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| Naturhistorisches Museum Wien |
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Allgemeine
Presseinformation
des Naturhistorischen Museums
über das Gebäude, die Geschichte und die Schausammlungen (Text) |
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| Naturhistorisches Museum
Wien |
| A 1010 Wien, Burgring 7 |
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| Das Gebäude |
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| Naturhistorisches und Kunsthistorisches
Museum sind das Werk von Gottfried Semper und Carl Hasenauer und zählen
zu den kennzeichnendsten Schöpfungen des Historismus in Österreich.
Semper, als Theoretiker wie als Baukünstler der weitaus bedeutendere
Kopf, veränderte den stark auf äußere Wirkung und Prunkentfaltung
bedachten ersten Entwurf Hasenauers vollständig und verwirklichte vor
allem in der äußeren Gestaltung der beiden symmetrisch angelegten
Museumsbauten seine zentrale Idee: das mit der Umgebung verwachsende
Gesamtkunstwerk, das die räumliche und zeitliche Kontinuität aller Dinge
zum Ausdruck bringen soll. Dementsprechend sind zur Gestaltung des
Naturhistorischen Museums alle Gattungen der bildenden Kunst -
Architektur, Plastik, Malerei - herangezogen und Stilelemente aus den
vorangegangenen Epochen, vor allem der Renaissance, verarbeitet worden. |
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| Der 1871 begonnene und 1881 außen fertiggestellte Bau misst rund 170
mal 70 Meter und gliedert sich in zwei große, von Arbeits- und
Sammlungsräumen umgebene Innenhöfe. Er wird von einer bis in 65 Meter
Höhe aufragenden Kuppel gekrönt, die eine kolossale Bronzestatue des
griechischen Sonnengottes Helios trägt - Symbol des allbelebenden
Elementes in der Natur. Der reiche figurale Fassadenschmuck illustriert
auf der unteren und mittleren Ebene (Hochparterre und Obergeschoß) in
allegorischen und mythologischen Darstellungen wesentliche Bausteine des
Universums und ihre Entdeckung und Beherrschung durch den Menschen, auf
der Balustrade den kontinuierlichen Fortschritt der Welterkenntnis durch
große Forscherpersönlichkeiten. Dieselbe Grundthematik liegt dem
Figuren- und Bildrepertoire der Kuppelhalle und des Stiegenhauses
zugrunde; hier bildet das Deckengemälde "Der Kreislauf des Lebens" von
Hans Canon den Höhepunkt. |
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| Die innere Struktur des Hauses ist geprägt durch
die streng systematische Anordnung der einzelnen Abteilungen und
Schausammlungen: Im Hochparterre spannt sich der Bogen vom Reich der
unbelebten Natur (Mineralogische Abteilung, Säle 1-5) über die
Sedimente und Lebensspuren vergangener Erdzeitalter (Geologisch-Paläontologische Abteilung, Säle 6-10),
über die Geschichte des Menschen (Säle 11-15) und seine heutige Vielfalt
(Anthropologische Abteilung, Säle 16-17). Das Obergeschoß präsentiert
die mannigfaltigen Formen der Tierwelt (Zoologische Abteilungen, Säle
22-39) sowie die fantastische Welt der Kleinstorganismen (Mikrotheater,
Saal 21). Innerhalb der einzelnen Schausammlungsbereiche sind die
Objekte systematisch, d.h. nach ihrer natürlichen Verwandtschaft oder
ihrer erd- bzw. kulturgeschichtlichen Abfolge aufgestellt. |
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| Semper starb 1879. Das Museum wurde von Hasenauer vollendet, der bei
der Inneneinrichtung weitgehend seine eigenen Pläne verwirklichen
konnte. Dennoch ist Sempers Programm noch in vielem zu spüren, etwa in
den Wandbildern der Schausäle. Von den bedeutendsten österreichischen
Lanschaftsmalern der Epoche verfertigt, sind sie nicht zusätzlicher
Schmuck, sondern geplanter Bestandteil der Architektur und sollen die
Wirkung der ausgestellten Objekte weiterführen. Allerdings ist dieses
Konzept inzwischen von der Zeit zum Teil überholt worden. So bilden die
als Illustration ethnologischer Exponate gedachten exotischen
Darstellungen in den Sälen 14 bis 19 heute ein anachronistisches Relikt.
