Naturraum Wien
Das Stadtgebiet erstreckt sich in einer Seehöhe zwischen 151 m (Lobau) und 542 m (Hermannskogel) von den Vorhöhen mit Laubwald und dem Flyschbergland des Wienerwalds (Leopoldsberg, Kahlenberg, Hermannskogel) im Nordwesten, Westen und Südwesten sowie den Höhen des Wienerbergs und des Laaer Bergs über eiszeitliche Terrassen, die von Wienerwaldbächen durchschnitten sind, und über das Auen- und Schwemmland der Donau bis zum Rand des Wiener Beckens bei Schwechat im Südosten sowie des Marchfelds im Osten und Nordosten.
Zahlreiche zwischen Wienerwald und der Stromtangente gelegene eiszeitliche Terrassen boten den älteren Phasen der Stadtentwicklung Raum. Die Wachstumsringe erstrecken sich von der mittelalterlichen Altstadt über die barocken Vorstädte bis zu den gründerzeitlichen Vororten und sind radial durch die alten Fernstraßen gegliedert. Die mittelalterliche Stadt entstand auf der rund 10 m über dem Niveau der Stromauen gelegenen Stadtterrasse und erstreckte sich innerhalb der Mauern des ehemaligen römischen Lagers. Ein merkbarer Anstieg führt zur Arsenalterrasse, noch höher liegt die Laaer-Berg-Terrasse. Mit dem Brückenbau über die Donau wurde wegen der breiten Stromauen (bis zu 6 km) erst 1439 begonnen. Floridsdorf entstand in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts als Brückenkopf im Marchfeld und wurde 1904 in das Stadtgebiet von Wien eingemeindet. Das urbane Wachstum war aber seit der Gründerzeit nach Westen und Südwesten hin ausgerichtet, wo es durch die Flyschhöhen des Wienerwalds begrenzt wurde. Erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wird im Zuge der Stadterweiterung auch der Raum nördlich und nordöstlich der Donau als Betriebs- und Wohnstandort gefördert und systematisch entwickelt.

Am Stadtrand erstrecken sich traditionsreiche Schrebergartenanlagen (1992: 235 Kleingartenvereine mit 25.377 Mitgliedern und 1300 ha bewirtschafteter Fläche) und Einfamilienhaussiedlungen. Im Südwesten (Hietzing) und Nordwesten (Neuwaldegg, Währing, Döbling) liegen die Villenviertel und alte Weinhauer- und Heurigendörfer, wie Nußdorf, Grinzing, Sievering und Neustift am Walde. Grünanlagen durchbrechen das Stadtgebiet: Stadtpark, Volks-, Burg-, Au-, Belvedere- und Schwarzenberggarten, Liechtenstein- und Türkenschanzpark, Schlosspark Schönbrunn mit Tiroler und Fasangarten und andere. Am östlichen Stadtrand befindet sich der Prater, am Südwestrand der Lainzer Tiergarten, im Nordosten der Donaupark, im Süden der Erholungspark Laaer Berg sowie im Südosten das in Mitteleuropa einzigartige Erholungsgebiet Donauinsel zwischen Donau und Neuer Donau (21,1 km lang, 533 ha groß) mit dem Naturschutzgebiet Toter Grund und der nach Nordosten und Südosten anschließenden ursprünglichen Aulandschaft der Lobau. Die durch die Bauordnung als Schutzgebiet gewidmete Fläche (Wald- und Wiesengürtel) dient als Sauerstoffreservoir und Erholungsgebiet und umfasst rund 7000 ha. Zu Wien gehören Grünflächen im Umfang von 20.507 ha, der Hauptanteil entfällt auf landwirtschaftlich genutzte Flächen (7643,30 ha) und Wald (7025,54 ha), ein kleinerer Anteil auf Wiesen, Kleingärten und Parkanlagen (1513,91 ha). Das Wiener Stadtgartenamt verwaltete 1992 2706 öffentliche Gartenanlagen. Der Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien bewirtschaftete 1995 1750 ha. Zu den 438 Naturdenkmälern (1992) zählen das Obere Mühlwasser und der Wald am Johannser Kogel im Lainzer Tiergarten. Naturschutzgebiete waren 1992 der Lainzer Tiergarten (2263 ha) und die Untere Lobau (2088 ha), Landschaftsschutzgebiete Prater (498 ha), in Döbling (1205 ha), die Obere Lobau (531 ha) und in Liesing (654 ha) sowie einige Landschaftsteile.

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