 |
| Marcus Wagen |
 |
| OTS
PRESSEAUSSENDUNG 24.03.2005 |
 |
|
| 90 Jahre Marcus-Wagen im Technischen
Museum Wien |
 |
Das älteste fahrbereite Automobil der Welt, der
Marcus-Wagen,
wird wieder fahren! Die erste Ausfahrt mit dem originalgetreuen
Nachbau wird noch 2005 stattfinden. |
 |
 |
|
BILD zu OTS - im Bild: Marcus-Wagen - Fotograf: Peter Sedlaczek
Fotocredit: Technisches Museum Wien - Ort: Wien / Österreich
Originalgröße: 122kb bei 2008x2008 Pixel |
|
 |
Wien (OTS) - Das Technische Museum Wien ist seit 1915 der
Hüter des wichtigsten Exponates der österreichischen Automobilgeschichte. Der zweite
Marcus-Wagen - im Eigentum des ÖAMTC - wird seit 1918 im Technischen Museum Wien dem
Publikum zugänglich gemacht. Siegfried Marcus, der sich nachweislich seit 1873 mit dem
Bau von Automobilen befasst hat, gilt als einer der wesentlichen Pioniere auf diesem
Gebiet.
Der Marcus-Wagen ist wohl das älteste fahrbereite Automobil der Welt. Seine
Fahrtüchtigkeit wurde 1950 und bei späteren Anlässen mehrmals demonstriert. Das heutige
Geschichtsbewusstsein und der Denkmalschutz erlauben keine weiteren Ausfahrten mit dem
Original, da dieses unersetzliche Monument österreichischer Technikgeschichte keinem
weiteren Risiko ausgesetzt werden darf.
Der Eigentümer ÖAMTC, das Technische Museum Wien und das Bundesdenkmalamt sind sich
einig, dass nur ein exakter Nachbau die Möglichkeit von öffentlichen Ausfahrten bietet.
Das Technische Museum Wien hat, in Zusammenarbeit mit kompetenten Fachleuten und
Organisationen, in seinen eigenen Werkstätten bereits mit der Fertigung der Replika
begonnen.
Für die hauseigenen Werkstätten ist der Marcus-Wagen auf Grund der bisherigen
Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen, welche alle im Technischen Museum Wien
durchgeführt wurden, ein in allen Einzelheiten bekanntes Objekt. Im Bereich der
Restaurierung und damit in der Fertigung von Teilen, blicken wir bereits auf langjährige
Erfahrungen zurück.
Auf Grund der zugesicherten Hilfe und der Begeisterung aller Beteiligten für das Projekt
sind wir sicher, noch heuer die ersten Ausfahrten unternehmen zu können. Natürlich
freuen wir uns über jede weitere Unterstützung für unser Projekt, insbesondere aus der
Wirtschaft sowie von den einschlägigen Bildungsorganisationen. |
 |
|
Technisches Museum Wien
Barbara Hafok
Mariahilfer Straße 212, A-1140 Wien
Tel. 01/899 98-1200
Fax: 01/899 98-1333
mailto:barbara.hafok@tmw.at
www.technischesmuseum.at/presse
|
 |
OTS-ORIGINALTEXT UNTER
AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS |
 |
|
|
 |
Marcus, Siegfried, * 18. 9. 1831 Malchin (Deutschland), 30. 6. 1898
Wien, Mechaniker und Erfinder. Ab 1852 in Wien; betrieb ab 1860 eine Mechanikerwerkstätte
und baute gleichzeitig mit N. Otto Verbrennungsmotoren und Automobile. Am 21. 6. 1864
erwarb er ein Privileg auf eine magnetelektrische Zündung, am 30. 3. 1865 auf einen
Vergaser.
