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| Ausstellung: 200 Jahre Karlsplatz |
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Karlsplatz, um 1890
Ausschnitt aus einer 3D-Animation von 7reasons
© Wien Museum |
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| Erstklassige Kunst & innovative
3-D-Animationen |
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| "Am Puls der Stadt" war die umfangreichste
stadthistorische Ausstellung, die das Wien Museum in den vergangenen
Jahren konzipierte, in ihrer Bedeutung vergleichbar mit der Schau
"Alt-Wien" im Künstlerhaus (2004). "Eine Ausstellung als
Fortsetzungsgeschichte, über zwei Jahrtausende hinweg", so Wolfgang Kos,
Direktor des Wien Museums. Aufwändig gestaltete innovative
3-D-Computer-Animationen und Modelle begleiteten die Zeitreise. |
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Karlsplatz, um 1520
Ausschnitt aus einer 3D-Animation von 7reasons
© Wien Museum |
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Karlsplatz, um 1830
Ausschnitt aus einer 3D-Animation von 7reasons
© Wien Museum |
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| 2000 Jahre in 12 Zeitschnitten |
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Ein Gang durch die Ausstellung
In zwölf Zeitschnitten wurden die permanenten Veränderungen des
vielschichtigen Areals unter unterschiedlichen thematischen
Schwerpunkten und Fragestellungen dargestellt: von der frühen Aulandschaft über die Türkenbelagerung von 1529 bis zu U-Bahnbau und
heutiger Situation.
Motto: "Es gibt viele Karlsplätze".
Ein wichtiges Gestaltungs- und inhaltliches Element waren
"Zeitschleusen", die als Verbindungs- und Passagenräume zwischen den
einzelnen historischen Phasen fungierten.t |
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| Die Zeitschnitte im Detail |
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Zeitschnitt 1
EINE AULANDSCHAFT AN DER WIEN
beschäftigte sich mit dem Karlsplatz als naturräumlicher Landschaft,
deren Flora, Fauna, Geologie und flussräumliche Struktur
naturwissenschaftlich untersucht und im epochenübergreifenden Vergleich
präsentiert wurden.
Zeitschnitt 2
STRASSEN NACH DEM SÜDEN
widmete sich dem Karlsplatz zur Römerzeit, der im wesentlichen von
zwei wichtigen, ihn kreuzenden Fernstraßen und repräsentativen
Grabbauten entlang der Limesstraße geprägt war. Der Karlsplatz des
späten Mittelalters war Standort der beiden größten Spitäler Wiens, dem
Heiligengeist- und dem Bürgerspital.
Zeitschnitt 3
VOR DEN TOREN DER STADT
schilderte neben diesem wichtigen Kapitel der Wiener Medizin- und
Sozialgeschichte auch die Vorstadt Wieden als Siedlungs- und
Gewerbegebiet mit bedeutenden, am Wienfluss gelegenen Mühlen.
Zeitschnitt 4
IM SPERRGEBIET GLACIS
In Zeitschnitt 4 dominierte der militärhistorische Aspekt. Als Konsequenz
der Ersten Türkenbelagerung 1529, deren wesentliche Kampfhandlungen im
Bereich des heutigen Karlsplatzes stattfanden, wird Wien von einem
mächtigen, neuen Basteien- Gürtel umgeben. Für die folgenden 300 Jahre
wird der Karlsplatz in einem "Niemandsland" zwischen Stadt und Vorstadt
liegen.
Zeitschnitt 5
WELTPOLITIK AM KARLSPLATZ
thematisierte die Bau- Rezeptions- und Vermarktungsgeschichte des bis
heute bedeutendsten Bauwerkes des Platzes, der Karlskirche. Sie sollte
von Anbeginn an nicht nur ein Sakralbau, sondern auch eine politische
Manifestation und ein kaiserliches Denkmal sein. |
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Johann Friedrich Wizani
Blick vom linken Wienflußufer gegen die Karlskirche, 1822, Ölgemälde
© Wien Museum |
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Zeitschnitt 6
NEUBAUTEN UND ALLEEN
Wichtige Neubauten der Vorstadt Wieden, wie das polytechnische Institut
oder die Großimmobilie des Freihauses, zeigte der Zeitschnitt 6 NEUBAUTEN
UND ALLEEN der sich mit dem Zeitraum von 1750
bis 1850 befasste. Infrastrukturelle Neuerungen und
Verschönerungsmaßnahmen am Glacis, die Beliebtheit des Areals als Vedutenmotiv und die heute kaum mehr bekannte Bedeutung des
Kärntnertores als Schauplatz wichtiger Fest- und Einzüge wurden
thematisiert.