Die Völkerkunde, die ursprünglich mit Urgeschichte und Anthropologie in
einer einzigen Abteilung zusammengefasst war, ist seit 1927 in der Neuen
Burg untergebracht und seit 1946 ein eigenes Museum. |
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| Geschichte des Museums |
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| Naturwissenschaftliches Forschen und
Sammeln fand in Österreich erst relativ spät Verständnis und Förderung.
Wohl enthielten die Kunst- und Wunderkammern der Habsburger auch
Naturalien, doch betrachtete man sie lange als bloße Kuriositäten, nicht
als Objekte von wissenschaftlicher Bedeutung. Erst Kaiser Franz I.
(Franz Stephan von Lothringen, 1745-1765), der Gemahl Maria Theresias,
gründete 1748 mit dem Ankauf der berühmten Sammlung Johann von Baillous
ein privates Nauralienkabinett. Es war in der Hofburg nach Baillous
eigenem wissenschaftlichen System aufgestellt und wurde zunächst von
diesem selbst geleitet. Den Schwerpunkt bildeten Mineralien und
Fossilien sowie Schnecken- und Muschelschalen und Korallen. Pflanzen und
Tiere mit Weichteilen waren damals (v. a. wegen der
Präparationsprobleme) als Sammelobjekte noch wenig geschätzt. Sie wurden
lebend in botanischen Gärten und Menagerien gehalten.
Nach dem Tod von Franz I. wurde die Kollektion, in die der Kaiser große
Summen investiert hatte, ins Staatseigentum übertragen, neu aufgestellt
und zweimal wöchentlich dem Publikum zugänglich gemacht. 1776 berief
Maria Theresia, der vor allem die Erdwissenschaften als Grundlage für
Bergbau und Industrie am Herzen lagen, den hervorragenden Mineralologen
und Montanisten Ignaz von Born nach Wien und betraute ihn mit dem
systematischen Ausbau der Sammlung. Born war ein führender Aufklärer und
Freimaurer, er könnte vielleicht sogar das Vorbild für den Sarastro in
Mozarts "Zauberflöte" abgegeben haben. Mit ihm brach für „Österreich“
endgültig das naturwissenschaftlich-technische Zeitalter an. Das
Naturalienkabinett wurde damals zu einem Mittelpunkt der mineralogischen
Forschung in Europa. |
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| Der naturliebende Kaiser Franz II. (I.; 1792-1835) erweiterte die
Naturaliensammlung um ein eigenes Tierkabinett. Den Grundstock dafür
bildeten die Jagdtrophäen der Habsburger, die bis auf Kaiser Maximilian
II. (1564-1576) zurückgehen, sowie die berühmte Sammlung präparierter
einheimischer Wirbeltiere und Insekten des Falkners Joseph Natterer.
Nach mehrfachen Umgliederungen folgte 1807 die Gründung eines eigenen
Pflanzenkabinetts. Der Kaiser legte dafür mit der Schenkung seines
Privatherbars den Grundstock. Die Ausstellungspraxis der Zeit um 1800
war durch ein oft kurioses Nebeneinander wenig wissenschaftlicher und
sehr fortschrittlicher Tendenzen geprägt. Die ausgestopften Tiere wurden
in künstlichen Landschaftsdioramen gezeigt, also bereits in ökologischem
Zusammenhang. Daneben standen jedoch auch Stopfpräparate von Menschen
fremder Rassen wie der "hochfürstliche Mohr" Angelo Soliman, der zu
literarischer Berühmtheit gelangte.
Der hervorragende Gelehrte und Organisator Carl Schreibers, der von 1806
bis 1851 die Naturaliensammlung leitete, sorgte für entscheidende
Reformen in allen Bereichen. Er baute alle Abteilungen zu bedeutenden
Forschungszentren aus und wurde dabei nicht nur von den Museumsbeamten,
sondern auch von einer Reihe oft hochqualifizierter, unbesoldeter
Volontäre unterstützt.