Er montierte den ersten Benzinzweitaktmotor auf einem hölzernen Handwagen, der 1864 kurze
Strecken fuhr. Ob sein zweiter Wagen (heute im Besitz des ÖAMTC) 1872/75 oder 1888
fahrbereit war, ist unklar. Das hölzerne Automobil verfügt über einen liegenden |
|
|
| Viertaktbenzinmotor (Einzylinder) mit Spritzbürstenvergaser und Magnetabreißzündung
und leistet 0,55 kW (0,75 PS). Marcus erwarb mehr als 38 Patente für
Verbrennungskraftmaschinen, Telegrafie, Gastechnik und Elektrotechnik. |
 |
|
|
|
aus |
 |
 |
 |
| aeiou - das kulturinformationssystem des bm:bwk |
| 14.000 Stichwörter und 2000 Abbildungen aus Geschichte, Geographie,
Politik und Wirtschaft Österreichs |
| www.aeiou.at |
|
|
 |
 |
| Der erste Marcuswagen |
 |
|
 |
Bis heute streiten sich Historiker und Publizisten um
das erste Auto und seine exakte Datierung. Jahrelang galt der Wiener Mechaniker Siegfried
Marcus (1831 bis 1898) als der Erfinder des Automobils. Tatsache ist, dass Marcus der
Erste war, der 1870 ein Fahrzeug mit einem Benzinmotor angetrieben hat. Von diesem, in der
Literatur als "MW 1" (Marcuswagen 1) bezeichneten Fahrzeug gibt es keine
Konstruktionspläne oder Patente. Wohl aber ein Foto, das von Marcus selbst signiert und
datiert ist. Darauf ist ein Fahrzeug ohne Bremsen, Fahrersitz und Lenkung zu erkennen. Der
Motor ist stehend über der Hinterachse montiert.
Die Hinterräder dienen gleichzeitig als |
|
| Schwungräder für den Motor. Der Marcus-Motor von
1870, ein kompressionsloser Zweitaktmotor, wird bis 1884 in mehreren Stufen
weiterentwickelt. Der von Marcus entwickelte elektromagnetische Abreißzünder wird 1884
in Deutschland patentiert. 1883 erhält Marcus ein deutsches Patent auf seinen Motor. |
 |
| aus www.planet-wissen.de |
|
|
 |
| Aufbau des Motors |
| 1. Marcuswagen |
 |
 |
Bild:
(Quelle: H. Hardenberg,
S.M. Mythos und Wirklichkeit,
Bielefeld 2000, Seite 142 ff)
A Kurbelwelle, B Tischplatte, C Pleuelstangen, D Kreuzkopf, E
guillotineartiges Gestell, F Zylinder, G Kolbenstange, H Kolben, I kegelförmige Feder, J
Querträger mir Bremse, K Deckel, L Schwungräder, M unterer Totpunkt, N Einlass, O
Brennraum, P oberer Totpunkt, Q Auslass.
|
|
 |
| Der zweite Marcuswagen |
 |
Einige Jahre später, 1887, beginnt die Zusammenarbeit
zwischen Siegfried Marcus und der Maschinenfabrik Märky, Bromovsky & Schulz in
Adamsthal, Mähren. In ihrer Produktpalette hatten die Maschinenbauer einen Zweitakt- und
einen Viertaktmotor nach dem Patent von Marcus.
Knapp 20 Jahre (1888/89) nach den ersten Fahrversuchen entstand der zweite Marcuswagen
(''MW 2''), der bereits alle Attribute eines Autos aufwies.
Das Auto wurde von der Maschinenfabrik in Mähren (heute Tschechien) nach den Plänen von
Siegfried Marcus gebaut und mit dem Marcusmotor ausgerüstet. Der Wagen hatte einen
Viertakt-Einzylindermotor mit einer Leistung von 1 PS. Er verfügte über die von Marcus
entwickelte elektrische ''Magnet-Abreiß-Zündung''.
Zu einer industriellen Umsetzung des ''MW 2'' kam es jedoch nicht. Mit verantwortlich
dafür war wahrscheinlich auch der Tod von Siegfried Marcus im Juli 1898.
Siegfried Marcus hatte zu Lebzeiten 131 Patente in 16 Ländern angemeldet. Er hatte aber
nie von sich behauptet, das Automobil erfunden zu haben.
Der ''Marcuswagen 2'' von 1888/89 wurde irrtümlich über 70 Jahre lang auf das Jahr 1875
vordatiert. |
 |
| Marcus fuhr mit dem ersten Benzinmotor |
 |
In einem Nachlass wurde ein Brief des
Motorenfabrikanten Märky aus Adamsthal gefunden, in dem dieser am 1. Februar 1901 von
einem Gespräch mit Siegfried Marcus berichtet: Marcus habe ihm erzählt, dass er, Marcus,
schon in den 70er Jahren des 19. Jahrhundert einen Benzinmotor auf einen Wagen montiert
habe und mit demselben durch Wien gefahren sei. Das hätte damals großes Aufsehen erregt.
