Kahlenberg
Kahlenberg - © Citype, Gaube
Bei der zweiten Türkenbelagerung 1683 wurde die Stadt von hier aus
vom Entsatzheer befreit, woran die Kirche am Gipfel erinnert. © Citype
Der Kahlenberg (484 m) ist der beliebteste der Wiener Hausberge. An klaren Tagen sieht man von hier über die Stadt und den Donaustrom bis ins Schneeberggebiet und zu den Kleinen Karpaten. Historisch gesehen gibt es einige Verwirrungen: Es heißt, daß hier der päpstliche Legat Marco d’Aviano und der polnische König Johann Sobieski 1683 die Messe lasen, ehe Sobieski das Entsatzheer den Berg hinabführte, um Wien aus der Umklammerung durch die Türken zu befreien.
Bild: Heutransport des Magistrats der Stadt Wien,
Abteilung Forstamt und Landwirtschaftsbetriebe
© Verlag Christian Brandstätter - Manfred Horvath
Die barocke Josefskirche, die mit Kitsch und Votivgaben gefüllt ist, wird heute von Polen geführt, und die Sobieski-Kapelle darin ist ein vielbesuchtes polnisches Nationalheiligtum. Inzwischen ist jedoch ziemlich sicher, daß die historische Messe auf dem benachbarten Leopoldsberg (425 m) stattgefunden hat, zu dem ein bequemer Fußweg führt (oder der Bus 38A). Und um die Sache noch mehr zu verwirren, fand auch ein Namenswechsel statt: Der Kahlenberg hieß nämlich seiner vielen Wildschweine wegen früher Sauberg, und der Leopoldsberg hieß Kahlenberg. Als aber 1693 die Leopoldskirche auf dem heutigen Leopoldsberg gebaut wurde, tauschten die Berge einfach ihre Namen aus.
Kahlenberg - © Citype, Gaube
Kahlenberg
Der Kahlenberg mit seinem Selbstbedienungsrestaurant und der großen Terrasse ist besonders am Wochenende eine beliebte Touristenattraktion. Etwas stiller ist es auf dem Leopoldsberg mit seiner kleinen Kirche und den Informationstafeln zur Türkenbelagerung Wiens sowie den Resten der alten Babenbergerfestung (1135), von wo die Aussicht ebenso herrlich ist und ein sehr hübsches Restaurant mit Garten zum Bleiben einlädt.

Top Secret: Am Fuß des Kahlenbergs liegt das Kahlenbergdorf, ein romantischer Ort an der Donau, in dem es wunderschön in den Weinbergen gelegene Heurige gibt. Der Ort läßt sich bequem vom Berg herab erwandern. Von dort fährt ein Bus bzw. die Schnellbahn zurück zur U4-Station Heiligenstadt.
Text auszugsweise aus
Käthe Springer; Wien City Guide
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Photographien von Manfred Horvath
Verlag Christian Brandstätter - Wien
mit freundlicher Genehmigung
Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen
www.brandstaetter-verlag.at
Die Kahlenbergbahn
Die Zahnradbahn auf den Kahlenberg - © Deuticke Verlag
Die Zahnradbahn auf den Kahlenberg
7. März 1874. Die erste Zahnradbahn Österreichs, errichtet nach dem Vorbild der Schweizer Rigibahn, wird eröffnet. Sie führt von Nussdorf über Grinzing und das Krapfenwaldl auf den Kahlenberg. Dort hat die Kahlenberg A.G., die den Großteil des Berges gekauft hat, 1872/73 ein Hotel gebaut. Die Bahn, ebenfalls im Besitz der Gesellschaft, überwindet auf 5,5 km 316 m Höhenunterschied mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h. Es beginnt ein harter Konkurrenzkampf mit der schon im Juli 1873 eröffneten Drahtseilbahn auf den eopoldsberg. 1875 erwirbt die Kahlenberg A.G. die Leopoldsbergbahn und trägt sie ab. Auch die älteste Wiener Bergbahn, die Drahtseilbahn auf die Sophienalpe, hält sich nicht lang. Diese „Knöpferlbahn“, wie sie die Wiener nennen, die kutschenähnliche offene Wagen an einem Seil fördert, wird schon neun Jahre nach der Eröffnung wieder stillgelegt (1881). Die Kahlenbergbahn hingegen kann sich bis 1920 behaupten.
Kahlenberg
Der Kahlenberg gehört zum Wienerwald und ist eine Sehenswürdigkeit Wiens sowie ein beliebtes Sonntagsausflugsziel der Wiener, da man vom Kahlenberg Aussicht auf ganz Wien hat.