Zeitschnitt 7
HINTER DEM BOULEVARD
In Zeitschnitt 7 wurde die gründerzeitliche Verbauung des Areals
dargestellt. Wichtige bürgerliche Bildungs- und Kulturbauten wie
Evangelische Schule, Künstlerhaus und Musikverein entstehen in dieser
Zeit, die Chance zur Platzgestaltung wurde jedoch verpasst. Lebhaft und
lebendig war jedoch das Alltagsleben am Platz, das besonders vom alten
Naschmarkt
und dem Verkehr über die Elisabethbrücke geprägt war. |
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Zeitschnitt 8
GEGEND WIRD PLATZ:
Mit der Einwölbung des Wienflusses und dem Bau der Stadtbahn um 1900
ergab sich eine geschlossene Platzfläche - erst damit war der
"Karlsplatz" in seiner heutigen Form entstanden. Erste Gestaltungs- und
Verschönerungsmaßnahmen prägten den Plan oberirdisch, während
unterirdisch soziale Randgruppen immer wieder in den Flussröhren und
Kanälen Zuflucht suchten. Zugleich nahm eine erste Verklärungswelle auf
den " verschwundenen" Wienfluss und das bedrohte Freihaus-Areal
nostalgisch Bezug.
Zeitschnitt 9
STREITPLATZ DER MODERNE
schilderte den Karlsplatz als Schauplatz von zentralen
Kulturkämpfen der Wiener Moderne. Die Secession entstand als Symbolbau
der gleichnamigen Künstlervereinigung, die sich vom etablierten
Künstlerhaus abwandte. Das von Adolf Loos eingerichtete Café Museum
erschien den Zeitgenossen wiederum als "Café Antisecession". Otto Wagner
schließlich scheiterte mit seinen zahlreichen Ideen für den Karlsplatz
und vor allem mit seinem Schlüsselprojekt eines Kaiser Franz
Josef-Stadtmuseums an mächtigen konservativen Gegnern. |
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Otto Wagner
Projekt zum Kaiser Franz Josef-Stadtmuseum, 1909
© Wien Museum |
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Zeitschnitt 10
PROJEKTE UND PROVISORIEN
Der Karlsplatz zwischen 1918 und 1970 war Thema von Zeitschnitt 10
PROJEKTE UND PROVISORIEN. Die lange Geschichte unzähliger und letztlich
ergebnislos gebliebener Karlsplatz-Planungen wird vom Bau oft
temporärer, vielfach architektonisch umstrittener Gebäude an den
östlichen und westlichen Rändern des Platzes begleitet. Parallel dazu
erlebte das Areal zwischen 1920 und 1950 eine kurze, aber
zeitgeschichtlich brisante Phase, die von politischen Aufmärschen der
Zwischenkriegszeit bis zum Schwarzmarkt der Nachkriegszeit reicht. |
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Zeitschnitt 11
GRÖSSTE BAUSTELLE EUROPAS
zeigte den in den 1970er-Jahren erfolgten Neubau des Platzes ober- und
unterhalb der Erde. Fast ein Jahrzehnt lang dominierte hier eine riesige UBahn-Baustelle. Die Gestaltung des Resselparks und des
Kirchenvorplatzes durch den Landschaftsarchitekten Sven-Ingvar Andersson
und die als unbefriedigend empfundene Lösung des
oberirdischen Verkehrs wurde von Bürger- und Architektenprotesten und
intensiven Mediendebatten begleitet. |
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U-Bahn-Bau, 1971
Fotografie
© Wiener Linien |
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Wettbewerbsbeitrag von
Gottfried und Anton Hansjakob
zur Umgestaltung des Karlsplatzes,
1971
© Wiener Stadt- und Landesarchiv |
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Zeitschnitt 12
VIELE KARLSPLÄTZE
Der Karlsplatz seit den frühen 1980er-Jahren war Thema von Zeitschnitt
12.
Trotz Negativimage als Drogenplatz, Verkehrshölle und
Architekturdesaster ist er heute ein Platz dichter Urbanität und
vielfältiger Freizeitqualitäten. Das Unfertige, Prekäre und die schnelle
Frequenz des Platzes eignen sich als Anknüpfungspunkt für subversive und
interventionistische Kunstprojekte. Aktuelle Reformprojekte versuchen
den Platz immer wieder neu durchzudenken, müssen sich in der
Realisierung aber oft mit Detaillösungen und Oberflächenkorrekturen
zufrieden geben. |
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| Konzept, Gestaltung, Katalog |
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| Das Konzept der umfangreichen Ausstellung wurde von
Elke Doppler und Christian Rapp gemeinsam mit einem großen Expertenteam
entwickelt. Elke Doppler ist Kunstkuratorin am Wien Museum mit großer
Ausstellungserfahrung (zuletzt: "Schau mich an. Wiener Porträts"), der
Kulturhistoriker Christian Rapp ist freier Kurator und konzipierte 2004
gemeinsam mit Wolfgang Kos eine der erfolgreichen Ausstellungen in der
jüngeren Geschichte des Wien Museums, "Alt-Wien. Die Stadt, die niemals
war". Für die architektonische Gestaltung der Ausstellung zeichnen RAHM
architekten verantwortlich, die bereits bei "Kennedy" und "Schau mich
an. Wiener Porträts" für das Museum tätig waren. Die grafische
Gestaltung der Ausstellung und des Katalogs übernahm das Büro Lichtwitz. |
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| Weitere Ergebnisse zum Thema |
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Karlsplatz |
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