 |
Mozartwohnung als Teil des
neuen Mozarthauses Vienna |
 |
 |
 |
 |
Bild: Spielzimmer?
© Mozarthaus Vienna / David M Peters |
 |
 |
| Die Mozartwohnung in der Domgasse Nr. 5, eine
Außenstelle des Wien Museums, ist seit 27. Jänner 2006 Teil des neuen
„Mozarthaus Vienna“, das als mehrstöckiges Mozart-Kompetenzzentrum im
Jubiläumsjahr eröffnet wurde. Die einzig erhaltene Wohnung des
Komponisten wurde neu gestaltet und bietet eine spielerische
Mozart-Spurensuche mit pointiert ausgewählten Referenzobjekten. |
 |
 |
|
 |
| Die Mozartwohnung im ersten
Stock |
 |
 |
 |
 |
Bild: Im Vordergrund: Gästezimmer?
Im Hintergrund: Spielzimmer?
© Mozarthaus Vienna / David M Peters |
 |
Der Besucher beginnt seinen Rundgang durchs neue
Mozarthaus im dritten Stock, wo er Details zu den Lebensumständen
Mozarts in Wien erfährt. Die Präsentation im zweiten Stock beschäftigt
sich vor allem mit dem Opernkomponisten Mozart.
Mit der Mozartwohnung im ersten Stock – der Außenstelle des Wien Museums
– betreten die Besucher die auratische Intimzone des Hauses – jene Räume
also, in denen Mozart und seine Familie tatsächlich gelebt haben. Es
handelt sich dabei um die vornehmste, größte und teuerste Wohnung, die
Mozart jemals hatte – und die einzige Wiener Wohnung Mozarts, die
erhalten geblieben ist. Sie besteht aus vier Zimmern, zwei Kabinetten
und einer Küche. Mozart logierte hier von Ende September 1784 bis Ende
April 1787. In diesen zweieinhalb Jahren entstanden zentrale Werke wie
etwa „Le Nozze di Figaro“.
Seit über 60 Jahren ist die Wohnung in wechselnder Gestaltung öffentlich
zugänglich. Auf engem Raum wurde hier bisher ein möglichst „kompletter“
Mozart angeboten. Mit dem Mozarthaus Vienna sind zwei zusätzliche Etagen
hinzugekommen, in denen über Wien, Mozart und seine Musik im allgemeinen
informiert wird. Der Fokus in der Mozartwohnung gilt daher, im Gegensatz
zu früher, ausschließlich jener Zeit, die Mozart in der noblen Wohnung
verbracht hat. Die zentrale Frage lautet: Wie hat Mozart und seine
Familie in diesen Räumen gelebt und gearbeitet? |
 |
| Spielerischer Dialog mit dem
Publikum |
 |
 |
 |
 |
Bild: Modell des Spielzimmers
© Fotograf:Benjamin Eichhorn |
 |
Die Faktenlage dazu ist allerdings dürftig, Möbel aus
dem Besitz des Komponisten sind ebenso wenig erhalten wie eine genaue
Beschreibung der Räume und ihrer damaligen Funktionen. Die Besucher und
ihre Vorstellungskraft sind daher gefordert und werden in der
Neupräsentation in einen spielerischen Dialog verwickelt.
Der authentische Kern der Mozartwohnung sind die puren Räume, für die es
keine wissenschaftlich gesicherte Zuordnung gibt: Der Besucher ist
zunächst aufgefordert, auf Proportionen und Blickachsen, auf Türen und
Fenster zu achten. Sofort drängen sich Fragen auf: Wo war der
Musiksalon? Wo könnten die Dienstboten geschlafen haben?
Die „Spurensuche“ wird von Geschichten und Hintergrundinformationen
geleitet: Dies geschieht nicht nur mit Bildern und Dokumenten, sondern
auch mit Modellen und Videos. Pointiert ausgewählte Möbel und andere
Gegenstände aus Mozarts Zeit - aber eben nicht aus dessen Besitz -
dienen als
Referenzobjekte („time pieces“) und fungieren als assoziative Hinweise
auf die wahrscheinlichen seinerzeitigen Raumfunktionen. Grundlage für
die Auswahl ist Mozarts Nachlassverzeichnis. Beispiele dafür sind ein
vom Wien Museum neu erworbener Spieltisch für Brettspiele wie Schach
oder Trick-Track und eine prachtvolle Flötenuhr, die um 1790 hergestellt
wurde. Letztere, ein absolutes Highlight der Mozart-Wohnung, spielt eine
Variation des „Andante für eine Walze in eine kleine Orgel“ (KV 616) –
wahrscheinlich hat Mozart das Stück sogar für diese Uhr komponiert.
