 |
| Julius Meinl |
 |
|
Bild: Der Meinl-Mohr am
Graben
© Verlag Christian Brandstätter - Duncan J. D. Smith |
 |
| Beinahe ein Synonym für Kaffee ist in Wien
der Name Julius Meinl, Händler von grünen und gerösteten
Kaffeebohnen seit 1862. 1891 baute er eine spezialisierte
Rösterei an derselben Stelle, wo der türkische Großwesir Kara
Mustafa 1683 sein |
|
|
 |
|
| sein Lager aufgegeben hatte. Am Fleischmarkt 7
befindet sich das alte Büro der Firma, erbaut 1899, an der Fassade die
stolze Inschrift „Julius Meinl’s Kaffee Importe“. Die Reliefs am Haus
zeigen in etwas romantisierenden Szenen, wie Kaffee gepflanzt, geerntet
und per Schiff nach Europa transportiert wird, begleitet von
dahinsegelnden Möwen. Die drei Wappen sind jene der drei großen
Hafenstädte Hamburg, Triest und London. 1939 gab es 1000
Meinl-Geschäfte, alle zu erkennen am Meinl-Mohren mit dem Fes; er
symbolisierte hervorragende Qualität. Noch heute importiert und röstet
Meinl viele Kaffeesorten, die im Gourmetgeschäft am Graben zu haben
(oder über www.meinl.com zu bestellen) sind. An der Ecke zu Nummer 16
ist der – aus welchen Gründen auch immer weiß angemalte – Meinl-Mohr zu
sehen. |
 |
|
|
|
|
 |
|
 |
 |
| auszugsweise aus |
 |
| Duncan J. D. Smith; Nur in Wien |
Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten,
geheimen Plätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Fotografien von Duncan J. D. Smith
„Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen
anderer Städte mit Asphalt.“ Karl Kraus (1874-1936)
Wien ist sicherlich eine der großartigsten und zugleich
homogensten Hauptstädte in Europa. Und es ist eine der
faszinierendsten. Die Überfülle an Reiseführern, die es zu
kaufen gibt, präsentiert dem nicht allzu anspruchsvollen
Besucher eine märchenhafte (und leicht zugängliche) Fülle an
Museen, Kirchen, Palais und kulinarischen Lokalitäten, und sie
erzählen von der Geschichte der Stadt seit den Zeiten der Römer
über jene des Habsburgerreiches bis zur Gegenwart. |
|
|
|
|
 |
|
|
|
mit freundlicher Genehmigung |
 |
 |
 |
| Christian Brandstätter
Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen
und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
|
|
 |
| Streben nach dem kulinarischen Glück |
 |
 |
 |
| Über fünf Generationen und 120 Jahre bauten
Meinls ein über weite Teile Europas reichendes Filialnetz auf.
In Polen, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, der Tschechoslowakei
war Meinl präsent, in Deutschland, Italien und am stärksten
natürlich in Österreich. Meinl wurde zum Synonym für
Qualitätskaffee nach Wiener Art. Meinl stand aber bald ganz
allgemein für Genusskultur. Neben Kaffee importierte das
Handelshaus auch Tee, Schokolade und Kakao von höchster
Qualität. Olivenöl wurde aus Nizza eingeführt. Wein aus allen
großen Herkunftsländern von Frankreich über Spanien bis Italien,
Deutschland und Ungarn selektierte Meinl für sein
Delikatessenangebot. |
 |
 |
 |
Nicht nur im Import, sondern
auch bei der Veredelung von Genussmitteln
entwickelte Meinl größte Ambitionen. Im Bild ein Blick in die
1905 in der
Wiener Heigerleinstraße eingerichtete Schokoladenfabrik. |
 |
| Bis dahin unbekannte Spezialitäten wie der
nahrhafte Maltin-Kakao wurden von Meinl entwickelt. Große Marken
wie Obi-Fruchtsaft wurden von Meinl etabliert. In Meinl-Fabriken
wurden Kekse gebacken und Marmeladen gekocht, in eigenen Kellern
französischer Weinbrand gereift, in einer eigenen „Colonialen
Likörfabrik“ hochgeistige Getränke angesetzt. Anfang des letzten
Jahrhunderts hatte Meinl bis zu 600 Bauern unter Vertrag und
betrieb selbst eine umfangreiche Landwirtschaft einschließlich
Fischzucht. |
 |
 |
 |
| Meinl prägte mit seinen kunstvollen
Verpackungen und Plakaten auch das Bild der Stadt. Das Foto aus
1931 zeigt den Maler und Illustrator Otto Exinger bei einer
öffentlich aufgeführten Plakatgestaltung. |
 |
| Zeitweilig war Meinl auch gastronomisch tätig.
