-Bau-
Maskottchen, ein nach Entwürfen von Gottfried Kumpf
gestalteter Maulwurf, gibt es als Postkarte,
Schlüsselanhänger , Stofftier oder auf dem
U3-Eröffnungs-Häferl. Das Leben des Maulwurfs spielt sich,
wie die Arbeitswelt der Tunnelbauer, unterirdisch ab.
Gottfried Kumpf hat auch den neuen
Brunnen "Der Froschkönig" an der U3-Endstelle Simmering
gestaltet.
Bau des Grundnetzes
Erst am 26. Jänner 1968 beschloss der Gemeinderat der
Stadt Wien den Bau eines U-Bahn-Netzes, wobei nach Evaluierung von rund
25 Projektvarianten ein 30 Kilometer umfassendes engeres Grundnetz als
dringlichst angesehen wurde. Dieses engere Grundnetz umfasste die Linien
U1 mit der Strecke Reumannplatz - Praterstern, U2 zwischen Karlsplatz
und Schottenring sowie U4 von Hütteldorf bis Heiligenstadt.
Die Bauarbeiten der ersten Ausbaustufe begannen 1969 am Karlsplatz, dem
größten U-Bahn-Knoten, an dem sich die drei Linien des Grundnetzes
treffen und der auch lange Zeit die U-Bahn-Leitstelle beherbergte. Dabei
wurde die U1 in voller Länge neu gebaut. Die 1,8 Kilometer lange
Zweierlinie der unterirdisch geführten Straßenbahn zwischen Rathaus und
Babenberger Straße wurde durch Umbau als U2 in das Netz integriert, was
aber einen Neubau an beiden Enden des Straßenbahntunnels (von
Babenberger Straße bis zum Karlsplatz sowie vom Rathaus bis zum
Schottenring) notwendig machte. Dadurch wurde diese Strecke auf 3,5
Kilometer verlängert. Die U4 resultiert aus der Umstellung der Wiental-
und Donaukanallinie WD der Stadtbahn zur stromschienenbetriebenen U-Bahn
mitsamt dem größtenteils kompletten Umbau der Stationen. Zur
Finanzierung wurde eine eigene Dienstgeberabgabe eingeführt, die auch
heute noch gilt und umgangssprachlich als U-Bahn-Steuer bezeichnet wird.
Der Personenverkehr der Wiener U-Bahn begann am 8. Mai 1976 auf der
Linie U4 zwischen Heiligenstadt und Friedensbrücke als Testbetrieb. Als
erste echte Neubaustrecke wurde zwei Jahre später, am 25. Februar 1978,
die Linie U1 im Tunnel zwischen Reumannplatz und Karlsplatz in Betrieb
genommen.
U-Bahn Station Friedensbrücke
Die Linie U2 folgte am 30. August 1980, sie führt seither von Karlsplatz
über Schottentor zum Schottenring. Der Sinn der Linie U2 ist wiederholt
hinterfragt worden, zumal auf dem Großteil der Strecke ohnehin drei
äquivalente Straßenbahnlinien mit deutlich größerem Netz verkehrten. Der
markanteste Unterschied zu U1 und U4 lag bereits damals in der
verhältnismäßig kurzen Strecke und den beiden zentral gelegenen
Kopfbahnhöfen Karlsplatz und Schottenring. Sie bedeuten für die meisten
Fahrgäste zusätzliche Umsteigevorgänge, die die kürzere Fahrzeit
gegenüber der ursprünglich geführten Straßenbahn wieder ausgleichen.
Kritisiert wurde auch der kleine Stationsabstand zwischen den
U2-Haltestellen Volkstheater und Lerchenfelder Straße, der nur ca. 250
Meter betrug; letztere Station wurde deshalb im Zuge der dritten
Ausbauphase im Jahr 2003 aufgelassen. Als die Linie für Umbauarbeiten in
den Jahren 2004 bis 2006 mehrmals eingestellt wurde, konnten die
Straßenbahnlinien am Ring die zusätzliche Personenlast problemlos
übernehmen.
