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| ORF |
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| Fernsehbeginn in Österreich |
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| In Österreich begann die Geschichte des
Fernsehens 1955, wenige Wochen nach der Unterzeichnung des
Staatsvertrags. Am 1. August 1955 startete der Österreichische
Rundfunk sein Fernseh-Versuchsprogramm über vier Sender:
Wien-Kahlenberg, Graz-Schöckl, Linz-Freinberg und Salzburg-Gaisberg.
1957 wurde ein regulärer Sendebetrieb an sechs Tagen in der Woche
eingerichtet. Der Ausbau der Sendeanlagen und die rasanten Zuwächse
bei den TV-Anmeldungen geben Aufschluss über die hohe Akzeptanz des
neuen Mediums, aber auch über die enormen technischen Anstrengungen,
die in Österreich unternommen werden mussten, um dem Anspruch der
Vollversorgung gerecht zu werden. So hatte der ORF im Jahr 1961 etwa
200.000 Fernsehteilnehmer und mittlerweile 25 Sendeanlagen, welche
die großen Ballungsgebiete versorgten - im Jahr 1968 gab es bereits
eine Million Fernsehbewilligungen und mehr als 120 Sender. Doch erst
Anfang der achtziger Jahre wurde mit mehr als 800 Sendern an rund
400 Standorten ein akzeptabler Versorgungsgrad erreicht. Noch heute
können etwa fünf Prozent der österreichischen Haushalte die
ORF-Fernsehprogramme nicht oder nur in schlechter Qualität empfangen
- das sind immerhin rund 100.000 Haushalte. Die besondere
Topographie Österreichs bewirkt, dass die Vollversorgung durch
herkömmliche Sendeanlagen nur unter unzumutbar hohem finanziellem
Aufwand machbar wäre. |
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| Philharmoniker in Farbe |
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In Österreich wurden parallel zum Ausbau der Versorgung auch die
Schritte hin zu einer qualitativen Verbesserung der Übertragung
vollzogen. |
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So begannen 1965 die ersten Versuche des
ORF im Bereich Farbfernsehen, 1969 gab es die erste Farbübertragung: das
traditionelle Neujahrskonzert aus dem Wiener Musikverein.
Das Farbfernsehen erforderte eine grundsätzliche Entscheidung über das
verwendete System: Die USA hatten sich mit der Einführung des
NTSC-Standards (NTSC = National Television System Committee) zwar als
Pioniere des Farbfernsehens profiliert, NTSC offenbarte jedoch bald
seine Schwächen in bezug auf die Bildqualität. In Europa wurde daher ab
Mitte der fünfziger Jahre an der Weiterentwicklung von NTSC gearbeitet.
In einer Vollversammlung der europäischen Fernmeldebehörden in Oslo 1967
wurde das von Telefunken entwickelte PAL-System (PAL = Phase Alternation
Line) für die Mehrzahl der europäischen Staaten als Standard festgelegt.
Die große Ausnahme war Frankreich, das aus wirtschaftlichen Überlegungen
das von französischen Technikern entwickelte SECAM-Verfahren (SECAM
steht für "séquentiel à mémoire") einsetzte, das bis heute betrieben
wird. Auch in zahlreichen Staaten des Ostblocks setzte sich aus
politischen Gründen SECAM durch.
Teletext: das erste interaktive Massenmedium
Einen weiteren Umbruch bei der Fernsehnutzung markierte die
Einführung des Teletext durch die BBC 1974, deren Beispiel der ORF als
erste Fernsehanstalt auf dem Kontinent 1980 folgte. Der Teletext
erlaubte das erste Mal in der Geschichte der elektronischen Massenmedien
die interaktive Nutzung: Mit Hilfe eines Decoders, der heute zur
Grundausstattung praktisch aller TV-Geräte gehört, können Texte, die
codiert mit dem Fernsehbild übertragen werden, aufgerufen und sichtbar
gemacht werden. Erstmals wurde somit das Fernsehsignal Träger eines vom
Fernsehen im ursprünglichen Sinne unabhängigen Mediums. Teletext-Dienste
haben jedoch ihre Grenzen: Da zur Datenübertragung lediglich die
sogenannte "Austastlücke" verwendet werden kann, in der kein Bildsignal
übertragen wird, lässt sich die Wartezeit beim Zugriff auf
Teletext-Seiten nur auf ein bestimmtes Maß verringern. Ungebrochen
bleibt bis heute die Akzeptanz des interaktiven Mediums: Zwei Drittel
aller österreichischen Haushalte haben ein Teletext-fähiges
Fernsehgerät.