Anlässlich der Vermählung seiner Tochter Leopoldina mit dem
brasilianischen Kronprinzen Dom Pedro 1817 sandte Kaiser Franz auch
namhafte Forscher nach Südamerika. Durch ihre Sammlungstätigkeit erlebte
der Zuwachs der Museumsbestände einen glanzvollen Höhepunkt. So blieb
der Zoologe Johann Natterer 18 Jahre in Südamerika und baute eine
vorbildlich dokumentierte Kollektion naturwissenschaftlicher und
völkerkundlicher Objekte für Wien auf. Diese trug wesentlich zum
weltweiten Ruf des Museums bei, führte allerdings auch zu einer
jahrzehntelangen Platznot. Mit verschiedenen, nicht immer glücklich
gewählten Notlösungen versuchte man die Raumprobleme vergeblich in den
Griff zu bekommen. Während der revolutionären Wirren von 1848 wurde die
Hofburg durch kaiserliche Truppen beschossen und teilweise in Brand
gesetzt. Dabei wurde ein Teil der Sammlungen vernichtet, tragischerweise
auch viele unersetzliche Objekte aus dem brasilianischen Material.
In den Jahren nach der Revolution wurde die Sammlung in ein
selbständiges zoologisches, botanisches und mineralogisches Hofkabinett
umgewandelt. Diese Kabinette mit ihren äußerst reichhaltigen Beständen
boten nicht nur ideale Möglichkeiten zum Forschen, sie trugen bis zur
Etablierung der naturwissenschaftlichen Disziplinen im
Universitätsbereich um 1870 auch wesentlich zur Bildung des
wissenschaftlichen Nachwuchses bei. Die Kollektionen wurden durch Tausch
und Ankäufe, durch die Sammeltätigkeit der Forscher sowie durch Legate,
vor allem von wissenschaftlich interessierten Reisenden, laufend
erweitert. Daneben wurde auch die vom Kaiserhaus großzügig geförderte
Zusammenarbeit mit der österreichischen Kriegsmarine sehr wichtig:
Besonders die Weltumsegelung der Fregatte "Novara" (1857-1859), an der
zahlreiche hervorragende Naturforscher teilnahmen, verschaffte dem
Museum ein überaus reiches neues Sammlungsmaterial. Die
wissenschaftliche Aufarbeitung sollte Jahrzehnte in Anspruch nehmen. |
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Diesem wissenschaftlichen Poiniergeist, der die allgemeine
Fortschrittsgläubigkeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
widerspiegelt, stand die immer drückender werdende Raumnot gegenüber.
Zwar hatte Kaiser Franz Joseph bereits 1857 die Schleifung des
Festungsgürtels um die Innenstadt verfügt. Auf der freiwerdenden Fläche
sollten entlang einer Prachtstraße neben anderen repräsentativen
öffentlichen Bauten auch neue Museen entstehen. Bis zur Vollendung
dieses Vorhabens war es allerdings noch ein weiter Weg.
Das liberale Bürgertum, das damals einen steilen politischen und
wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, wollte die alten Kabinette durch
Forschungs- und Bildungsstätten für breite Volksschichten abgelöst
wissen und so seinen eigenen kulturellen Aufstieg deutlich sichtbar
machen. Aber auch das neoabsolutistische Kaisertum der allmählich
zerfallenden Habsburgermonarchie wollte sich ein zeitgemäßes,
künstlerisch vollendetes Denkmal setzen: Ein monumentales Kaiserforum
nach antikem Vorbild war geplant, das von der Hofburg bis zu den
Hofstallungen reichen sollte. Verwirklicht wurde davon nur ein Torso:
die Neue Burg und der Maria-Theresien-Platz mit Kunsthistorischem und
Naturhistorischem Museum.
Die innere Organisation des neuen "K.k. Naturhistorischen Hofmuseums",
das am 10. August 1889 feierlich eröffnet wurde, geht auf den großen
Geologen, Neuseelandforscher und ersten Intendanten des Museums,
Ferdinand von Hochstetter, zurück und hat sich in ihrer klaren
Systematik bis heute weitgehend erhalten. Die Vermehrung der Bestände
und neue Anforderungen an den Forschungs- und Schausammlungsbetrieb
erforderten jedoch neue räumliche und strukturelle Lösungen. So wurde
1990 ein Tiefspeicher angelegt, der sich unter dem Gebäude über vier
Ebenen erstreckt und in vollklimatisierten Räumen einen Teil des
Sammlungsmaterials aufnimmt. Durch den Dachausbau (1991 bis 1995) wurden
weitere Sammlungs-, aber auch zahlreiche neue Arbeitsräume gewonnen.
