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| Maronibrater |
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In Wien bieten zur Maronisaison ca. 180 Maronibrater gebratene Früchte an. Laut
Schätzungen werden rund eine Million Kilogramm der schmackhaften und kalorienreichen -
jedoch fettarmen - Maronen auf den Öfen gebraten und verkauft.
Laut Gewerbeordnung dürfen mit der Gewerbeberechtigung "Verkauf von gebratenen
Kartoffeln und gebratenen Früchten auf der Straße" (freies Gewerbe) auch
Kartoffelpuffer feilgeboten werden. Die MA 59 (Marktamtsdirektion) vergibt für den
jeweiligen Standort die "Gebrauchserlaubnis für transportablen
Maroniverkaufsstand". |
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| aus www.wk.or.at
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| A Maroni hamma da! |
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Maronisaison: Zeitspanne (Oktober bis März), zu der die
Früchte der Edelkastanie (Castanea sativa) in den Städten von Maronibratern feilgeboten
werden. Irgendwie das Gegenstück zur Saloneissaison.
Wem das Gehirn durch Trockenheit leer ist, und der daher im Kopf schwach wird,
jenem empfahl Hildegard von Bingen, sogleich Maroni zu essen, und zwar möge er die
Kastanien vor und nach dem Essen nehmen und sein Gehirn wächst und wird wieder
gefüllt, und seine Nerven werden stark. Das wünschen wir uns alle, und daher
begrüßen wir die Maronizeit. Kleine, zylinderförmige Buden ummanteln zylinderförmige
Holzkohleöfen, in denen sich zylinderförmig bekleidete Männer mit dem Braten von
Edelkastanien beschäftigen.
Diese Brater eröffnen ihre Standln ungefähr jetzt. Am ersten echt kalten Tag. Der
richtige Zeitpunkt ist entscheidend für die Akzeptanz durch die Saison hindurch. Öffnet
der Brater zu früh, am allerletzten Altweibersommertag etwa, macht er sich als Kassandra
unbeliebt, als Saatkrähe zur Unzeit. Sperrt er zu spät auf, mag sich die Kundschaft
bereits anderen Straßenverpflegungen zugewendet haben.
Befragt man seinen Nächsten zur Edelkastanie, kommt sofort Romantik auf: Maroni dampfen,
der Atem dampft, alles richt so gut, sagt meine Frau. Man hält dieses Stanitzl, bemerkt
mein Schwager, man isst etwas Gutes, und plötzlich hat man warme Hände. Ich komme mir
bei so viel Warmherzigkeit fast mieselsüchtig vor, wenn ich mit dünner Stimme
widerspreche: Nein, sage ich, oft kauf ich mir lieber die Bratkartoffeln und
lass mir Mayonnaise draufhauen. Warum? Weil viele Maroni einfach schlecht sind,
faul, verbrannt, schlichter Betrug. Ich weiß es doch: Jeden Frühling finde ich diese
geschwärzten Leichen in den Taschen meiner Mäntel wieder, jene nicht verzehrten, weil
verdorbenen Maroni, wie triste halbierte Zwergengehirne liegen sie in den Fusseln und
berichten vom Niedergang einer Kultur.
Natürlich liebe ich gute Maroni. Nur: Wo gibt es die? Etwa in Wien? Ganz schwer zu sagen,
und zwar deshalb, weil kaum einer der kundigen Brater verlässlich am selben Ort bleibt.
Es herrscht schaustellerische Vaziererei. Es gibt Einzelunternehmer und kleine Ketten, die
Saisonniers und manchmal gar Taglöhner ohne echte Kompetenz beschäftigen. Den guten
Brater findet man noch am besten mit der Nase, und dann vergewissert man sich seiner
Erkenntnis, indem man den Zylinderförmigen beobachtet. Worauf es ankommt?