Fernsehen via Satellit
Der kalte Krieg und der Wettlauf zwischen den USA und der Sowjetunion um
die Vormachtstellung im Weltraum begünstigten auch die Entwicklung der
zivilen Nutzung von Satelliten. Bereits 1962, fünf Jahre nachdem die
Sowjetunion ihren ersten Trabanten, "Sputnik", in die Erdumlaufbahn
geschickt hatte, nahmen die USA den Satelliten "Telstar" zur Übertragung
von Fernsehbildern in Betrieb. Ein echter Meilenstein für die
massenhafte Nutzung von Satellitenfernsehen war jedoch die
Leistungssteigerung bei den Satelliten einerseits und den
Empfangsgeräten andererseits. Diese Entwicklung ermöglicht den Empfang
direkt vom Satelliten mit vergleichsweise kleinen Satellitenspiegeln,
die ab Ende der achtziger Jahre ihren Weg in die europäischen und
amerikanischen Haushalte fanden.
... auch für öffentlich-rechtliches Fernsehen
Zusammen mit zwei anderen deutschsprachigen Fernsehprogrammen trat auch
der ORF in das Satellitenzeitalter ein. Auf Initiative des ZDF wurde
3sat aus der Taufe gehoben, ein Kulturprogramm von ORF, SRG und ZDF in
deutscher Sprache. Die Ausstrahlung erfolgte über den
Fernmeldesatelliten ECS-F1, die Verbreitung an die Konsumenten fand in
der Anfangsphase vorwiegend über die Netze von Kabelbetreibern statt. Im
April 1990 begann man mit der Abstrahlung über den direkt empfangbaren
Satelliten ASTRA 1A. Damit war 3sat das erste öffentlich-rechtliche
Fernsehprogramm in Europa, das mit Hilfe haushaltsüblicher
Satellitenempfänger gesehen werden konnte.
Bundesländerfernsehen
Ebenfalls Ende der achtziger Jahre konnte in Österreich die
Regionalisierung der zweiten Fernsehfrequenz erreicht werden, wodurch
regionale Berichterstattung im terrestrischen Fernsehen ermöglicht wurde
("Bundesland heute" ab Mai 1988). Dadurch wurde ein in Österreich seit
den siebziger Jahren gehegter Wunsch erfüllt - die Föderalisierung der
Fernsehberichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Stereo- und Zweikanalton
Nachdem durch den Auf- und Ausbau des Sendernetzes in Österreich die
Grundversorgung weitestgehend hergestellt war, gingen die nächsten
Schritte wieder in Richtung Verbesserung der Übertragungsqualität: So
baute der ORF ab 1990 seine Sender stufenweise für Stereo- bzw.
Zweikanaltonbetrieb aus.
Die Entwicklung ab 1990
Seit Beginn der neunziger Jahre erfreuen sich private
Satellitenempfangsanlagen auch in Österreich wachsender Beliebtheit.
Deutsche Fernsehsender strahlten ihre Programme über Satelliten der
ASTRA-Flotte aus, zugleich gab es Satellitenempfänger als erschwingliche
Haushaltsprodukte. 1998 kam der Anteil jener österreichischen Haushalte,
die Satellitenfernsehen empfangen können, bis auf einen Prozentpunkt an
den Anteil der Kabelhaushalte heran. So verfügten im vierten Quartal
1998 39,2 Prozent aller TV-Haushalte (1.188.000 Haushalte) Österreichs
über Zugang zu Satellitenfernsehen. 38,6 Prozent (1.171.000) aller
österreichischen TV-Haushalte konnte Ende 1998 Kabelfernsehen empfangen.
Der Anteil jener Haushalte, die Kabel- und/oder Satellitenfernsehen
empfangen können, betrug im vierten Quartal 1998 75,9 Prozent, das sind
2.301.000 Haushalte. Seit 1997 haben die österreichischen
Kabelnetzbetreiber durch die Novelle des Regionalradiogesetzes die
Grundlage, eigene Fernsehprogramme zu erstellen. Diese Möglichkeit wird
derzeit von mehr als 15 privaten Lokalsendern in den Netzen der 275
österreichischen Kabelbetreiber genutzt.
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| aus www.dada.at |
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