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| Nikolaus & Krampus |
| 6. Dezember |
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Der heilige Nikolaus von Myra, Patron der Seefahrer, Händler und
Ministranten, wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in
Kleinasien und war der Christenverfolgung ausgesetzt. Er ist als einer der 318 Teilnehmer
des Ersten Konzils von Nicäa aufgeführt.
Nikolaus ist seither einer der populärsten christlichen Heiligen. In der
Russisch-Orthodoxen Kirche wird Nikolaus neben Christus und Maria mit Kind die dritte
große Ikone auf der Ikonostase der Kirchen gewidmet. (Andere orthodoxe Kirchen zeigen
dort meist Johannes den Täufer.) |
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| Mittelalterliche Fresken und Buchdarstellung des heiligen
Nikolaus von Myra |
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| Seine Tätigkeit hat zu vielfältiger Legendenbildung beigetragen.
Einmal soll er den hungernden Bewohnern der Stadt Myra Getreide aus einer für die Stadt
Rom bestimmten Lieferung beschafft haben, ohne dass bei der Nachzählung in Rom das Fehlen
der entnommenen Menge bemerkt worden sei, einmal soll er die Kinder der gleichen Stadt vor
der Entführung durch Seeräuber gerettet haben, und ein anderes Mal soll er drei armen
Mädchen zur Mitgift verholfen haben, um sie vor der Prostitution zu bewahren.
Italienische Piraten raubten 1087 einen Teil der angeblichen Gebeine und brachten sie als
Reliquien nach Bari. Von dort fordert sie die türkische Nikolaus-Stiftung heute zurück |
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| Geschenke für Kinder |
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| Der Festtag des heiligen Nikolaus, der 6. Dezember, ist ein kirchlicher Feiertag mit
vielen Bräuchen. Es ist vor allem ein Tag der Kinder. Seit dem 17. Jahrhundert wird
Nikolaus als Wohltäter der Kinder verehrt, und so stellen auch heute noch Kinder am
Vorabend des Nikolaustages ihre Schuhe und Stiefel vor die Tür, damit er sie auf seinem
Weg durch die Nacht mit Erdnüssen, Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen usw. füllen kann.
Zunächst wurde die Figur des Nikolaus im Gewand eines Bischofs dargestellt, wie es in
katholischen Gebieten noch bewahrt wurde. Dass die Vermischung mit der Figur des
Weihnachtsmanns und die Darstellung mit roter Kutte und weißem Pelzkragen |
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| 1931 aus einer Coca-Cola-Werbekampagne in den USA entstand, ist
hingegen eine zwar gern verbreitete, aber unzutreffende Urban legend (Hintergrund in DIE
ZEIT). Zwar dürfte diese Kampagne zur weiteren Verbreitung der Figur beigetragen haben,
doch waren Darstellungen des Weihnachtsmanns in seiner heute üblichen Kleidung schon Ende
des 19. Jahrhunderts verbreitet, und spätestens in den 1920er Jahren hatte der rot-weiße
Mantel alle anderen Alternativen verdrängt. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der
Tag der Weihnachtsbescherung und ist es in einigen Ländern auch heute noch; erst durch
die Haltung der Reformatoren gegen die Heiligenverehrung wurde die Bescherung in vielen
Ländern auf den Weihnachtstag verlegt. Indessen bringt der Nikolaus nicht nur Geschenke:
In vielen Erzählvarianten beschenkt und lobt er die guten Kinder, während er die bösen
Kinder tadelt und durch Schläge mit einer Rute bestraft. Welche Kinder im letzten Jahr
gut und böse waren, liest er in seinem "goldenen Buch". Als Furcht
einflößenden Gehilfen bekam der heilige Nikolaus in verschiedenen Ländern Begleiter zur
Seite gestellt, in Deutschland Knecht Ruprecht, in der Schweiz Schmutzli, in Österreich
und Bayern Krampus, in den Niederlanden Zwarte Piet, der einen gezähmten Teufel
darstellen soll. Auch hier fand teilweise eine Aufgabenübertragung statt; so ist in dem
Gedicht von Theodor Storm letzterer der Gabenbringer. |
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Dieser Bericht basiert auf einem Artikel der |
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| Nikolausbräuche |