Der Brater muss den Überblick bewahren und neben gutem Rohmaterial stets Antwort auf ein
Geflecht von Fragen haben: Welche Marone liegt wo wie lange schon bei welchem Status der
Holzkohlenglut im rabenschwarzen Rund? Seine Rolle gleicht derjenigen, die Romanciers als
die des allwissenden Chronisten kennen. Soll hier heißen: Romantik kann auch einfach
gutes Handwerk sein. |
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Textauszug aus
Molden, Ernst
Christbaum kaufen, baden gehen
Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30704-2 |
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| Auszugsweise Veröffentlichung mit freundlicher
Genehmigung des Deuticke Verlages und der Autoren in Zusammenarbeit mit dem Wien-Vienna. |
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Maronibrater am Weihnachtsmarkt beim Rathaus in Wien 2005 |
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| Esskastanien und Maronen |
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Die Esskastanie, ursprünglich aus Kleinasien stammend, wächst heute
wild in den wärmeren Regionen Europas (von Portugal, Italien über Frankreich,
Süddeutschland, aber auch in geschützten Regionen Norddeutschlands). Sie ist aber auch
in Nordamerika, Japan und China zu finden. Der wirtschaftlich genützte Anbau von
Esskastanien ist vorwiegend in den Mittelmeerländern Italien und Spanien zu finden. Die
Samen des bis zu 20 Meter hohen Baumes, der übrigens nicht mit der bei uns heimischen
Rosskastanie verwandt ist, sitzen einzeln, selten zu zweit, in einem mit dünnen Stacheln
besetzten Fruchtbecher, der zum Zeitpunkt der Reife aufspringt. Die Esskastanie enthält
vorwiegend Stärke, Eiweiß und ein Öl, das in rohem Zustand einen mehlig herben
Geschmack aufweist.
Bei den Esskastanien unterscheidet man die Maronen von den gewöhnlichen Esskastanien
(Edelkastanien). Während die im Geschmack kräftigen und angenehm sahnigen Maronen von
ei- bis herzförmiger Gestalt sind und eine flach dreieckige Unterseite aufweisen sind die
gewöhnlichen Esskastanien eher größer rundlicher und einseitig abgeflacht. Der
Geschmack der Esskastanien ist weniger fein ausgeprägt, doch sind innerhalb der Gruppe
der Esskastanien auch Sorten zu finden, die als Dessertkastanien sehr geschätzt werden.
Die Maronen wie die Esskastanien fallen im September und Oktober von den Bäumen, doch
gibt es bei den Maronen Sorten, die als Dauermaronen im November gepflückt werden
müssen. Während diese Dauermaronen längere Zeit aufbewahrt werden können, lassen sich
die gewöhnlichen Kastanien nur eine kurz lagern. Die Kastanienernte beginnt im September.
Früchte, die nicht unmittelbar verzehrt werden, müssen getrocknet werden. Dies geschieht
in den wärmeren Regionen mehrere Tage an der Sonne oder auf Holzleisten über einem
niedrigen Feuer. Danach werden die Kastanien geschält, nach Größe sortiert und
versandt.
Maronen werden gerne als Füllung für Gänse-, Enten und Truthahnbraten oder als Beilage
zu Rotkraut angeboten. Kastanienreis oder Kastanienpüree erfreut sich großer
Beliebtheit. Durch den Koch- oder Röstprozess kommt es durch chemische Prozesse zur
Verzuckerung der Stärke. Die Maronen schmecken daher süß, sind von weicher Konsistenz
und sind so schmackhaft und nährreich. In südlichen Regionen Europas wird aus Kastanien
Mehl gewonnen und eine Art Brot hergestellt. Sehr beliebt sind die so genannten
"Heißen Maroni", die in der kalten Jahreszeit an Straßenverkaufsständen
angeboten werden. Zu erwähnen sind die französischen Spezialitäten "Marons
glaces" (kandierte und glasierte Bruchmaronen) und "Mont blanc"
(Kastanienpüree mit Weinbrand schaumig gerührt und mit Schlagobers serviert).
Der Wurm in der Maroni ?
So sorgfältig die Edelkastanien vor dem Braten am Maronistand ausgewählt werden,
mitunter kann es doch passieren, dass wurmstichige, angefaulte oder verfärbte Früchte an
den Konsumenten verkauft werden.
