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| Wiener Wasserversorgung |
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Der Weg des Wiener Wassers
Das Wiener Wasser kommt aus den niederösterreichisch-steirischen Kalkhochalpen. Das
Quellgebiet der I. Wiener Hochquellenleitung umfasst den Schneeberg, die Rax und die
Schneealpe, das Quellgebiet der II. Hochquellenleitung den Gebirgsstock des Hochschwab.
Durch die Einleitung der Pfannbauernquelle, die sich am östlichen Ausläufer des
Hochschwab befindet, in die I. Hochquellenleitung ist fast ein Ringschluss hergestellt.
Die beiden Quellgebiete umfassen mehr als 600 Quadratkilometer.
Ohne Pumpe bis in die Stadt
Über Kanäle und Stollen, die zum Teil durch Berge geführt werden, gelangt das Wasser im
natürlichen, freien Gefälle ohne eine einzige Pumpe bis in die Stadt. Die
Gravitationsenergie wird entlang der Leitung sogar zusätzlich zur Stromproduktion
verwendet. Auf Grund des großflächigen Quellschutzes ist eine Aufbereitung des
Quellenwassers nicht notwendig.
Grundwasser als Reserve
Wien ist in der einmaligen Situation, sein Trinkwasser fast zur Gänze aus
Hochgebirgsquellen zu beziehen. Ein kleiner Teil wird durch Grundwasserwerke abgedeckt.
Heute greift Wien nur im Falle von Reparaturarbeiten an den Hochquellenleitungen, bei
größeren Rohrgebrechen oder bei extrem hohem Wasserverbrauch in Hitzeperioden auf
Grundwasser zurück. Dazu kommt noch ein geringer Teil Oberflächenwasser aus der
Wientalwasserleitung.
Die Wasserverteilung
Zur zentralen Aufgabe der Wiener Wasserwerke gehört der Ausgleich zwischen dem
natürlichen Vorkommen und der unterschiedlichen Nachfrage nach Wasser in der Stadt.
Dafür gibt es 32 Wasserbehälter (davon 30 in Wien) mit einem Fassungsvermögen von
insgesamt 1,6 Millionen m³, was etwa dem Verbrauch von drei Tagen entspricht. Dort wird
das zugeleitete Hochquellenwasser gespeichert und durch ständige Durchströmung frisch
gehalten. Die ältesten Behälter, so zum Beispiel der Behälter Rosenhügel, stammen
aus dem 19. Jahrhundert (Fertigstellung 1873). Der jüngste Wasserbehälter Jubiläumswarte
wurde im Herbst 2006 feierlich eröffnet.
Wasserbehälter Bisamberg
Das auf der niedersten Terrasse rechts der Donau gelegene Wiener Gebiet, bestehend aus den
Bezirken 2, 20 und zum Teil 3 und 11, sowie die beiden links der Donau gelegenen Bezirke
21 und 22 bilden die größte Versorgungszone Wiens, die so genannte Tiefstzone. In ihr
wird etwa ein Drittel des Wiener Trinkwassers verbraucht. Diese Situation und die
Tatsache, dass das Versorgungsgebiet des 21. und 22. Bezirkes über keinen eigenen
Hochbehälter verfügte, erforderten eine Verbesserung der Wasserversorgung im Hinblick
auf Menge und Sicherheit.
Technische Daten
Wasserbehälter: 60.000 m3 nutzbarer Inhalt, 2 gleiche Kammern, durch einen Mittelgang
getrennt
Baustoff: wasserdichter Stahlbeton
Rohrleitungen: Sphäroguss mit Steckmuffenverbindungen
DN 1000 ca. 4,8 km
DN 800 ca. 6,8 km
DN 600 ca. 1,5 km
Kosten: rund 500 Millionen Schilling (EUR 36,34 Mio.)
Wasserbehälter Michaelerberg
Der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl eröffnete am 3. Mai den Wasserbehälter
Michaelerberg (RK vom 3.5.2002).
Der Bau des Wasserbehälters am Michaelerberg ist die erste Ausbaustufe eines Projektes,
dass zur Verbesserung der Wasserversorgung für jene Gebiete Wiens dient, die, aufgrund
der hohen Lage, nicht gravitativ versorgt werden können. Das Wasser in diesen Bereichen
im Westen Wiens wird mit Pumpen in die jeweiligen Behälter geleitet. Durch den Neubau,
beziehungsweise die Erweiterung der Behälter Michaelerberg, Steinbruch und
Jubiläumswarte wird das Fassungsvermögen der drei Standorte von 2.245 m³ auf 9.000 m³
erhöht.
