| Neujahr |
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Im westlichen Kulturraum war der 1. Januar als Termin für den
Jahresanfang seit dem Mittelalter weit verbreitet. Unabhängig davon gab und gibt es in
unterschiedlichen Regionen und Zeiten andere Daten und darüber hinaus wurden in denselben
geographischen Gebieten mitunter verschiedene Neujahrstermine gleichzeitig verwendet.
Insgesamt sind die zeitlich und örtlichen Unterschiede so zahlreich,
dass sie nur knapp zu umreißen sind. Ein Datum, an dem der 1. Januar in Europa allgemein
als Jahresanfang anerkannt wurde, gibt es nicht. Im Jahre 153 v. Chr. verlegten die Römer
nach ihrem Kalender den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar, auf den Tag des
Amtsantrittes der Konsuln. Sie benannten die Jahre ja auch nach den Amtszeiten dieser
Konsuln. Damit verloren auch die Zählmonate (September, soviel wie siebter, Oktober, der
achte, November, der neunte, Dezember, der zehnte) ihre entsprechenden Positionen. In der
katholischen Liturgie wird der 1. Januar als Oktavtag von Weihnachten und als Hochfest der
Gottesmutterschaft Marias begangen. Gleichzeitig wird im Evangelium an die Beschneidung
und Namengebung Jesu am achten Tag (Luk. 2,21) erinnert - so auch in den evangelischen
Kirchen. Heute gehören in vielen Ländern Feuerwerk und Böllerschießen zu Silvester
ebenso zum Jahreswechsel, wie Glück- und Gesundheitswünsche im neuen Jahr. So wünscht
man sich zum Beispiel oft einen guten Rutsch ins neue Jahr. Dies hat jedoch
nichts mit rutschen zu tun. Wie viele Redewendungen im Deutschen hat dieser
Ausdruck seine Wurzeln im Jiddischen und Hebräischen: Rosch heißt auf
Hebräisch Kopf oder Anfang, zum Jahresanfang wünscht man sich
Rosh Hashanah. Auf Jiddisch wünschten sich die Juden dann einen guten Anfang
(tov rosch), also einen guten Jahresbeginn, aus dem dann später der
gute Rutsch wurde. Zu Beachten ist dabei jedoch, dass das jüdische Jahr im
September/Oktober beginnt. |
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| Neujahr in den großen Weltreligionen |
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Das Neujahrsfest wird in verschiedenen Kulturkreisen auf jeweils
spezifische Art begangen, die von der örtlichen Tradition, der Religion und der
gesellschaftlichen Stellung abhängt. Unter Neujahr, dem Beginn eines neuen
Kalenderjahres, versteht der westliche Kulturkreis meist den 1. Januar im gregorianischen
Kalender. Doch muss sich das Neujahrsfest keineswegs auf 1 Tag beschränken. Im Orient
oder in den Ländern Süd- und Ostasiens erstreckt es sich oft über mehrere Tage, und
auch bei uns wird es meist als Einheit mit dem Silvester- oder Altjahrestag empfunden, an
dem es neben kirchlichen Jahresschlussfeiern besonders viele private Feiern und Partys
gibt.
In vielen Ländern weicht das Datum des Neujahrsfestes von unserem ab, insbesondere wenn
in die traditionelle, meist religiös geprägte Kalenderrechnung neben dem Sonnenlauf auch
das sog. Mondjahr eingeht. In Arabien dauert es 354-355 Tage, also etwa 11 Tage zu kurz.
Juden und Chinesen gleichen dies alle 3 Jahre mit einem 13. Monat aus (Schaltjahr zu 385
Tagen). Daher wird das Neujahrsfest zu sehr unterschiedlichen Terminen gefeiert: |
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Christliches (westliches) Neujahrsfest: seit dem Mittelalter am 1.
Januar, und heute oft mit dem 31. Dezember kombiniert. Das liturgische Kirchenjahr beginnt
jedoch am 1. Adventsonntag. |
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Orthodoxe: teilweise am Dreikönigsfest, wie es bis vor 800 Jahren
auch in Deutschland üblich war. |
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Buddhismus: Tet Nguyên Ðán (Vietnam) und chinesisches
Neujahrsfest zwischen Ende Januar und Mitte Februar (dies Jahr am 29. Januar 2006). Der
Grund liegt im Mondjahr und fallweisen Schaltmonaten. Japan feiert hingegen am 1. Januar. |
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Hinduismus: Bikarami Samvat ist dieses Jahr am 30. März. Die Jain
wählen das indische Diwali-Fest im November als ihr Neujahr. |
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Islam: ra's al'äm, Jahrestag der Hedschra (al Hidjra) am 1.
Muharram, doch kein offizieller Feiertag. Jährlich um 10-12 Tage früher, Neujahr 1426
war am 10. Februar 2005, 1427 am 31. Januar 2006. |
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Judentum: Rosch ha-Schana ("Kopf des Jahres), Ende September
oder erste Hälfte Oktober. Neujahr 5766 war am 4. Oktober 2005. |
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Aus alten Traditionen stammen u.a. folgende Neujahrstermine: |
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keltisches Neujahrsfest: teilweise Samhain (31. Oktober), Tag der
Todesgöttin Hellia - siehe auch Halloween (All Hallows Eve) |
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Kurden und Perser: Frühlingsfest Newroz am 20. bzw. 21.
März. Es feiert den Sieg eines antiken Helden über das Böse |
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Khmer und Tamilen begehen Neujahr zu Mitte April, |
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Koreas Chongmyo-Zeremonien fallen in diesem Jahr auf den 1. Mai. |
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Äthiopien und die Kopten feiern Neujahr am 11. September,
den auch die Rastafari-Religion übernommen hat. |
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Obwohl schon in der Antike die unterschiedlichen und teilweise
beweglichen Termine als störend empfunden wurden, hat dies die Hochschätzung der
Neujahrsfeste nicht beeinträchtigt. Trotz der sogar verschiedenen Jahreslänge behielt
jeder Übergang einer alten zu einer neuen Zeitperiode seine Symbolik, je nach zugrunde
liegender Weltanschauung: für die Einbindung in den Kosmos und seine vermutete Ewigkeit,
als Sinnbild der wiederkehrenden Sonne, für Fruchtbarkeit und gute Ernten, für Tod und
die Folge der Generationen, für die Sehnsucht nach künftigem Glück, für Geborgenheit
in Gott, für religiöse Neuschöpfung oder periodische Wiedergeburt, und allgemein für
die Verlässlichkeit der Jahreszeiten und ihrer Besonderheiten.
In früheren Zeiten wurde in Europa der Jahreswechsel nicht Anfang Januar, sondern am
Dreikönigstag oder am 1. April begangen, also kurz nach dem Frühlingsbeginn.
Möglicherweise hat der Aprilscherz hierin seinen Ursprung. Wer bei der Kalenderreform
nicht mitmachen und das alte Neujahrsfest feiern wollte, wurde mit ironischen Gaben und
Spott an das neue Datum erinnert. |
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Dieser Bericht basiert auf einem Artikel der |
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