Kampf- und Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung, der an die Bewegung für den
Achtstundentag in den USA anschließt und den die II. Internationale in Paris 1889 als
Festtag für das Proletariat bestimmte. Ab 1890 wurde der 1. Mai von den Sozialdemokraten
in Wien und
anderen Städten festlich begangen und 1919 als Staatsfeiertag
eingeführt, dem sich auch die Kommunistische Partei Österreichs anschloss. Der 1. Mai
wurde im Ständestaat und unter dem Nationalsozialismus beibehalten. In den 70er Jahren
übernahmen zahlreiche andere linke und alternative Gruppen den 1. Mai als Feiertag. Er
hat inhaltlich nur wenig mit den Maibräuchen gemein.
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Maibaum Aufstellen im Freilichtmuseum Großgmain,
Salzburg
Brauchtum
Die Römer feierten im Mai die Floralien, ein Fest zu Ehren der
Blumen-Göttin Flora, einer Patronin des Frühlings und der Blumen. Die Römer führten
gewöhnlich ihre Bräuche in Ländern ein, die sie eroberten. Bei den Kelten war aber
bereits das Beltanefest verbreitet, so dass mit der Zeit Floralien und Beltanefest zum
Maifest verschmolzen wurden. Bemerkenswert ist, dass das Maifest auf erbitterten
Widerstand gestoßen ist, so wurde es 1555 in Schottland verboten, 1644 untersagte das
englische Parlament das Aufstellen von Maibäumen.
In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai wird vielerorts der Anbruch der warmen Jahreszeit
mit einem Tanz in den Mai gefeiert. Besonders "wild" und "gefährlich"
geht es in diesen Stunden in der näheren Umgebung des Harz zu, wo nach einem alten
Volksglauben Hexen auf ihren Besen durch die Lüfte reiten, um auf dem Brocken an den
Hexenfeiern zur Walpurgisnacht teilzunehmen, bei denen dem Teufel gehuldigt wird.
In praktisch allen Gemeinden des mittleren und südlichen deutschsprachigen Raums wird zum
1. Mai nach altem Brauch ein möglichst bunt geschmückter Maibaum aufgestellt, um den
früher verbreitet Volkstänze aufgeführt wurden. Es gilt, im Wettbewerb um den größten
und schönsten Maibaum mit den umliegenden Gemeinden zu bestehen. Auch werden etwa in
Bayern die Maibäume von den jeweils anderen Gemeinden gestohlen und von ihren Besitzern
verteidigt. Nach dem ungeschriebenen Gesetz der Tradition muss eine Gemeinde, deren Baum
gestohlen worden ist, ihn von den Dieben um eine gehörige Menge Bieres
"auslösen". In manchen Gegenden, etwa im Rheinland, sind noch dazu private
Maibäume üblich, die von jungen Männern am Haus ihrer Freundin angebracht werden.
Geschichte zum Kampftag der Arbeiterbewegung
Anfang 1886 rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zur
Durchsetzung des Achtstundentags zum Generalstreik am 1. Mai auf. Es kam darauf zu
Massenstreiks und Demonstrationen in den Industrieregionen. In Chicago endeten die
Demonstrationen tödlich, als zwei Tage später vier Arbeiter bei Auseinandersetzungen mit
der Polizei erschossen wurden.
Bei einer Protestkundgebung am 4. Mai eskalierte die Gewalt. In die Reihen der Polizei
wurde von einem Unbekannten eine Bombe geworfen, die acht Polizisten tötete und
zahlreiche verletzte. Bei dem anschließenden Aufruhr, der in die US-Geschichte als
Haymarket Riot eingegangen ist, wurden mehr als 200 Arbeiter verletzt, die Zahl der Toten
wurde niemals offiziell bestätigt.
Acht Organisatoren der Kundgebung wurden festgenommen und der Verschwörung angeklagt.
Vier von ihnen wurden am Strang hingerichtet, einer beging in seiner Zelle Selbstmord. Die
noch lebenden drei wurden sechs Jahre später begnadigt.
Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen (Arbeiterbewegung) 1889, wurde zum
Gedenken der Opfer des Haymarket Riot der 1. Mai als "Kampftag der
Arbeiterbewegung" ausgerufen. Im Jahr darauf wurde er zum ersten Mal mit
Massenstreiks und Massendemonstrationen begangen.
In der deutschen Geschichte des 1. Mai ist der so genannte Blutmai (Berlin 1929) ein
bedeutendes Ereignis, welches die Widersprüche zwischen KPD und SPD entscheidend
verschärfte.
Gesetzlicher Feiertag wurde der 1. Mai ab 1933 durch die Nationalsozialisten (als
"Tag der nationalen Arbeit").
In den sozialistischen Ländern wurde der 1. Mai als "Internationaler Kampf- und
Feiertag der Werktätigen" für "Frieden und Sozialismus" begangen. Gerne
blickte man dabei auf die Errungenschaften der Arbeiterbewegung zurück. Die Teilnahme an
der Demonstration mit dem Vorbeimarsch an der Tribüne mit Parteimitgliedern und anderen
Ehrengästen war für Betriebe und Schulen im allgemeinen eine Pflichtveranstaltung.
In den USA selbst wollte man den "Krawallmachern" kein Denkmal setzen und legte
den Tag der Arbeit (Labour Day) daher stattdessen in den September.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der 1. Mai 1946 durch den alliierten Kontrollrat
bestätigt. Maikundgebungen durften jedoch nur in beschränkter Form durchgeführt werden.
Der 1. Mai ist in der Bundesrepublik Deutschland nach den Feiertagsgesetzen der
Bundesländer ein gesetzlicher Feiertag ("Tag der Arbeit").
In der Gegenwart gibt es neben den politischen organisierten Demonstrationen auch
regelmäßig Ausschreitungen, vor allem im Zusammenhang mit der Demonstration zum 1. Mai
in Kreuzberg (Berlin) oder in Zürich. Darüber hinaus gibt es seit einigen Jahren den
internationalen "Mayday" bzw. den europäischen "Euro-Mayday" mit
verschiedensten eher friedlichen Aktionen.
Katholischer Feiertag
In Reaktion auf die Soziale Bewegung wurde der Erste Mai von Pius XII.
zum Gedenktag Joseph des Arbeiters erklärt; der Ehemann Mariens und Nährvater Jesu war
laut der Bibel als teknon (Bauhandwerker) tätig und gilt traditionell als Patron der
Arbeiter.
Der bayrische Herzog Maximilian I. erklärte Maria 1616 zur "Patrona Bavariae"
und führte den 14. Mai als Festtag für seine Herrschaft ein. Im Zuge der Revision des
Heiligenkalenders nach dem Zweiten Vaticanum wurde es auf den 1. Mai vorverlegt; es wird
noch immer in den Diözesen der Freisinger Bischofskonferenz (bayrische Diözesen und
Speyer) begangen.