Das Versorgungsgebiet und der Umbau
Der Wasserbehälter Michaelerberg versorgt die Bevölkerung von Neustift
am Walde, Teile Obersieverings und der Siedlungsgebiete südlich des
Michaelerberges. Das Speichervolumen des alten Behälters umfasste
ca. 380 m³ - das entspricht 1/10 des Tageswasserbedarfes und ist somit
versorgungstechnisch gering. Der neue Wasserbehälter hat ein Volumen
von 4.000 m³ und gewährleistet nachhaltig die Versorgungssicherheit
des oben genannten Gebietes. Der alte Behälter Michaelerberg wurde
abgetragen. Die entstehende Freifläche wurde von der MA 49 - Forstamt
Wien aufgeforstet, da es sich um eine Schutzzone handelt. Der Wasserturm,
der nicht mehr genutzt wird, bleibt als Denkmal bestehen und wird
von einem neu gegründeten Verein erhalten.
Technische Daten
Wasserbehälter: 4.000 m³ nutzbarer Inhalt, aufgeteilt auf 2 Wasserkammern
Baustoff: wasserdichter Stahlbeton
Baubeginn: Sept. 2000
Inbetriebnahme: Dez. 2001
Kosten: ATS 23 Millionen (= EUR 1,760 Mio.)
Behälterareal: 3.000 m³
Das Rohrnetz
Von den Endpunkten der Hochquellenleitungen wird das Wasser über Auffangbehälter in das
städtische Rohrnetz eingespeist. Ein ausgedehntes Leitungssystem bringt das Wasser
schließlich in unsere Wohnungen und Häuser: Das Wasserleitungsnetz umfasst mehr als
3.200 Kilometer öffentliche Rohrstränge und über 100.000 Anschlussleitungen.
Laufende Überwachung und Sanierung
Durch den verstärkten Einsatz in den vergangenen 20 Jahren im Bereich der
Wasserverlustbekämpfung und Bewusstseinsbildung im Verbrauchsverhalten ist es gelungen,
die notwendige Aufbringungsmenge um 25 Prozent zu reduzieren. Das entspricht rund 130.000
m3 pro Tag oder einer zusätzlichen Wasserleitung. Durch entsprechende Bau- und laufende
Überwachungsmaßnahmen arbeiten die Wiener Wasserwerke daran, die Rohrnetzverluste (derzeit
rund zehn Prozent) weiterhin gering zu halten. |
| aus www.wien.at
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| I. Wiener
Hochquellenleitung |
| 1864 beschloss der Wiener Gemeinderat den Bau der I. Wiener
Hochquellenleitung, die noch heute rund 40 Prozent des Wiener Wasseraufkommens deckt. Sie
wurde von dem Geologen und Gemeinderat Eduard Suess geplant und von Bürgermeister Cajetan
Felder realisiert. Diese Leitung sollte die Trinkwasserversorgung mengenmäßig auch für
die Vorstädte sichern und qualitativ so weit verbessern, dass keine gesundheitliche
Gefährdung der Bevölkerung mehr zu befürchten war. Eröffnung 1873
Nach nur dreijähriger Bauzeit wurde die I. Wiener Hochquellenleitung am 24. Oktober 1873
mit der Inbetriebnahme des Hochstrahlbrunnens am Schwarzenbergplatz durch Kaiser Franz
Joseph I. eröffnet. Sie ist 120 Kilometer lang, kostete 16 Millionen Gulden und wurde zum
Symbol für die Befreiung von Wassernot und Seuchengefahr. Für den privaten Gebrauch
wurden nun die ehemaligen Hausbrunnen durch die Gangbassena abgelöst. 1888 waren bereits
über 90 Prozent der bewohnten Häuser des damaligen Stadtgebietes an die neue Leitung
angeschlossen.
Einleitung der Pfannbauernquelle
1965 wurde das gesamte Rax-Schneeberg-Schneealpenmassiv zum Wasserschutzgebiet erklärt.
