Lobau
Die Lobau ist eines der schönsten Naherholungsgebiete Wiens.
Sie gehört zu den letzten intakten Augebieten Europas.
Lobau bedeutet namentlich Wasserwald. Dieser Wasserwald ist in die Obere und Untere Lobau unterteilt.
Auwald, © Kovacs
Das Forstamt der Stadt Wien pflegt und bewirtschaftet
das Gebiet seit Jahren nationalparkkonform.
Mit einer Fläche von rund 2.300 Hektar ist die Lobau Wiens größter Beitrag zum Nationalpark. Das Gebiet entspricht 24 Prozent der Gesamtfläche des Nationalparks Donau-Auen.
Geschichte der Lobau

Die Lobau war ursprünglich eine Insel in der Donau.
Durch Kaiser Heinrich II. erhielten die höfischen Jagdherren das Recht, in den Wäldern der Lobau zu jagen. Dieses Jagdrecht hielt sich bis ins 20. Jahrhundert. Kaiserin Maria Theresia gab 1745 - nach wechselnden Besitzverhältnissen - die Lobau durch eine Schenkung an die Stadt Wien. Aus den Erträgen (die Jagd ausgenommen) wurde das Krankenwesen finanziert. 1809 stationierten sich die napoleonischen Truppen in der Lobau. Es kam zur berühmten Schlacht bei Aspern, in der Napoleon von Erzherzog Carl geschlagen wurde. Um 1900 beschloss der Wiener Gemeinderat nach mehreren zum Teil katastrophalen Überschwemmungen, die Donau zu regulieren.

Lobau - © Citype, Gaube
Eßlinger Furt
Um Wien und die Marchfeldgemeinden nachhaltig vor Hochwässern zu schützen, wurde der Marchfeldschutzdamm von Wien bis zur Staatsgrenze an der March errichtet. Diese Regulierungen formten den heutigen Verlauf der Donau. 1917 gelangte die Obere Lobau, 1973 die Untere Lobau in das freie Eigentum der Stadt Wien. Die Lobau wurde zum wichtigen Trinkwasserspeicher. 1977 erlangte die Lobau internationale Anerkennung: Die UNESCO befand die Untere Lobau als eines der bedeutendsten Feuchtgebiete der Welt und erklärte sie zum "Biosphärenreservat". Seit 1978 ist die gesamte Lobau Naturschutzgebiet. 1996 wurden die Lobau und die gesamten Donau-Auen östlich von Wien bis zur Staatsgrenze der Slowakei zum Nationalpark erklärt.
Lobau - © Citype, Gaube
Eisenbahnanbindung zum Ölhafen Lobau
Durch die Unterschutzstellung als Nationalpark konnte die einzigartige und aus ökologischer Sicht sehr bedeutende Auenlandschaft der Lobau gerettet werden. Die Ausweisung als Biosphärenreservat, Ramsar-Schutzgebiet und Natura 2000-Gebiet unterstreichen die ökologische Bedeutung der Lobau. Durch spezielle Managementpläne ist der langfristige Schutz dieser Lebensräume gewährleistet. Neben dem Arten- und Lebensraumschutz stellen die Erholungsnutzung und die Umweltbildung wichtige Bereiche in der Nationalparkbewirtschaftung dar. Durch gezielte Besucherlenkung kann das Forstamt der Stadt Wien Freizeitnutzung und Naturschutz in Einklang bringen.
Die Landschaft der Lobau
Lobau - © Citype, Gaube
Panozza Lacke
Die Auenlandschaft der Lobau wurde ursprünglich durch die ungebändigte Donau geformt. Die Donau durchströmt im Bereich der Lobau den letzten Abschnitt ihres Oberlaufes. Je nach Wasserstand wurden Sande und Schotter abgelagert oder weggespült. Diese Vorgänge gestalteten immer wieder eine völlig neue Landschaft.

1869 führten die gefürchteten Überschwemmungen zur Donauregulierung. In Wien wurde zwischen 1870 und 1875 ein völlig neues Bett für die Donau geschaffen. Diese Regulierung veränderte den Landschaftshaushalt der Lobau nachhaltig. Durch den Bau des Hubertusdammes und des Marchfeldschutzdammes (bis etwa 1900) wurde die überflutete Au zur Grundwasserau. Heute gelangt Hochwasser nur mehr bei hohem Wasserstand über den Schönauer Schlitz im Schutzdamm rückströmend in die Untere Lobau. Dabei werden Sand und Schlamm (und damit wertvolle Nährstoffe) mitgeschleppt. Diese lagern sich im Auwald ab.