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| Perchtenmaske |
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| Nikolausbräuche, mit dem Fest des heiligen Nikolaus (6. Dezember)
verbundene Volksbräuche. Die Legende des Heiligen (Bischof von Myra, um 350)
enthält mit der Beschenkung von 3 armen Jungfrauen, der Rettung von 3 fahrenden Scholaren
und eines in Seenot geratenen Schiffs Elemente der Lebensgeschichten gleichnamiger
Heiliger (Abt Nikolaus von Sion, 564). Nikolaus ist der Patron der Kinder, Schüler
und Seeleute. Seit der Übertragung der Reliquien nach Bari 1087 breitete sich der Kult
rasch in Süd- und Westeuropa aus. Ausgehend von den Klosterschulen (Knabenbischofsfest)
entwickelte sich seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Einkehrbrauch: begleitet von
Schreckgestalten, Teufeln und Tiermasken (Habergeiß), prüft und beschenkt Nikolaus die
Kinder. In der Gegenreformationszeit entstanden Stubenspiele, die bis heute in Mitterndorf
(Steiermark) und in Tirol existieren. In Osttirol, dem angrenzenden Kärnten und in
Salzburg werden große Krampusumzüge veranstaltet, bei denen der Nikolaus in den
Hintergrund tritt. In Salzburg wird der Krampus neuerdings von den Perchten verdrängt. |
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| Perchten |
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Schiachperchtenmaske
Teufelsmaske; Mitte 20. Jh.
Die Teufelsfratze mit montierten
Ziegenbockhörnern wurde im
Kötschachtal, Bad Gastein, beim
Perchtenlaufen verwendet. |
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Schiachperchtenmaske
Teufelsmaske; Herr Lang, Laienschnitzer in Hofgastein,
1945
Die Maske des Gasteiner
Perchtenlaufs besitzt bewegliche Augäpfel mit
eingesetzten Taschenlampen. |
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| Perchtenmasken auf der KHM-Ausstellung "WIR SIND MASKE"
2009 |
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| Perchten, weibliche Masken- und Sagengestalten, die während der
Mittwinterzeit, meist jedoch am 5. 1., in verschiedenen Regionen in Erscheinung treten.
Bezeichnungen sind: Frau Bercht, Berigl, Bechtra, Berchtlmuada, Bechtrababa, Lutzl, Sampa,
Stampa, Zamperin, Zampermuatta, Pudelfrau und Rauweib. Die Percht gilt als Schicksalsfrau
(Orakelbräuche) und als Seelenbegleiterin (in ihrem Gefolge die ungetauften Kinder), sie
übt sozial Kontrolle aus, achtet auf Ordnung und straft. - In dieser Funktion erscheint
sie zum Jahreswechsel bereits in der Antike, das Mittelalter sieht in der "domina
Berchta" (von althochdeutsch "peraht" = hell, glänzend) eine Allegorie der
Sünde (Prunksucht). Ab dem 16. Jahrhundert wurde ihr Name auf die begleitenden
Teufelsgestalten übertragen, deren wildes Treiben die Kirche im 17. und 18. Jahrhundert
zu unterbinden suchte. Im 19. Jahrhundert änderte sich die Einstellung gegenüber der
Volkskultur und das Perchtenlaufen und -springen wurde zum folkloristischen Schaubrauch.
In der jüngsten Blüte des Perchtentreibens werden auch neugeschnitzte groteske Masken
getragen, wobei auch die teuflischen Begleitgestalten des Nikolaus, die Krampusse, zu
Perchten mutieren. |
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| Krampuslauf in
Klagenfurt |
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| Gegenwärtig gibt es eine Vielfalt an Perchtenbräuchen in Österreich. Große, jährlich
wechselnde Perchtenumzüge mit den kunstvoll gestalteten Tafelaufsätzen der
"Schönperchten" und den teuflischen "Schiachperchten" finden im
Pongau statt (Gastein, Altenmarkt, St. Johann und Bischofshofen); im Pinzgau gibt es die
"Tresterer", in Unken die Stelzentänzer, in Rauris die Schnabelbercht, im
Unterinntal die "Perschtln" (5. 12.), im Ausseerland die "Berigln", in
Unterwart (Burgenland) die "Lutzln" (13. 12.), in der Oststeiermark die
"Pudelmuatta", in Unterkärnten das "Bechtrababa"-Jagen; auch das
Glöcklerlaufen zu Dreikönig im Salzkammergut zählt zu den Perchtenbräuchen. |
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Text auszugsweise aus |
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