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| Elias Canetti |
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* 25. 7. 1905 Rustschuk (Ruse, Bulgarien), † 14. 8. 1994 Zürich (Schweiz), Erzähler,
Dramatiker, Essayist, Aphoristiker, Nobelpreisträger für Literatur 1981; ab 1934 verheiratet mit Veza Canetti. Der
Sohn eines jüdischen Kaufmanns sephardischer Herkunft kam 1913 nach Wien; weitere Stationen seiner Jugend waren Zürich
und Frankfurt am Main; 1929 Dr. phil. nat. (Chemie). Literarisches Vorbild und sprachkritische Autorität wird K. Kraus. Im Herbst 1938 Emigration, ab 1939 lebte Canetti in London. |
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| 2. Hauptwohnsitz wurde Zürich.
Canettis Erstlingswerk, der Roman "Die Blendung" (1935), gestaltet in grotesker Überzeichnung den Zusammenprall von Geisteswelt und Instinkten
der Masse. Die Dramen "Hochzeit" (1932), "Komödie der Eitelkeit" (1950) und "Die Befristeten" (1964) enthüllen anhand bizarrer
Gedankenexperimente das Antlitz einer zutiefst korrumpierten Gesellschaft. Die theoretische Grundlage zu seinem Werk schuf Canetti mit dem
Essay "Masse und Macht" (1960), der die fundamentale Bedeutung dieser Phänomene für die politische Realität aufzeigt. Sein autobiographisches
Spätwerk ("Die gerettete Zunge", 1977; "Die Fackel im Ohr", 1980; "Das Augenspiel", 1985) kommentiert und interpretiert eine singuläre Lebens-
und Werkgeschichte. Großer Österreichischer Staatspreis 1967, G.-Büchner-Preis und Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
1972. |
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