In Prag besaß man das höchst angesehene Restaurant Joseph
Lippert, das auf dem Niveau von Austern, Lachs, Kaviar betrieben
wurde. Das am Wiener Stephansplatz domizilierte Weinrestaurant
Churhauskeller – mit vorzüglichem französischem Küchenchef! –
war Teil des Meinl-Konzerns. Und am Kärntnertor wurde volksnah
eine Imbissstube unterhalten. |
 |
 |
 |
| Eine Berliner Meinl-Filiale
aus den Zwanzigerjahren. Das Unternehmen war auch in Ungarn, der
Tschechoslowakei, Rumänien, Bulgarien, Polen, Serbien, Kroatien
und Italien präsent. |
 |
| Tempora mutantur – aus Kolonialwarenhandlungen
wurden Delikatessengeschäfte, aus Delikatessengeschäften wurden
Selbstbedienungsläden, daraus Supermärkte. Die Wertschätzung für
edle Genussmittel, die Kenntnisse über kulinarische
Spezialitäten verloren sich in einem Zeitgeist, in dem das
Uniforme zum kleinen Preis beliebtedie nockerr war als das fachkundig
Auserwählte. Ende des vorigen Jahrhunderts gingen die Läden des
bis zuletzt der Qualität verschriebenen Meinl-Konzerns in
anderen Supermarktketten auf. Bestehen blieb die Marke Meinl für
Kaffee und andere Genussmittel. Es blieb auch und vor allem der
„Meinl am Graben“ – das attraktivste und weitläufigste
Delikatessenhaus des Landes, ein Dorado für Genießer. |
 |
 |
 |
Innenansicht der Meinl-Filiale
Ecke Kärntner Straße und Kärntner Ring.
Ein Ort höchster Genusskultur schräg vis-à-vis einer
weltbekannten Hochkultur-Institution, der Wiener Oper. |
 |
| Der Graben ist Wiens Prachtboulevard. In
repräsentativer Breite angelegt, gesäumt von Palais und
architektonischen Sehenswürdigkeiten, angenehm verziert von
Brunnen und demutsvoll ausgestattet mit der Pestsäule zu Ehren
der allerheiligsten Dreifaltigkeit führt er vom Platz am
Stephansdom zum Kohlmarkt, der wieder die Verbindung zur
Hofburg, der Stadtresidenz der Habsburger, herstellt. Als
Schlussstück dieses stimmungsvollen Straßenzuges überblickt das
Haus Graben 19 würdig und doch leicht in seiner Anmutung eine
Schaubühne der gepflegten Wiener Lebensart. Von hier aus lässt
sich eine Melange aus Tradition und Moderne, aus Umtriebigkeit
und Zeitvergessenheit, aus dem Ineinander von typisch
wienerischen Stadtleben und touristischer Erkundung beobachten,
die den Reiz dieser Stadt heute mitbestimmt. Sie lässt sich bei
Champagner, edlem Wein und erlesenen Gourmandisen beobachten,
denn im Haus Graben 19 ist mit dem „Meinl am Graben“ nicht nur
das umfänglichste Delikatessenangebot des Landes arrangiert,
sondern auch eines der vorzüglichsten Restaurants von Wien und
Österreich eingerichtet. Seine Fenster sind auf den Graben, auf
das Herz der Stadt hin ausgerichtet |
 |
|
 |
 |
|
|
|
|
 |
|
 |
| auszugsweise aus |
 |
| Das große Julius Meinl Kochbuch |
Joachim Gradwohl, Udo Kaubek
Seit mehr als 140 Jahren ist die Marke Julius Meinl
Zeichen für Traditionsbewusstsein und höchste Standards.
Kaffee & Tee in bester Qualität sind - nicht nur in
Österreich - seit der Gründung der Firma Julius Meinl im
Jahre 1862 untrennbar mit dem Namen Meinl verbunden.
Mitten im Herzen Wiens befindet sich Julius Meinl am
Graben, kulinarisches Gesamtkunstwerk und Österreichs
erste Adresse für Gourmets und Genießer. Hier kocht
Joachim Gradwohl, vielfach ausgezeichneter »Koch des
Jahres 2007«. Seine wunderbar leichten, perfekt
verfeinerten Rezepte sind ein ambitioniertes Plädoyer
für bewusstes Genießen, ein Dialog zwischen Tradition
und Innovation, zwischen Wiener und internationaler
Ausrichtung. Darüber hinaus bietet dieses Kochbuch das »Produkte-Know-how«
jener Experten, die den österreichischen Gourmettempel
am Graben ausstatten: Sie erfahren, worauf es bei der
Auswahl von Käse, Schinken oder Fisch wirklich ankommt. |
 |
| Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
|
|
|
|
 |
|
 |
 |
| Weitere Ergebnisse zum Thema |
| Kaffee |
 |
|
|
|
|
|
 |
 |
 |
|
|
 |
 |