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| Wo das Kipferl entstand |
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| Obwohl Wien für seine köstlichen Torten und Kuchen berühmt
ist besonders Apfelstrudel und Sachertorten, die man in den zahlreichen
Kaffeehäusern und Konditoreien zu kaufen bekommt -, sollte man die weniger üppigen
Produkte der einfachen Bäckereien nicht übersehen. Viele davon liefern die
verschiedensten Brotsorten, Brötchen, Semmeln und Kipferl (Hörnchen, Croissants),
Schwarz- und Weißbrotsorten, darunter das traditionelle Weizen-Roggenbrot, das als |
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| Hausbrot bezeichnet wird. Besuchenswert ist die Bäckerei
Grimm in der Kurrentgasse 10 in der Innenstadt, eine traditionelle Wiener Bäckerei, bei
der sich schon ein Blick durchs Fenster lohnt! Die Bäckereien im alten Stil haben oft
Wunderschöne alte Anzeigetafeln aus schwarzem im letzteren Geschäft sind die Brotlaibe
und Brötchen auch noch aufgemalt). Die bemalten gläsernen Anzeigetafeln, die einst in
Wien weit verbreitet waren, sind heute selten geworden und werden bereits als eigene
Kunstwerke betrachtet (siehe das Studio Carl Zapletals Moderne
Fotografie in der Josefstädter Straße 73 oder das italienisch-französische
Obstgeschäft in der Lange Gasse 20-22 gleich um die Ecke). |
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Altes gläsernes Ladenschild an einer
Bäckerei in der Neustiftgasse
© Verlag Christian Brandstätter
Duncan J. D. Smith |
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Bäckereiprodukte werden an einem Haus
Ecke Burggasse/Sigmundgasse feilgeboten.
© Verlag Christian Brandstätter
Duncan J. D. Smith |
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Das abgebildete Beispiel ist eine frühere Bäckerei in der
Burggasse; hier gab es Mohn- und Topfen- (Quark-) Gebäck sowie Beugel (eine Art
gefülltes Hörnchen). Man übersieht gerne, dass Wien nicht nur die Heimat des
Croissants, sondern auch des Bagels ist. Bagels sind eine jüdische Erfindung und wurden
beliebt, nachdem ein jüdischer Bäcker König Jan Sobieski, der bei der zweiten
Türkenbelagerung Wien von den Türken entsetzt hatte, einige davon serviert hatte. Aus
derselben Zeit stammt das Kipferl (Croissant), dessen halbrunde Form an den Halbmond der
Türken erinnern soll. Als Maria Theresias Tochter Marie Antoinette den zukünftigen
französischen König Ludwig XVI. heiratete, fand es seinen Weg nach Frankreich.
In der Inneren Stadt, in der Grünangergasse 8, gibt es einen Eingang mit geschnitzten
Semmeln, Kipferln und Brezeln, der zum so genannten Kipferlhaus gehört. Der Legende nach
soll hier 1683 das erste Kipferl gebacken worden sein.
Im VIII. Bezirk, der Josefstadt, findet man in der Lange Gasse 34 eine der ältesten
Bäckereien Wiens, die von 1701 bis 1963 ununterbrochen Brot lieferte. Sie befand sich in
einem 1697 erbauten barocken Haus; heute ist dort ein Restaurant namens Alte
Backstube, in dem nach wie vor die alten, vor 300 Jahren installierten
Gerätschaften zu finden sind, sowie ein Museum, das sich mit dem alten Wiener
Bäckerhandwerk befasst.
Die einzige Kirche außerhalb der alten Wiener Stadtmauern, die die zweite
Türkenbelagerung von 1683 überlebte, war die Servitenkirche in der Servitengasse 9. Sie
besitzt nicht nur prachtvolle barocke Stuckverzierungen und war die erste Kirche der Stadt
mit einem ovalen Kirchenschiff, sondern auch eine Kapelle für den hl. Peregrin, ein
Servitenmönch, der Brot an die Armen verteilte. So genannte Peregrinikipfel wurden in
Wien vom 6. April bis zum 6. Mai verteilt, seit ein Bäcker den Heiligen ehrte, indem er
an die Armen Brot austeilte.
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| auszugsweise aus |
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| Duncan J. D. Smith; Nur in Wien |
Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten, geheimen Plätzen und
versteckten Sehenswürdigkeiten
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Fotografien von Duncan J. D. Smith
Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen anderer Städte mit
Asphalt. Karl Kraus (1874-1936)
Wien ist sicherlich eine der großartigsten und zugleich homogensten Hauptstädte in
Europa. Und es ist eine der faszinierendsten. Die Überfülle an Reiseführern, die es zu
kaufen gibt, präsentiert dem nicht allzu anspruchsvollen Besucher eine märchenhafte (und
leicht zugängliche) Fülle an Museen, Kirchen, Palais und kulinarischen Lokalitäten, und
sie erzählen von der Geschichte der Stadt seit den Zeiten der Römer über jene des
Habsburgerreiches bis zur Gegenwart. |
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mit freundlicher Genehmigung |
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| Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
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