Außerdem sind auch die wichtigsten Objekte aus der bisherigen
Präsentation in der Mozart-Wohnung in der Neuaufstellung zu sehen. |
 |
 |
 |
Bild: Spieltisch, Ende 18.
Jahrhundert
Verschiedene Hölzer mit Einlegearbeiten
© Wien Museum |
 |
| In Mozarts Nachlassverzeichnis sind mehrere "harte
Tischl" verzeichnet, darunter auch eines im Billardzimmer. Da Mozart und
auch Constanze wie viele ihrer Zeitgenossen sich die Zeit gerne mit
Gesellschaftsspielen wie Billard, Rätselraten oder Karten vertrieben,
liegt die Vermutung nahe, dass einer dieser Tische auch als Spieltisch
verwendet wurde. Der hier präsentierte multifunktionale Spieltisch war
ursprünglich mit einer Platte versehen, die nach Bedarf abgenommen
werden konnte, und bietet sich primär für Brettspiele wie Schach, Dame,
Mühle und Trick-Track, das heute Backgammon, an. An zwei einander
gegenüber liegenden Ecken des Tisches befinden sich herausziehbare
Bords, die vermutlich als Ablage (für Gläser?) verwendet wurden. |
 |
| Eine museologische
Herausforderung |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|
Bild: Schlafzimmer?
© Mozarthaus Vienna / David M Peters |
|
Bild: Schlafzimmer?
© Mozarthaus Vienna / David M Peters |
|
|
|
|
 |
Allzu oft hießen und heißen Komponistenwohnungen
„Musikergedenkstätten“. Eine solche Bezeichnung suggeriert respektvolle
Weihestimmung. Bei der Wiener Mozartwohnung liegt die Ära des
historisierenden Geniekults lange zurück. Spätestens 1995 kam es mit der
Neugestaltung durch die Architektin Elsa Prochazka zu einer radikalen
Reduktion, geprägt von Skepsis gegenüber dem Un-Authentischen.
Eine Aufgabe für die Gestaltung 2006 lautete: Bewahrung des hohen
Reflexionsniveaus von 1995 (und Belassung etlicher nüchtern-poetischen
Vitrinenmöbel). Doch es galt auch, neue Bedeutungszusammenhänge
herzustellen, Informationen anzubieten und das Publikum verstärkt zu
Mitspiel und Spurensuche einzuladen. Eine museologische Herausforderung
für das Konzeptteam Werner Hanak (Grundkonzept), Ulrike Spring und
Wolfgang Kos. Gestaltet wird die neue Präsentation in der Mozartwohnung
von Kriso Leinfellner (Lichtwitz – Büro für visuelle
Kommunikation/propeller z). |
 |
|
 |
 |
|
 |
|
 |
|
|
 |
|
Bild: Flötenuhr, um
1790/91
© Wien Museum
In Mozarts Nachlassverzeichnis wird auch "1 Uhr und ein Gehwerk in
vergoldtem Kasten" erwähnt. Die hier gezeigte um 1790 hergestellte
Uhr spielt mehrere Melodien, von denen eine Mozart zugeordnet wird.
Es handelt sich um eine Variation von Mozarts KV 616, das er in
seinem eigenhändigen Werkverzeichnis als "Eine Andante für eine
Walze in eine kleine Orgel", datiert 4. Mai 1791, eintrug. Lange
Zeit befand sich diese Uhr im Müller'schen Gebäude beim Rothen Turm.
Der Besitzer der dortigen Kunstgalerie, Graf Deym, war ein
Bewunderer Mozarts, der auch Stücke bei ihm in Auftrag gab. Es lässt
sich also mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, dass Mozart sein
Stück für eine solche Uhr, wenn nicht sogar für diese Uhr,
verfasste. |
|
|
|
|
 |
Ausstellungsort:
Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna |
 |
Domgasse 5, 1010 Wien
Öffnungszeiten:
10.00 Uhr bis 20.00 Uhr |
|
 |
|
 |
 |
|
 |
 |
  |
 |
Öffnungszeiten und
Eintrittspreise
entnehmen Sie bitte der Homepage des Anbieters |
|
 |
|
|
 |
 |
 |
 |
| Weitere Ergebnisse zum Thema |
|
Mozartjahr 2006 |
 |
|
 |
|
|
|
|
|
|
 |
| Bücher bei Amazon zum Thema |
| Wolfgang
Amadeus Mozart |
 |
|
|
 |
| Musik bei Amazon zum Thema |
| Wolfgang
Amadeus Mozart |
 |
|
|
|
 |
 |
|
|
 |
 |