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| Michaelergruft |
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Michaelerplatz
1010 Wien
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Die Anfang des 13. Jahrhunderts
entstandene Michaelerkirche war ursprünglich von einem Friedhof umgeben,
der 1508 aufgehoben wurde. Die Kirche blieb jedoch weiter eine begehrte
Begräbnisstätte vor allem für den Hofadel, der auch im Tod der
Kaiserfamilie nahe sein wollte. Ab 1560 wurden Einzelgrüfte
verschiedener Familien errichtet, im 17. Jahrhundert entstanden die
Herrengruft, die Adeligen ohne eigene Familiengruft als Ruhestääte
diente, und die Pfarrgruft, in der Kaufleute, Handwerker und kleinere
Hofbedienstete beigesetzt wurden. Alle Grüfte waren ursprünglich nur vom
Kirchenraum aus zugänglich und wurden erst nachträglich miteinander
verbunden. Seit 1783 durften auf Grund der josefinischen Verordnungen
keine Beisetzungen mehr stattfinden.
Abgesehen von einzelnen barocken Metallsärgen finden sich hier vor allem
einfache Holzsärge, die mit Motiven rustikaler Malereien verziert sind.
Durch die gleichbleibende Temperatur und den feinen Luftzug sind einige
der Leichen mumifiziert worden und blicken den Besucher aus den offenen
Särgen, auf Hobelspäne gebettet, entgegen. In Halbbögen auf beiden
Seiten der Herrengruft sind Knochen aus den verfallenen Särgen
aufgeschichtet.
Die Michaelergruft ist der stillste und unheimlichste der zugänglichen,
dem Tode gewidmeten Orte Wiens, doch die Schlichtheit der Räume und das
Fehlen individueller Auszeichnung der Toten vermittelt ein friedlicheres
Bild des Todes als es auf den meisten Friedhöfen zu finden ist. |
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| aus
Michael Totschnig: Wien und der Tod |
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| OTS
PRESSEAUSSENDUNG 03.06.2005 |
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| Die Michaeler Gruft:
Rettung eines Kulturdenkmals |
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Wien (OTS) - Die Michaeler Gruft unter
der gleichnamigen Kirche in
der Innenstadt zählt zu den verborgenen und doch bedeutenden
Kulturdenkmälern der Stadt. Feuchtigkeit und Schädlinge haben den
Särgen in der Gruft vor allem in den letzten Jahrzehnten zugesetzt
und machen nun ein umfangreiches Sanierungsprogramm notwendig, das
gemeinsam von der Kirche, auch mit Hilfe des Vereins "Freunde der
Michaelerkirche", der Stadt Wien und dem Bundesdenkmalamt in Angriff
genommen wird. In einem Pressegespräch informierten am Freitag der
Pfarrer von St. Michael Pater Dr. Peter van Meijl, Kulturstadtrat Dr.
Andreas Mailath-Pokorny und Landeskonservatorin Dr. Barbara Neubauer
über die Maßnahmen, die getroffen werden, um dieses, so
Mailath-Pokorny, besondere kulturhistorische Denkmal zu restaurieren
und für die Zukunft zu erhalten.****
Mailath-Pokorny wies in diesem Zusammenhang auf das Engagement
des Wiener Altstadterhaltungsfonds für Sakralbauten hin, allein von
2001 bis 2004 wurden 13 Millionen Euro für Kirchenrenovierungen
beigesteuert. Wie für die Kapuzinergruft mit 1,1 Millionen Euro und
die Franziskanergruft mit rund 50.000 Euro werde der
Altstadterhaltungsfonds auch seinen Beitrag für die Michaeler Gruft
leisten. Die Renovierung der Michaelerkirche wurde vom
Altstadterhaltungsfonds ebenfalls mit rund einer halben Million Euro
mitgetragen. Der Zeitraum für die notwendigen Arbeiten an der
Michaeler Gruft wurde von Dr. Neubauer auf 10 bis 15 Jahre
geschätzt,
der Kostenrahmen mit rund 3 Millionen Euro angegeben.