Im September 1981 scheiterte der Versuch kläglich, einen U-Bahn-Ring um
die Innenstadt zu legen und die Züge der Linie U2 beim Schottenring über
die Gleise der U4 bis nach Hietzing als U2/4 bzw. U4/2 weiterzuführen.
Nachdem die Station Schottenring als Verzweigungsbahnhof angelegt war,
der die aus dem Südwesten kommende U4 in einen Nord- und einen Westast
(U5) hätte aufspalten sollen, war dieser Betrieb eine Art Generalprobe
für die geplante spätere Aufspaltung der U2 zwischen Schottentor und
Rathaus (siehe die fehlende U5). Doch wegen der nun ganztägig kurz
geführten Garnituren und der unzureichend auf diesen Betrieb
vorbereiteten Weichenanlagen der Stationen Schottenring und Hietzing kam
es zu massiven Betriebsstörungen. Nach nur 3 Wochen verkehrte die U2
wieder auf ihrer ursprünglichen Strecke zwischen Karlsplatz (U2) und
Schottenring. Die Mängel, die zum Scheitern des Probebetriebs geführt
hatten, wurden nie beseitigt.
Den Abschluss der ersten Ausbaustufe bildete am 3. September 1982 die
Verlängerung der Linie U1 vom Praterstern zur Station Zentrum Kagran.
Die Station wurde später in Kagran umbenannt, um Verwechslungen mit dem
Stadtzentrum zu vermeiden. Damit wurden erstmals Gebiete jenseits
(östlich) der Donau ans U-Bahn-Netz angeschlossen. Die Gesamtlänge des
Netzes betrug so 31,7 Kilometer.
U-Bahn der Linie 3 zwischen den
Stationen Westbahnhof und Volkstheater
Netzerweiterungen um zwei
Linien
Nach dem Bau des Grundnetzes wurden recht schnell
weitere Ausbaupläne baulich umgesetzt. Zunächst war dies die geplante U6
mit der Strecke Heiligenstadt - Philadelphiabrücke, welche durch
Modernisierung und Verlängerung der Stadtbahnlinie G auf 10,6 Kilometer
hervorgehen sollte. Weiterhin war der 8,4 Kilometer lange Neubau der U3
mit der Ost-West-Strecke zwischen Erdberg und Johnstraße konzipiert, der
auch die Unterfahrung der Inneren Stadt beinhaltete. Im Zuge dieser
zweiten Ausbaustufe kam im Jahr 1989 die Linie U6 mit der Trasse
Heiligenstadt - Philadelphiabrücke hinzu, für die die ehemalige
Gürtellinie der Stadtbahn modernisiert und auf Rechtsverkehr umgestellt
wurde. Um die wertvolle Bausubstanz zu schonen, wurde die Linie jedoch
nicht für den Betrieb mit den U-Bahn-Triebwagen der anderen Linien
umgebaut, stattdessen kommen weiterhin Straßenbahn-ähnliche Züge zum
Einsatz. 1995 folgte die erste Verlängerung dieser Linie nach
Siebenhirten unter Einbeziehung der Hochbahntrasse der vormaligen
Schnellstraßenbahnlinie 64 auf einer Länge von 5,2 Kilometern. 1996
wurde die Strecke im Norden nach Floridsdorf verlängert und ersetzte die
damit aufgelassene Trassenführung der U6 nach Heiligenstadt und die
schon früher eingestellte Verbindung zur Friedensbrücke. Die beiden
aufgelassenen Verbindungsstücke stehen seither unter Denkmalschutz.