Die Forschung, das Bewahren und Vervollständigen der bedeutenden
wissenschaftlichen Sammlungen und die Präsentation ausgewählter
Naturobjekte haben bis heute nicht an Aktualität verloren. In einer Zeit
immer rascherer Zerstörung unserer Umwelt sind sie wichtiger denn je. So
wie die weißen Flecken auf der Landkarte kleiner geworden sind, dringt
die Wissenschaft in immer kleinere Bereiche vor. Längst haben
Raster-Elektronenmikroskop und Röntgenapparaturen die Handlupe abgelöst.
Im Schausammlungsbereich haben auch die Besucher Zugang zu modernsten
optischen Geräten, besonders im „Microcosmos“ (Saal 21). Auch die
Erhaltung der Sammlungen folgt modernsten konservatorischen
Erkenntnissen.
Vor über hundert Jahren wurde das Museum für die systematische
Darstellung - die Vielfalt der Natur geordnet aneinandergereiht -
geschaffen. Der palastartige Bau, das Zusammenspiel von Einrichtung und
Objekten sowie das historische Ambiente verleihen ihm einen
unverwechselbaren Charakter. Auch bei der Neugestaltung zahlreicher
Schausäle wurde die systematische Aufstellung grundsätzlich beibehalten,
um dem Besucher die ungeheure Vielfalt des Lebens vor Augen zu führen.
Allerdings wird die Präsentation sukzessive an die museologischen
Anforderungen und Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts angepasst. Auch
werden interessante Themenschwerpunkte und neue Inhalte in zeitgemäßer
didaktischer Form präsentiert. |
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| Sammlungen |
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| Mineralogisch-Petrographische
Sammlung |
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| (Saal 1-5) |
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| Die mineralogisch-petrographische
Sammlung zählt zu den bedeutendsten der Welt. Ihre Bedeutung liegt vor
allem in der Reichhaltigkeit an Material aus Vorkommen des ehemaligen
Staatsgebietes der österreichisch-ungarischen Monarchie und
hervorragender alpiner Mineralstufen. Kernstück der Schausammlung ist
die systematische Mineraliensammlung. Außerdem werden österreichische
Mineralien, Bau- und Dekorsteine, Berg- und Hüttenprodukte, eine
systematische Gesteinssammlung sowie Edel- und Schmucksteine gezeigt.
Besonderheiten: kolumbianische Smaragde, große Nuggets aus Gold und
Platin, Diamanten, der größte europäische Edelopal, ein Edeltopas mit
117 kg, u.a. Die Meteoritensammlung ist die älteste und größte ihrer
Art. Bedeutendste Objekte: Youndegin-Eisen und die Meteoriten Knyahinya
und Hraschina. |
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| Geologie-Paläontologie |
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| (Säle 6-9) |
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| Zentrales Thema der Säle 7 bis 9 ist die
Entwicklungsgeschichte des Lebens in der Erdgeschichte. Beginnend mit
den einfachsten algenartigen Lebensformen, die für die Bildung des
Sauerstoffs in der Atmosphäre verantwortlich waren, führt die
Ausstellung durch mehr als 4 Milliarden Jahre Lebensgeschichte. Die
wesentlichen Entwicklungsschritte werden schlaglichtartig beleuchtet und
anhand von Faunen von Weltrang präsentiert. Eine Fülle hochwertiger
Exponate und Rekonstruktionen illustrieren Meilensteine der Evolution. |
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| Saal 7 widmet sich im Besonderen der Erdfrühzeit (Präkambrium) und dem
Erdaltertum (Paläozoikum) und deren Lebewesen. Besonders
herauszustreichen sind darunter die ersten Vielzeller der Ediacara-Fauna
und die bizarren Burgess-Tiere. Die meisten Vertreter beider Gruppen
besitzen keinerlei lebende Nachfahren und stellen das
Vorstellungsvermögen der Betrachter auf eine harte Probe. Attraktive
Rekonstruktionen ermöglichen es den Besuchern sich diese Lebewesen
besser vorzustellen. Weitere Highlights sind der plastisch
rekonstruierte Karbonwald mit Riesenlibellen und ein Diorama eines rund
420 Millionen Jahre alten Riffs aus dem Silur von Gotland. Ein echter
Besuchermagnet ist die „Zeitmaschine“ die es erlaubt, durch das Drehen
eines Steuerrades virtuell durch die Zeit zu reisen und sich die
Verteilung der Kontinente anzusehen. Sogar ein Blick in die Zukunft ist
möglich.
