Links: Christi Einzug in Jerusalem
Perikopenbuch von St. Erentrud in Salzburg, entstanden um 1140, Pergament, 20,9 × 13,6
cm. München, Bayerische Staatsbibliothek. Buchmalerei, Österreich.
Der Palmsonntag (lat.: Dominica in Palmis) ist der Sonntag vor
Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche.
An diesem Tag wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht, als er auf
einem Esel in die Stadt ritt und ihm mit Palmwedeln gehuldigt wurde.
Die Palme war von alters her das Symbol für die Unabhängigkeit Israels, von daher für
die Römer eine besondere Provokation. Der Esel wiederum war nach dem Propheten Zacharia
das Symbol des gewaltlosen Friedenskönigs und das Bekenntnis zur Niedrigkeit.
Palmsonntagsprozession in Lunz am See, Niederösterreich, 1925
Prozessionen und anderes Brauchtum
Am Palmsonntag werden Palmzweige (Palmkätzchen,
Palmbuschen, in den südlichen Ländern auch echte Palmzweige) oder
Palmstöcke in der kirchlichen Prozession mitgetragen, mit Weihwasser gesegnet
und in Wohnungen im Herrgottswinkel hinter ein Kruzifix gesteckt. In Norddeutschland
werden gesegnete Palmstöcke von den Kindern zu ihren Paten und Großeltern gebracht.
Dafür bekommen sie meistens eine Kleinigkeit oder etwas Süßes geschenkt.
Im Mittelalter und besonders im Barock wurde bei Palmprozessionen oft ein Esel (später
aus Holz) mit Christusfigur mitgeführt, ein so genannter Palmesel. In
Thomatal im Lungau reitet heute noch der Pfarrer auf einem Esel in der Palmprozession mit.
In Tirol findet in der Ortschaft Thaur als einziger Gemeinde Tirols noch eine
Palmprozession statt, in der eine Christusfigur auf einem Holzesel durchs Dorf gezogen
wird. In Möttlingen bei Calw findet jährlich der Calwer Palmritt statt, eine von Eseln
angeführte Reiterprozession, die mit einem evangelischen Open-Air-Gottesdienst
abschließt.
Ein weiterer Brauch ist, das Familienmitglied, das am Palmsonntag als letztes morgens
aufsteht, als Palmesel zu bezeichnen.
Mit ihm beginnt die Karwoche. An diesem Sonntag wird besonders des
Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht: Palmen (in unseren Breiten in der Regel Buchsbaum)
werden gesegnet. In einer feierlichen Prozession wird das Kreuz (Jesus) in die Kirche
hineingetragen, begleitet von Meßdienern (und oft auch Kindern), die in ihren Händen die
frisch geweihten Buchsbaumwedel tragen. Im Anschluß an den Gottesdienst nehmen die
Gläubigen "Palmzweige" mit nach Hause und stecken sie hinter die im Haus
befindlichen Kreuze oder auch Weihwasserkessel.
Das Neue Testament berichtet davon, daß Jesus auf einem Esel in die Stadt eingezogen ist.
Die Bevölkerung sah in ihm den gekommenen Messias, den Wundertäter, den Retter. Sie
jubeln ihm zu, breiten ihre Umhänge über die Straße und winken Jesus jubelnd
("Hosanna!") zu. Es sind die gleichen, die wenig später schreiend von Pilatus
verlangen werden, diesen Verräter zu kreuzigen und statt seiner lieber den politischen
Terroristen Barrabas freizulassen. Nachzulesen bei Matthäus 21,1 ff, bei Markus 11,1 ff,
bei Lukas 19,28 ff oder Johannes 12,12 ff.