Zuvor war schon im Jahr 1991 die Linie U3 zwischen Erdberg und
Volkstheater eröffnet worden, welche damit nach der U1 als zweite Linie
den ersten Bezirk kreuzt. Die westliche Endstation Ottakring wurde im
Jahr 1998 erreicht, und seit dem Jahr 2000 liegt das südöstliche Ende
der U3 in Simmering. Diese Linie wird auch als „Kulturlinie“ vermarktet,
da auf ihr etliche künstlerisch gestaltete Stationen liegen und es viele
kulturelle Einrichtungen entlang der Strecke gibt. Höhepunkt ist dabei
die Station Volkstheater mit einer Kunstmalerei an den Wänden und der
hohen Decke. Die Gesamtlänge des Netzes erhöhte sich mit diesen
Baumaßnahmen der zweiten Ausbaustufe auf 61 Kilometer.
Mit dem Jahr 2000 begann die dritte Ausbaustufe. Die Auflassung der
U2-Station Lerchenfelder Straße im Jahr 2003 war die erste Netzänderung
dieser Etappe. Die Verlängerung der U1 von Kagran in Richtung Norden
nach Leopoldau mit 4,6 km zusätzlicher Streckenlänge ging am 2.
September 2006 in Betrieb, die Verlängerung der U2 vom Schottenring zur
Aspernstraße um 9 km ist derzeit noch im Bau. Sie wird in zwei Etappen
eröffnet werden: 2008 und damit rechtzeitig zur Fußball-EM bis zur
Station Stadion beim Ernst-Happel-Stadion, 2010 über die
Donaustadtbrücke bis Aspernstraße).
U-Bahn Station Zieglergasse
Netzausbau
Es werden weitere Streckenprojekte realisiert
bzw. projektiert, welche in den Ausbaustufen zwischen 2000 und 2010
sowie 2010 und 2020 zusammengefasst sind. Auf Grundlage umfassender
Untersuchungen des Liniennetzes in der „Netzanalyse Wiener Linien 2002“
ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien ein anzustrebendes U-Bahn-Netz
für den Zeitraum 2020 bis 2025 entwickelt worden. Die Prioritätensetzung
erfolgte im „Masterplan Verkehr 2003“.
2000 bis 2010: Dritte
Ausbaustufe
Die Verlängerung der Linie U1 von Kagran nach
Leopoldau wurde am 2. September 2006 eröffnet. Damit wurden der 21. und
22. Bezirk stärker an das U-Bahn-Netz angebunden. An der Endhaltestelle
Leopoldau besteht ein Übergang zur S-Bahn. Der Bau der geplanten
Verlängerung der Linie U2 zum Ernst-Happel-Stadion und weiter zur
Aspernstraße war aufgrund rechtlicher Probleme bei der Untertunnelung
zweier Wohnhäuser im 2. Wiener Gemeindebezirk in Verzug geraten. Dank
einer Neuordnung der Bauprioritäten konnte die Verzögerung jedoch
weitestgehend kompensiert werden, und der Baubetrieb an der fraglichen
Stelle ab Juni 2006 wieder aufgenommen werden. Die Fertigstellung der
U2-Verlängerung durch den dicht besiedelten 2. Bezirk zum Praterstern
und an der Messe vorbei zum Ernst-Happel-Stadion bis zur
Fußball-Europameisterschaft 2008 scheint daher gesichert. Die
oberirdischen Rohbauten bis zum Stadion sind weitgehend fertig gestellt.
Am 28. September 2006 erfolgte der offizielle Spatenstich für den
U2-Abschnitt vom Stadion bis zur Aspernstraße im Beisein von
Bürgermeister Michael Häupl und Finanz- und Wirtschaftsstadtrat
Vizebürgermeister Sepp Rieder. Das rund fünf Kilometer lange Teilstück
soll komplett in Hochlage errichtet werden und insgesamt sechs Stationen
erhalten. Am Bahnhof Stadlau wird ein Übergang zu den Zügen der ÖBB
möglich sein. Auch das zweitgrößte Krankenhaus Wiens, das SMZ Ost,
erhält eine eigene Station. Nach der planmäßigen Fertigstellung dieses
Bauabschnitts mit insgesamt elf neuen Stationen bis 2010 wird die Donau
von drei U-Bahn-Linien gequert. Die Gesamtlänge des Netzes wird sich
nach dieser Bauphase auf 74,6 Kilometer erhöhen