Saal 8 ist dem Erdmittelalter gewidmet, dem Zeitalter der Dinosaurier
und einer der spannendsten Perioden in der Erdgeschichte. Vielfältig wie
die Lebewesen zur damaligen Zeit sind auch die Ausstellungsobjekte: der
Bogen spannt sich von echten Saurierskeletten und fossilen Urvögeln über
wagenradgroße Ammoniten, Seelilien und versteinerte Korallenriffe bis zu
den Resten der ersten Blütenpflanzen. Die frei im Raum montierten,
lebensechten Rekonstruktionen behaarter Flugsaurier zählen zu den
absoluten Publikumslieblingen. „Verabschiedet“ werden die Besucher mit
einem simulierten Meteoriteneinschlag, wie er vermutlich das Ende des
Erdmittelalters markierte.
Saal 9 hat die Erdneuzeit, die vor 65 Millionen Jahren begann, zum
Mittelpunkt. Eine Fülle von teils exotischen, teils sehr bekannten
Pflanzen- und Tierfossilien aus dem Wiener Raum vermittelt einen
Eindruck vom Leben zur damaligen Zeit. Besondere Objekte: das
vollständige Skelett eines 17 Millionen Jahre alten Hauerelefanten
(Prodeinotherium), ein gewaltiges fossiles Palmblatt, drei
Evolutionsstufen der Pferdeentwicklung (z.B. Messelpferd), zahlreiche
Bernsteinfossilien, die gewaltigen Gliedmaßen des Krallentiers
Chalicotherium sowie das Diorama eines tropischen Korallenriffes vor 16
Millionen Jahren. Die so genannte „Pferdemaschine“ ermöglicht es,
Evolution hautnah mit zu erleben. Die Entwicklung des Pferdes wird in
vier Zeitschnitten anhand von Animationen vorgeführt. Durch das
Betätigen von Drehknöpfen kann der Besucher die Veränderung vom kleinen
Urpferdchen bis zum modernen Pferd in 4 Schritten selbst auslösen.
Simultan mit der Zeit verändern sich die Gestalt und Größe der Pferde,
ihr Lebensraum, die Nahrung und ihre Verbreitungsgebiete. |
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| Saurier-Saal |
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| (Saal 10) |
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| Keine fossile Tiergruppe ist so populär wie die
der Dinosaurier. Die Welt der „schrecklichen Echsen“ fasziniert
gleichsam Jung und Alt. Dabei beeindruckt die Mischung aus den
größten Landtieren die je die Erde besiedelten und den wohl
gewaltigsten Räubern welche das Festland hervorbrachte. |
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| Zu den spektakulärsten Objekten zählen:
das Skelett des Langhalssauriers Diplodocus, eines der längsten
Landwirbeltiere, das jemals gelebt hat, das Skelett eines Allosaurus
(Raubdinosaurier, bis zu 9 m lang), der Schädel des Scharfzahnsauriers
Tyrannosaurus und das Skelett eines Pflanzen fressenden Iguanodon. Ein
außergewöhnliches Objekt stellt auch das in der Saalmitte positionierte
Dinosauriergelege aus der Mongolei dar, ergänzt mit einem Modell eines
Saurier-Embryos. Eine versteinerte Riesenschildkröte Archelon ist mit
4,5 m Länge die größte Schildkröte, die je gefunden wurde. Weitere
Besonderheiten sind die Skelette von Meeresreptilien wie das eines
Plesiosauriers und des kürzlich mit Hilfe der „Freunde des NHM“
angekauften Mosasauriers. Beide Skelette bestehen zum überwiegenden Teil
aus Originalknochen und wurden so montiert, dass sie aus der
Gesteinsplatte herauszukommen scheinen. Unter den zu der Gruppe der Fischsaurier
(Ichthyosaurier) verbirgt sich eine weitere Besonderheit:
das Fossil eines schwangeren Weibchens mit Jungtieren im Bauch. Die
Lüfte hingegen, wurden im Erdmittelalter von Flugsauriern wie,
Pterodactylus und Rhamphorhynchus, beherrscht. Die Vögel, mit ihrem
„Urahn“ Archaeopteryx standen damals erst am Anfang ihrer Entwicklung. |
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| Eiszeit-Ausstellung |
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| (Gänge im Hochparterre) |
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| Thema ist das Leben in der Eiszeit
(Pleistozän), 1,8 Millionen bis 12.000 Jahre vor heute. Bedeutendster
Vertreter der Tierwelt der älteren Eiszeit ist das Hundsheimer Nashorn.