Zwtl.: 4000 Tote in der Michaeler Gruft
Rund 4000 Menschen wurden in den verzweigten Grüften von St.
Michael in der Zeit von 1630 bis zum Verbot von Begräbnissen
innerhalb der Stadt durch Josef II. 1784 begraben, die meisten von
ihnen ruhen unter dem Boden der Gruft, wo sie nach den immer wieder
vorgenommenen Räumungen aus Platzgründen ihre letzte Ruhe fanden.
Rund 250 Särge, davon 33 Metallsärge, der Rest Holzsärge, viele von
ihnen noch mit barocken Malereien, Vanitas-Symbolen etc. verziert,
befinden sich heute in der Gruft. Großen historischen Wert haben die
23 noch vorhandenen mumifizierten Leichen, die durch ihre barocke
Kleidung und Grabbeigaben viel über ihre Zeit aussagen, aber dem
Besucher auch ein "Memento Mori" mitgeben.
Viele der Särge sind bereits durch die hohe Luftfeuchtigkeit
schwerstens geschädigt. Diese Situation entstand durch die Zumauerung
der ursprünglich eingebauten Luftschächte, möglicherweise im und nach
dem Zweiten Weltkrieg. Weiters setzt den Holzsärgen der Rüsselkäfer
zu, ein eingeschleppter "Bohrwurm", der besonderes feuchtes Holz
schädigt. Erstes Ziel der Sanierungsarbeiten ist nun die
Wiederherstellung eines "gesunden" Raumklimas und in der Folge,
soweit möglich, die Erhaltung und Restaurierung der Särge und Mumien,
eine Aufgabe, die enormes restauratorisches Geschick und viele Jahre
Zeit verlangt.
Zwtl.: Altstadterhaltungsfonds und Wiener Sakralbauten
Seit seiner Begründung vor über dreißig Jahren trägt der Wiener
Altstadterhaltungsfonds auch maßgeblich zur Restaurierung und
Erhaltung der Wiener Sakralbauten bei. So wurden, wie Kulturstadtrat
Mailath-Pokorny betonte, in letzter Zeit unter anderem die
Franziskanerkirche, die Annakirche, die Mariahilfer Kirche und viele
andere mit Hilfe des Fonds in Stand gesetzt, ständige Jahresraten
leistet der Fonds für den Stephansdom und die Karlskirche. 2004
wurden insgesamt 2,1 Millionen Euro an Zuschüssen für
Kircherenovierungen beschlossen, 603.240 Euro für die Pestsäule am
Graben, 121.000 Euro für den ehemaligen israelischen Betpavillon im
alten AKH und 54.340 Euro für den St. Marxer Friedhof und den
israelitischen Friedhof Seegasse.
Zwtl.: Gruftbuch, Ausstellung, Führungen
Das Buch "Die Michaeler Gruft in Wien - Retten, was zu retten
ist" von Alexandra Rainer ist soeben erschienen, in der
Michaelerkirche ist zur Zeit eine Ausstellung zu sehen, in der
zeitgenössische Künstler eindrucksvoll ihre Begegnung mit dem Thema
Gruft präsentieren. Führungen durch die Michaeler Gruft gibt es
Montag bis Freitag um 11, 13, 15 und 16 Uhr. Spezialführungen auf
Anfrage unter Tel.: 0650 533 8003.
Zwtl.: Spenden für die Gruft
Spenden für die Arbeiten an der Gruft werden gerne
entgegengenommen unter:
Treuhandkonto Bundesdenkmalamt
"Rettet die Michaeler Gruft"
Bankleitzahl 32.000
Raiffeisenlandesbank für Niederösterreich-Wien
Kontonummer: 17 001 942
Weitere Informationen
Internet:
http://www.michaelerkirche.at/
(Schluss) gab |
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Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Martin Gabriel
Tel.: 4000/81 842
mailto:gab@m53.magwien.gv.at |
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OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS |
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