Naschmarkt
Naschmarkt - © Citype - Gaube
Der bedeutendste Obst- und Gemüsemarkt Wiens hieß früher Aschenmarkt. Er lag am Beginn der Wiedner Hauptstraße, wo es eine Aschenlagerstätte hab. Außerdem wurde auf dem Markt Holzasche zum Reinigen von Geschirr verkauft. Mauritz Schuster beschreibt den alten Naschmarkt als „eine kleine Stadt von Verkaufsständen, deren aufgehäufte Waren von gewaltigen farbigen Stockschirmen überdacht waren; im übrigen wurden auch durch die Reihen der Standeln schmale, gassenartige Wege freigelassen. Einst sah man all die bunten Obst- und Gemüseberge unter den hellen Riesenschirmen neben den oft malerisch gekleideten Marktfrauen weithin leuchten…“ Dieses reich bewegte Leben war nicht nur für Maler, sondern auch für Dichter und Schauspieler anregend.
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Erst 1919 übersiedelte der Markt im Zuge der Neugestaltung des Karlsplatzes auf die Wienflussüberdachung an der Wienzeile.
Weil es auf diesem Markt schließlich keine Asche mehr zu kaufen gab, in dem reichhaltigen Angebot aber auch Näschereien zu finden waren, erfolgte eine Umdeutung von Aschenmarkt zu Naschmarkt. Die Aussprache „Oschnmoakd“ ist bei älteren Wienern etwa bis 1945 belegt. Eine andere Theorie besagt, dass der Name Aschenmarkt von mittelhochdeutsch „asch“ (=Gefäß), eventuell auch Milchkanne abzuleiten ist. Gemeint waren ursprünglich Holzgefäße aus Esche. Demnach hätte der Markt deshalb seinen Namen erhalten, weil es dort Milch zu kaufen gab.
Textauszug aus
Grüner, Sigmar - Sedlaczek, Robert
Lexikon der Sprachirrtümer Österreichs
Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30714-X
Auszugsweise Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung des Deuticke Verlages
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Naschmarkt
Im Jahr 1905 erhielt der vormalige Kärntnertormarkt einen offiziellen Namen, dessen Herkunft nicht eindeutig geklärt ist. Tatsache ist, dass er von der Bevölkerung zuerst mit "Aschenmarkt" und schon ab zirka 1820 als "Naschmarkt" bezeichnet worden war.

Für die Bezeichnung "Aschenmarkt" gibt es zwei Erklärungsmöglichkeiten: Sein Vorläufer war ein auf der Freyung in der Stadt eingerichteter Obst- und Gemüsemarkt, der wegen anhaltender Auseinandersetzungen zwischen dem Magistrat und dem Schottenkloster 1780 vor das fürstlich Starhembergische Freyhaus (heutiger Bereich Wiedner Hauptstraße-Resselgasse-Operngasse; 1936 abgerissen) verlegt worden war. Hier hatte sich bereits an der Stelle einer früheren städtischen Aschen- und Mistablagerungsstätte ein kleiner Milchmarkt etabliert. Vermutlich deshalb bezeichneten die Wiener ihren neuen Markt als "Aschenmarkt", doch war "Asch" auch eine gängige Bezeichnung für den aus Eschenholz gefertigten Milcheimer. Bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts begann sich die Bezeichnung "Naschmarkt" durchzusetzen, möglicherweise eine Verballhornung der alten Bezeichnung im Hinblick auf hier erhältliche Leckereien, denen der Hauch ferner Länder anhaftete, wie etwa in Zucker eingelegte Orangenschalen oder Datteln.
Naschmarkt - © www.wien.gv.at Naschmarkt - © www.wien.gv.at
Bilder aus www.wien.gv.at
Nach erfolgter Wienflussregulierung und -überbauung begann sich der Markt von der ursprünglichen Fläche (heutiger Bereich Karlsplatz zwischen Operngasse/Linke Wienzeile und Wiedner Hauptstraße) auf den eingedeckten Bereich über der Wien auszudehnen, doch hätte die Errichtung des geplanten Prachtboulevards bis nach Schönbrunn seine Absiedlung erfordert.

Die Diskussion um einen neuen Standort des Marktes wurde durch den Beginn des Ersten Weltkrieges beendet. Bereits während des Krieges wurden nach Plänen des Wiener Stadtbauamtes neue Standbauten errichtet und gaben dem Markt das einheitliche Erscheinungsbild, das ihn heute noch prägt. 1919 wurde der innere - ursprüngliche - Teil des Marktes aufgelassen, der Naschmarkt war damit auf den heutigen Standort entlang der Wienzeile beschränkt.

Ab 1916 wurde am stadtauswärtigen Ende des Marktes provisorisch ein Obst- und Gemüsegroßmarkt eingerichtet.
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Öffnungszeiten / Erreichbarkeit
Adresse: Wienzeile, Kettenbrücke
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 6 bis 19.30 Uhr,
Samstag 6 bis 17 Uhr
Gastronomiestände Mo bis Sa 6 bis 23 Uhr
Warenangebot: Lebensmittel, Gastgewerbe,  Sonstige Waren
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