Die jungeiszeitliche Tierwelt Europas präsentiert sich mit Riesenhirsch,
Steinbock, einem Höhlenbären mit zwei Jungtieren und einem hervorragend
erhaltenen Skelett des Höhlenlöwen. Das gewaltigste Tier, das damals auf
der Nordhalbkugel existierte, war das Mammut. Der ausgestellte
Oberschädel mit den gewaltigen Stoßzähnen demonstriert eindrucksvoll die
Größe dieses Tieres. Gemeinsam mit den Mammutresten von Ruppersthal
wurde eine Feuersteinklinge gefunden. Bemerkenswerteste amerikanische
Säugetiere: Riesenfaultier, Riesengürteltier und Säbelzahntiger, alle
durch hervorragend erhaltene Skelette vertreten. Jedes dieser Exponate
hat eine Geschichte zu erzählen, Paläontologen können sie aus den
Knochen lesen wie aus einem Buch und verraten sie gerne bei einer
Führung. |
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| Urgeschichtliche Schausammlung |
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| (Saal 11-15) |
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| Präsentiert wird archäologisches Material
von der Altsteinzeit bis zum frühen Mittelalter. Die ältesten Funde der
Sammlung von österreichischem Boden stammen aus der unteren Schicht der
Gudenushöhle bei Hartenstein im Kremstal (NÖ; 60.000 - 120.000 Jahre
alt). Willendorf ist durch seine Venus (ca. 25.000 Jahre alt), die
mittlerweile im Original ausgestellt ist, zum bekanntesten Fundort der
Altsteinzeit geworden. Weitere Besonderheit aus der Altsteinzeit: „Fanny
vom Galgenberg“ (Statuette aus Stratzing, NÖ, das älteste
Kunstobjekt Österreichs). Einen Schwerpunkt im Schaubereich und in
der Forschung bildet das Material der Hallstattkultur (8. - 5.
Jahrhundert v. Chr.), z.B.: Stier und Prunkwagen aus der Byci-skála-Höhle (Saal 13),
Gräberfeld von Hallstatt und Funde aus dem Salzbergwerk (Saal 14).
Figürliche Darstellungen der sogenannten "Situlenkunst" zeigen die
Menschen dieser Zeit in ihrer Tracht bei Spiel und Gelage. Die
archäologische Hinterlassenschaft der Kelten, Germanen, Awaren und
Slawen (Saal 15) leitet in die historische Zeit über. |
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| Anthropologische Schausammlung |
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| (Saal 16,17) |
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| Im Saal 16 wird die Entwicklung
(Stammesgeschichte) des Menschen, die vor rund 3 Milliarden Jahren
begann, gezeigt. Schädel aus der Mittleren Steinzeit, der
Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Hallstattkultur, von Kelten,
Römern, Germanen, Slawen und Awaren, die einmal Europa bevölkerten,
dokumentieren die Entwicklung des ur- und fühgeschichtlichen
Menschen über einen Zeitraum von ca. 35.000 Jahren. Der Gotenschädel
aus Kertsch (Krim) zählt zu den schönsten deformierten Schädeln der
Welt. Zu sehen sind auch Karnerschädel aus der Biedermeierzeit nach
damaligem Brauch bemalt und mit Aufschriften versehen. |
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| Kindersaal |
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| (Saal 18) |
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| Im Kindersaal finden regelmäßig allgemein
zugängliche Führungen und Projekte für die jungen und jüngsten
Museumsbesucher statt (Beginn jeden Samstag 14.00 Uhr, jeden Sonn- und
Feiertag 10.00 Uhr und 14.00 Uhr). Es besteht die Möglichkeit zum
Basteln, Spielen und selber Forschen (z.B. Mikroskopieren), aber auch
zur Beobachtung lebender Tiere in Aquarien, Tümpel und Bienenstock. |
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| „Microcosmos“ mit
Live-Mikrotheater |
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| (Saal 21) |
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| Saal 21 präsentiert inmitten einer von