Bis zu einer Menge von 20 Prozent an nicht der Verbrauchererwartung entsprechenden
Früchten würden gemäß den Bestimmungen des Österreichischen Lebenmsittelbuches
toleriert werden, darüber hinaus wäre dies Grund für eine Beanstandung. Sollten Sie als
Konsument in die Lage kommen, bei einem Säckchen mit zehn gebratenen Maroni mehr als zwei
verdorbene Früchte zu entdecken, ist eine Beschwerde beim nächstgelegenen Wiener
Marktamt gerechtfertigt.
Energiewert und Zusammensetzung
des essbaren Anteils der Esskastanie
885 KJ
210 Kcal
50 Prozent Wasser
1,9 Prozent Fett
2,9 Prozent Eiweiß
42,8 Prozent Kohlenhydrate
13,9 Prozent Saccharose
27,3 Prozent Stärke |
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aus |
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| Websercice der Stadt Wien |
| wien.at vereinigt umfangreiche Informationen und Dienste zu allen
Lebensbereichen der Stadt Wien sowie zahlreiche weitere Services |
| www.wien.gv.at |
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| Edelkastanie |
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Die Edelkastanie (Castanea sativa Mill.), auch Esskastanie, Essbare Kastanie oder Echte
Kastanie genannt, ist eine Baumart in der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Sie ist
in Mitteleuropa bereits seit langer Zeit etabliert und zählt daher zu den sogenannten
Archäophyten.
Verwendung als Nahrungsmittel
In den italienischen Alpentälern sowie in den Regionen der Schweiz, die klimatisch so
begünstigt waren, dass die Kastanien dort gedeihen konnte, galt die Kastanie früher als
Bestandteil der Nahrungsmittel, mit denen man Zeiten der Mißernten überstehen konnte.
Man veranschlagte, dass die stärkereichen Früchte eines Baumes ausreichten, um einen
Winter zu überstehen.
Maronen als Bestandteil traditioneller Regionalküche
Maronenpüree ist eine typisch ungarische Spezialität, ohne die ein Winter in Ungarn
undenkbar wäre. Es wird in nahezu jeder ungarischen Konditorei angeboten. Aus dem Püree
lassen sich beispielsweise auch schmackhafte Kuchen herstellen. |
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Die Herstellung einer süßen Krem (sogenannte
Maronenkrem) aus dem Fruchtmark ist aber auch in anderen Anbaugebieten (beispielsweise
Südfrankreich) verbreitet. Korsika ist bekannt für sein Kastanienmehl, aus dem Suppe und
eine Art Polenta hergestellt werden. Um Kastanienmehl zu erhalten, werden die Kastanien
erst getrocknet, dann geröstet und schließlich gemahlen. Seit einigen Jahren gibt es auf
Korsika auch Bier mit Kastanienmehl (Pietra), es schmeckt mild und würzig.
In Deutschland und Österreich werden Edelkastanien
oft geröstet auf Weihnachtsmärkten angeboten. In Österreich werden diese
Verkaufsstände als Maronibrater bezeichnet. Des Weiteren finden Maronen Verwendung als
Füllung von gebratenem Geflügel (beispielsweise Gans oder Truthahn) oder als gekochte
Beilage.
Verarbeitungsweise
Die Edelkastanien werden am spitzen Ende kreuzweise eingeschnitten und etwa 10 Minuten
trocken in einer unbeschichteten Pfanne, oder im Backofen (bei mindestens 200 °C), oder
unter dem Grill geröstet. Man kann sie stattdessen auch ca. 20 Minuten in Wasser kochen,
dann schmecken sie etwas weicher und mehliger. Vor dem Verzehr werden die Maronen
geschält und die darunterliegende braune Haut entfernt; die leider immer in gewisser
Menge vorhandenen schlechten Exemplare muss man aussortieren. Weiterhin sollte man die
unter der Schale befindlichen Härchen gründlich entfernen, da diese sehr bitter
schmecken. Zur Herstellung eines Pürees müssen die Maronen vorm Pürieren etwa 20
Minuten in kochendem Wasser gedünstet werden. |
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Dieser Bericht basiert auf einem Artikel der |
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