Lobau - © Citype, Gaube
Panozza Lacke
Das Verschwinden der durchströmenden Hochwässer bedeutet für die Lobau den langsamen aber stetigen Übergang von der Weichholzau zur trockenen Hartholzau. Trotz jahrhundertelangen Bemühungen zur Regulierung des Donaustroms konnte sich die Lobau als naturnahes Auenband erhalten. Stromnahe Uferwiesen und Auwälder liegen außerhalb des Dammes. Diese können auch heute noch von Hochwässern überflutet werden.
Das Klima der Lobau
Lobau - © Citype, Gaube
Das Gebiet der Lobau und der Mannswörther Au liegt in einem der trockensten Gebiete Österreichs. Es herrscht typisches subpannonisches Klima. Die Winter sind mäßig kalt und schneearm. Im Sommer tragen die Ostwinde zusätzlich zur Trockenheit bei. Die Lufttemperatur liegt im Jahresmittel bei 9,8 Grad Celsius. Der Niederschlag beträgt zwischen 500 und 700 Millimeter pro Jahr.
Lobau - © Citype, Gaube Lobau - © Citype, Gaube
Freizeitangebote in der Lobau
Die Erhaltung der Erholungsfunktion und die Umweltbildung sind ebenso wichtige Aufgaben des Nationalparkmanagements wie der Arten- und Lebensraumschutz im Nationalpark. Die Besucherinnen und Besucher der Lobau erwartet eine Vielfalt an Einrichtungen.
nationalparkhaus wien-lobAU
Lobau - © Citype, Gaube
Ein neues interessantes Angebot erwartet die Besucherinnen und Besucher der Lobau, im Wiener Teil des Nationalparks Donau-Auen! Ein Bildungs- und Informationszentrum direkt am Eingang zum Nationalpark. Eine Ausstellung zum Hören, Audiovisionen, die "Zeitscheibe" und vieles andere mehr werden die Besucherinnen und Besucher in die einzigartige Welt des Naturraums Donau-Auen führen.
Lobau - © Citype, Gaube
An der Infostelle, die sich im Gebäude befindet und während der Öffnungszeiten betreut wird, können verschiedene Broschüren, die Wanderwegekarte der Lobau, Bücher zum Thema Nationalpark Donau-Auen, Ökologie und Natur sowie verschiedenste Artikel zum Entdecken und Erforschen der Au, wie Lupen und Bestimmungsbücher, erworben werden. Angebote: TonAU - eine Ausstellung zum Hören, Audiovisionen, Waldschule Lobau, Themenführungen in die Lobau, Seminare und Sonderveranstaltungen.
NationalparkCampLobau
Das "NationalparkCampLobau", am Rande des Nationalparkes Donau-Auen, wurde 1999 von der Stadt Wien errichtet. Diese Umweltbildungseinrichtung der Stadt Wien ist ein Projekt der MA 49- Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien und wird vom Verein Grüne Insel betreut. Ein vielfältiges und abwechslungsreiches Outdoor- Programm ermöglicht Schulklassen, Familien, Kindern und naturbegeisterten Gruppen unmittelbaren Naturkontakt und Erholung im Naturjuwel Donau-Auen. Viele attraktive und spannende Camps für verschiedene Altersgruppen ermöglichen ein Naturerlebnis der "anderen Art": erlebnisreiche Expeditionen durch die Au, interessante Wanderungen und Workshops werden angeboten und geben Einblick in den Lebensraum Auwald. Das NationalparkCampLobau eignet sich für Tagesausflüge und Kurzurlaube.
Wiener NationalparkBoot
Nationalparkboot - © Citype, Gaube
Das Wiener NationalparkBoot bietet allen Naturbegeisterten die einmalige Chance, die Lobau im Rahmen eines Halbtagesausfluges hautnah zu erleben. Das NationalparkBoot führt Sie entlang des Wiener Donaukanals in die Lobau. Bei der Anlegestelle Lobau erwartet Sie eine fachkundige Exkursionsleitung. Im Rahmen einer etwa einstündigen Schnupperwanderung wird Ihnen das sensible Ökosystem "Wasserwald" näher gebracht.
Lobaumuseum
Das Lobaumuseum wurde 1972 gegründet und gilt als Wiege des Nationalparks Donau-Auen. Im Museum informieren verschiedene Ausstellungsstücke über die Ökologie der Lobau und der Donau-Auen sowie über die heimische Fauna und Flora. In Dauerausstellungen wird unter anderem die Geschichte der Lobau und das historische Wirken von Generalfeldmarschall Erzherzog Karl beleuchtet. Das Lobaumuseum kann im Rahmen von geführten Exkursionen besucht werden.
Text auszugsweise aus
Websercice der Stadt Wien
wien.at vereinigt umfangreiche Informationen und Dienste zu allen Lebensbereichen der Stadt Wien sowie zahlreiche weitere Services
www.wien.gv.at
Lobau
Das 2500 ha große, ursprüngliche Augebiet liegt noch innerhalb der Stadtgrenzen. Eine Wildnis mit einzigartiger Tier- und Pflanzenwelt, traditionelles Zentrum der Nacktbadekultur, Naherholungsraum für Großstädter, Paradies für Außenseiter und Alternativkulturen – das war und ist die Lobau noch immer. Dass man sich hier auch auf historischem Boden befindet, daran erinnert der Napoleonstein, ein kleiner Obelisk mit der Aufschrift „Napoleon 1809“. Hier nahm der Korse Quartier, von hier wollte er Wien angreifen, und hier hat er seine erste Niederlage erlitten. Prater und Lobau sind für die Wiener stets Inbegriff der Au schlechthin gewesen. Seit 1984 Umweltschützer mit einer Besetzung bei Hainburg für die Rettung der Aulandschaft kämpften, hat sich dieser Begriff gedehnt. Der gelernte Ausflügler weiß heute, dass sich östlich von Wien insgesamt rund 10.000 ha intakter Aulandschaft erstrecken, die als Nationalpark geschützt werden. Die Donau verzweigte sich bei Wien früher in ein fischreiches Netz von Donauarmen, die immer wieder für verheerende Überschwemmungen sorgten. 1868-81 erfolgte daher eine große Donauregulierung. Mit technischen Methoden, die sich schon beim Bau des Suezkanals bewährt hatten, zwängte man den Fluß in ein einziges Bett. Ein schmucklos begradigter Fluß entstand und ein ebenso schmuckloses Überschwemmungsgebiet. Aus dem Flussarm, an dem Wien eigentlich lag, wurde der heutige Donaukanal, der für die Donauschifffahrt nicht mehr zu gebrauchen war. Ein anderer Arm der Urdonau verwandelte sich in ein stehendes Gewässer von 1.6 km² Fläche.
auszugsweise aus
Käthe Springer; Wien City Guide
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Photographien von Manfred Horvath
Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen
www.brandstaetter-verlag.at
 
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