Ab Dezember 1988 kam zu den bestehenden Quellen die Einleitung der Pfannbauernquelle (aus
dem Aschbachtal an der Mariazeller Bundesstraße) in das Leitungsnetz der I.
Hochquellenleitung. Seit der Einspeisung dieser Quelle kann im Normalfall ganz Wien mit
Hochquellenwasser versorgt werden. |
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| II. Wiener Hochquellenleitung |
Die Eingemeindung der Vororte (1890/92) führte trotz des
Ausbaus der I. Hochquellenleitung zu Versorgungsschwierigkeiten mit Trinkwasser. Nach
umfangreichen Vorarbeiten wurde 1900 der Grundstein für die II. Wiener
Hochquellenleitung gelegt. Sie wurde unter Bürgermeister Karl Lueger mit dem
finanziellen Aufwand von 100 Millionen Kronen errichtet. Die Finanzierung des Baus
erfolgte mittels Anleihen. Vom Hochschwab nach Wien in 36 Stunden
10.000 Arbeiter waren mit dem Bau der über 170 Kilometer langen Wasserleitung von den
Quellwässern aus dem steirischen Salzatal im Hochschwabgebiet bis nach Wien beschäftigt.
Über 100 Aquädukte und 19 Düker (auf dem Gesetz der kommunizierenden Gefäße
basierende Rohrsiphone) mit Längen bis zu 2,5 Kilometer mussten zur Über- bzw.
Unterquerung von Flüssen und Tälern errichtet werden. Die Fließzeit des Wassers
beträgt etwa 36 Stunden. Eröffnung 1910
Am 2. Dezember 1910 wurde die II. Wiener Hochquellenleitung durch Kaiser Franz Joseph I.
im Festsaal des Wiener Rathauses eröffnet. Aus diesem Anlass wurden die beiden
Springbrunnen im Rathauspark erstmals mit Hochquellenwasser betrieben. Der Bau dieser
Wasserleitung hatte nicht zuletzt einen segensreichen Einfluss auf die Volksgesundheit.
Mit der gesicherten Frischwasserversorgung konnten in allen Bezirken Wiens Brause- und
Volksfreibäder errichtet werden. 1973 wurde zum Schutz der Quellen ein wasserrechtliches
Schon- und Widmungsgebiet bestimmt. |
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aus |
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| Websercice der Stadt Wien |
| wien.at vereinigt umfangreiche Informationen und Dienste zu allen
Lebensbereichen der Stadt Wien sowie zahlreiche weitere Services |
| www.wien.gv.at |
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| Die erste
Hochquellenwasserleitung |
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| 24. Oktober 1873. Bürgermeister Cajetan Felder eröffnet die Erste Wiener
Hochquellenleitung mit den Worten: „Der Hütte der Armen sowie dem Palast
des Reichen sollten die Wohltaten dieses Wunderwerkes zugute kommen.“
Gleichzeitig mit der Wasserleitung wird auch der Hochstrahlbrunnen auf
dem Schwarzenbergplatz eingeweiht. In den ersten Jahrzehnten des
19.Jahrhunderts war die Einwohnerzahl Wiens rapide gestiegen; sie betrug
im Jahre 1830 inklusive der Vorstädte bereits 318000. Die
fortschreitende Verbauung hatte zur Folge, dass die Schöpfleistung der
damals rund 10 000 Brunnen immer mehr nachließ. So gehörte der
Wassermann, der mit einem Pferdewagen frisches Wasser aus einem großen
Fass zum Verkauf anbot, zum typischen Wiener Straßenleben. 1861 gab die Stadterweiterungskommision die erste Anregung zum Bau einer
Hochquellenleitung. Im folgenden Jahr wurde eine eigene
Wasserversorgungskommision eingesetzt, sie sich für eine Zuleitung aus
dem Bereich von Schneeberg und Rax aussprach. Am 21.April 1870 nahm
Kaiser Franz Josepf I. den ersten Spatenstich vor. Sieben Quellen
mussten zusammengefasst, 120 Kilometer Rohrstränge gebaut und zahlreiche
Aquädukte errichtet werden. Die Kritik blieb freilich nicht aus: Statt
der prognostizierten zwei Millionen Eimer pro Tag lieferte die Erste
Hochquellenleitung nur 1 200 000 Eimer. |
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