Vermutlich handelte es sich dabei um eine Variante des ersten Marcuswagens. Wenn man der
Aussage des Briefschreibers glaubt, ist Marcus damit zumindest der erste Mensch, der mit
einem benzingetriebenen Wagen gefahren ist. Der "Marcuswagen 2" befindet sich in
fahrbereitem Originalzustand im Technischen Museum in Wien. |
 |
| aus www.planet-wissen.de |
 |
|
| Bürstenvergaser von Siegfried Markus (1885) |
 |
|
|
 |
 |
| Technische Daten |
| 2. Marcuswagen |
 |
Daten des Fahrgestells:
Länge über alles 2905 mm
Breite über alles 1590 mm
Höhe über alles 1600 mm
Radstand 1990 mm
Spurweite vorne 0810 mm
Spurweite hinten 1030 mm
Gewicht 0476 kg |
 |
 |
 |
| Bild: Projekt von Märky, Bromovsky &
Schulz. Signiert mit Adamsthal, 22.1.1889. Stehbolzen, wie hier für
die Hinterachse, in dieser Länge auf Druck und Biegung zu belasten,
war auch schon 1889 eine schwere Sünde für einen Ingenieur. Im gebauten
Fahrzeug wurde durch den gekröpften Rahmen und den damit verbundenen
geringeren Abstand zur Achse der Fehler teilweise wieder gut gemacht.
Die Übersetzung entspricht der ursprünglichen des im Technischen Museum
befindlichen Wagens. Die Durchmesser der Räder blieben unverändert,
der Radstand wurde um 90 mm verlängert. Der Motor ist nur skizziert,
Zündmechanik, Zündmagnet und Schwungrad sind weggelassen. Die Firma
war nicht nur unerfahren im Wagenbau, der Konstrukteur hatte auch
nicht genug Kenntnisse der Mechanik, um die geringe Kraft des Motors
auf die Straße zu bringen. Die Lenkbewegung wird von dem kleinen Handlenkrad
mittels Schnecke auf den Drehschemel übertragen. Die Räder sind aus
Holz und eisenbeschlagen. Gebremst wird über Holzklötze an den Stahlreifen
mittels Hand, wie bei einem Pferdefuhrwerk. |
 |
| Daten: Motor und Antrieb |
 |
Bohrung
Hub
Hubraum
Höchstleistung
Höchstleistung, Urzustand*)
Geschwindigkeit
Geschwindigkeit
Steigfähigkeit
Zündzeitpunkt
Zündzeitpunkt, Urzustand*)
Gewicht |
 |
100 mm
200mm
1570 ccm
opt. 0,66 kW (0,9 PS) bei 300 trs./Min
0,42 kW (0,57 PS) bei 250 trs./Min
errechnet 7 - 8 km/h bei 300 trs/Min
gemessen 5 - 5,5 km/h
1- 1 ½ % (Ermittelt 1950)
optimiert 3 Grad vor OT
10 Grad nach OT
280 kg |
|
| * Urzustand: Wie vor den Untersuchungen an der TH in Wien
(1987) vorgefunden. |
|
 |
 |
Bild: Funktionszeichnung des Motors.
Die beiden Zündelektroden, eine feste und eine bewegliche, sitzen
im Ansaugkanal (Schlitz). Der Magnetzünder (Doppelanker und Dauermagnet)
fehlte bei der Restaurierung im Jahr 1950. Der Motor wird mit einer
Handkurbel angeworfen. Über diese Welle kann auch ein externes Aggregat,
wie z.B. ein Dynamo, angetrieben werden. Der Zylinderkopf ist auf
der Zeichnung weggelassen. Die Funktion des Umlenkhebels (Balancier)
ist deutlich erkennbar. (Quelle: Friedrich Schildberger: Bosch
und die Zündung, Stuttgart 1952) |
 |
| auszugsweise aus |
Siegfried Marcus - Der Erfinder des Automobiles?
www.siegfried-marcus.de |
 |
 |
 |
Postwertzeichen
Republik Österreich
1971
Nennwert: S 4,-
Motiv: Marcuswagen
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
 |
|