Am Bergplateau knapp unterhalb des Gipfels steht die kleine Kirche St. Josef, daneben die Busstationen und ein großer Parkplatz. Von dort kommt man nach wenigen Schritten zur Aussichtsterrasse an der nach Wien abfallenden Geländestufe. Hier befand sich bis vor kurzem ein Restaurant, das der bekannte Architekt Erich Boltenstern in den 1930er-Jahren errichtete. Teile dieses ehemaligen Restaurants, die alte Terrasse sowie die daran angrenzende, seit vielen Jahren leerstehende Hotelruine wurden abgerissen und stattdessen 2007 ein Apartmenthaus gebaut. Zwischen diesem und dem bestehenden Restaurant entstand zeitgleich eine neue Aussichtsterrasse und ein moderner Seminar- und Ballsaal. Nach Fertigstellung begann hier die Modul University Vienna im Wintersemester 2007/2008 mit MBA-Studiengängen für Tourismus und Hotelwirtschaft.
Bild: Kahlenbergterasse - Postkarte
 
Bis ins 17. Jahrhundert war der heutige Kahlenberg unbewohnt. Ursprünglich hieß der Kahlenberg Sauberg oder Schweinsberg. Sein Name resultierte aus den zahlreichen Wildschweinen, die in den Eichenwäldern lebten. Ferdinand II. erwarb 1628 den Berg vom Stift Klosterneuburg und nannte ihn Josephsberg. Erst nachdem Leopold I. den ursprünglichen Kahlenberg in Leopoldsberg umbenannt hatte, erhielt der Sauberg den Namen Kahlenberg.
Dieser Bericht basiert auf einem Artikel der
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Die Leopoldskirche (XIX., Leopoldsberg)
Leopoldsberg - © Citype, Gaube
Leopoldsberg
Eine mittelalterliche Georgskapelle wurde gemeinsam mit der Burg auf dem Berggipfel 1529 vor den herannahenden Türken gesprengt und 1575 endgültig abgetragen. Nach der Pest von 1679 legte Leopold I. den Grundstein zu einer neuen, nun dem hl. Leopold geweihten Kirche. Durch die Türkenbelagerung 1683 wurde der Bau unterbrochen, die Kirche abermals beschädigt. Am 12.September 1683 las hier Marco d´aviano jene denkwürdige Messe vor der Entsatzschlacht von Wien, bei der Polenkönig Sobieski ministriert haben soll (?1683). Nun, 1693, wurde die Kirche wiederhergestellt und geweiht. Zu Anfang des 18.Jahrhunderts wurde hier auch ein Schlösschen errichtet; 1718 – 1730 wurde die Kirche auf die heutige Größe erweitert. Der Name der Kirche bewirkt, dass die bisher „Kahlenberg“ genannte Erhebung den Namen „Leopoldsberg“ erhält; der frühere Name übertrug sich dann allmählich auf den zweiten Gipfel des Bergzuges. Zuvor hatte der heutige Kahlenberg „Sauberg“ geheißen. Die als „Schlacht am Kahlenberg“ in die Geschichte eingegangene Entsatzschlacht um Wien, 1683, spielte sich tatsächlich auf den Hängen des Leopoldsberges ab.
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Naturschönheiten in Österreich
Nußberg-Leopoldsberg/Wien
Bild: © Post.at
 Der Nussberg ist sowohl hinsichtlich seiner geologischen Entwicklung als auch seiner Rolle in der Geschichte ein markanter Punkt in der Stadtlandschaft Wiens. Für die Geologie hat der Nussberg Bedeutung im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte des Wiener Beckens, doch viel wichtiger für das Bewusstsein der Wiener ist seine Kulturgeschichte. Am Fuße des Nussbergs liegt der kleine Ort Nussdorf, wo schon Kelten und Römer siedelten. Die weit zurückreichende Historie des Ortes resultiert aus seiner direkten Lage an der Donau, wodurch Schifferei und Fischerei möglich wurden, aber noch mehr aus dem Weinbau. Während der 2. Türkenbelagerung Wiens im Jahre 1683 spielte der Nussberg eine wesentliche Rolle. Am 12. September 1683, noch in der Dunkelheit, begannen die kaiserlichen Truppen mit dem Abstieg an der Südwestseite des Nussbergs, und am Nussberg selbst lieferte man sich die ersten Scharmützel mit den Türken. Am späteren Vormittag konnten Nussdorf und Heiligenstadt befreit werden. Doch zurück zum Weinbau. Der hier erzeugte Wein, der "Nussberger", ist legendär. Kein Wunder, dass auch in Liedern seine Güte gerühmt wird. In zahlreichen Buschenschänken - den berühmten "Heurigen" - am Fuße des Nussberges lassen sich Einheimische wie Besucher Wiens den "Nussberger" schmecken. Die Marke zeigt ein Landschaftsbild des Nussberges und des Leopoldsberges.
Erscheinungsdatum:   21.2 1997
Druckart:   Kombinationsdruck
Entwurf:   Adolf Tuma
Stich:   Gerhart Schmirl
Druck:   Österreichische Staatsdruckerei
Art:   Sonderpostmarkenserie
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