der Wissenschaftsromantik des 19. Jahrhunderts inspirierten Architektur
die faszinierende Welt der Mikroskopie mit modernstem technischem
Equipment und entführt die Besucher in die verborgene Welt des
Kleinsten: Faszinierende Mikroorgansimen aus einem Wassertropfen oder
aus dem Meer werden über Forschungsmikroskope in mehrtausendfacher
Vergrößerung auf eine Leinwand projiziert und können „live“ und seit
neuestem sogar dreidimensional beobachtet werden - eine weltweit
einzigartige Möglichkeit! Vorführungen jeden Samstag und Sonntag um
13.30 Uhr, 15.00 Uhr und 16.15 Uhr. Dazwischen besteht für die
Museumsbesucher permanent Gelegenheit, selbst zu mikroskopieren und sich
- unterstützt durch modernste optische Geräte - auf Entdeckungsreise
durch den Microcosmos zu begeben. |
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| Wirbellose Tiere |
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| (Saal 22-23) |
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| Gezeigt werden wirbellose Tiere mit
Ausnahme der Insekten, von überimensionalen Modellen winziger Protozoen
(Einzeller) bis zu den Crustaceen (Krebstieren). Zu sehen ist unter
anderem eine ungeheure Vielfalt an Muscheln und Schnecken, Korallen,
Würmer und Spinnentiere, das Perlboot Nautilus und die Riesenmuschel
Tridacna. Besonderheiten: künstlerisch hervorragende Nachbildungen von
Quallen aus Glas, alte Wachsdarstellungen menschlicher Wurmparasiten und
zwei kunstvoll gearbeitete Muscheldosen. |
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| Insekten |
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| (Saal 24) |
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| Unter allen großen Museen der Welt
besitzt nur das Naturhistorische Museum in Wien eine systematisch
aufgebaute Insekten-Schausammlung. Insgesamt umfasst die
Insektensammlung des Naturhistorischen Museums ca. 10 Millionen
Objekte. Nicht alle können dem Besucher zugänglich gemacht werden,
doch ist auch der ausgestellte Teil mit über 50.000 Schmetterlingen,
Heuschrecken, Bienen, Mücken, Fliegen, Käfern und anderen Insekten
in 224 riesigen Vitrinen beeindruckend. Ein Bereich der
Schmetterlingssammlung wurde vor kurzem neu gestaltet und überrascht
seither die Besucher mit besonderen Beleuchtungseffekten.
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| Zoologische Schausammlung |
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| (Wirbeltiere, Saal 25-39) |
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| Der größte Teil des oberen Stockwerkes
ist den Wirbeltieren gewidmet. 600 Säugetiere, 3200 Vögel, 700 Fische
und 500 Kriechtiere sind in der Schausammlung zu sehen. Manche davon
sind bereits Jahrzehnte alt und mittlerweile zu unbezahlbaren Raritäten
geworden: die Reste von Tieren, die heute sehr selten und extrem
gefährdet oder sogar ausgestorben sind. Dazu zählen die Dronte (seit
1680 ausgestorben) und der Riesenalk (1844 ausgerottet) unter den Vögeln
genauso wie der Beutelwolf, das Javanashorn und der Große Panda unter
den Säugetieren. Weitere Besonderheiten: der Komoren-Quastenflosser (Latimeria
chalumnae), ein "lebendes Fossil" (Fischsammlung), der Bandfisch, der
mit 5,5 m eine Rekordlänge aufweist, und der Komodowaran, mit 3 m Länge
und 135 kg Gewicht die größte lebende Echse (Kriechtiersammlung). |
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| Naturhistorisches Museum
Wien |
| A 1010 Wien, Burgring 7 |
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map |
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Sie können die Karte durch hineinklicken mit der linken Maustaste verschieben, bzw. die Darstellung durch die Tasten [+] und [-] verändern!
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